Amprion

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Amprion
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Unternehmensform GmbH
Unternehmenssitz Dortmund
Mitarbeiter

850[1]

Branche Übertragungsnetzbetreiber
Website

www.amprion.net

Die Amprion GmbH (vormals RWE Transportnetz Strom GmbH) ist eine Tochtergesellschaft der RWE AG und beschäftigt ca. 850 Mitarbeiter[1], ihr Hauptsitz befindet sich in Dortmund. Innerhalb der RWE nimmt Amprion die Rolle des Übertragungsnetzbetreibers (ÜNB) nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) für den Strombereich wahr.

Ziel und Aufgabe der Amprion ist die Bündelung sämtlicher Aktivitäten des RWE-Konzerns rund um das Höchstspannungsnetz. Amprion wird als Independent Transmission Operator (Unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber) auf Basis des 3. EU-Binnenmarktpaketes ausgestaltet.[2] Mit einer Länge von 11.000 km[1] besitzt die Gesellschaft das längste Höchstspannungsnetz in Deutschland.

Darüber hinaus ist Amprion verantwortlich für die Koordination des Verbundbetriebs in Deutschland sowie als Koordinierungsstelle UCTE-Nord auch für den nördlichen Teil des UCTE-Systems, welche die Länder Belgien, Bulgarien, Deutschland, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Slowakische Republik, Tschechische Republik und Ungarn umfasst.

Von der Systemführung Netze (früher: Hauptschaltleitung) der RWE Transportnetz Strom auf dem Areal der Umspannanlage Brauweiler wird der größte Teil des RWE-Transportnetzes überwacht und ferngesteuert. Die Netzzentrale hat auch eine wichtige Funktion im europäischen Stromverbund.

Am 1. September 2009 wurde der Name der ehemaligen RWE Transportnetz Strom in "Amprion" geändert. [3][2]

Einzelnachweise

  1. a b c amprion.net: Daten und Fakten
  2. a b Amprion Pressemitteilung: Neuer Übertragungsnetzbetreiber Amprion am Start auf amprion.net
  3. RWE Pressemitteilung: RWE stellt Übertragungsnetzgesellschaft neu auf auf rwe.com

Weblinks

 

06.10.2010

 

Energie

RWE will Stromnetz an Rentenfonds verkaufen

Strommast in Dorsten: Netzgeschäft soll integraler Bestandteil der Strategie bleiben
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AP

Strommast in Dorsten: Netzgeschäft soll integraler Bestandteil der Strategie bleiben

Erst Vattenfall und E.on, jetzt auch RWE: Der Energiegigant will laut "FTD" die Mehrheit an seinem Stromnetz verkaufen - und zwar an einen Rentenfonds. Die Macht über die Leitungen will der Konzern aber behalten.

Dortmund - E.on und Vattenfall haben es bereits getan, nun plant auch RWE den Verkauf seines Stromnetzes. Der Energiekonzern will die Mehrheit an seiner Hochspannungsnetz-Gesellschaft Amprion abgeben, gleichzeitig aber die Führung bei dem Unternehmen behalten. Bis zu 75 Prozent der Anteile sollen an einen Rentenfonds verkauft werden, berichtet die "Financial Times Deutschland" ("FTD"). Demnach wurde der Verkauf bereits im Aufsichtsrat diskutiert.

 
Die Verkaufsabsichten kommen selbst für Branchenkenner überraschend. "Es wundert mich insofern, als RWE Chart zeigen immer wieder beteuert hat, am Stromnetz festzuhalten", sagte Ver.di-Geschäftsführer Michael Bürger. Der Amprion-Betriebsrat wollte sich ebenso wenig zu den Berichten äußern wie die RWE-Zentrale in Essen. Von dort hieß es lediglich, das Netzgeschäft von Amprion bleibe wichtiger Bestandteil der RWE-Strategie: Der Konzern sieht sich als integrierten Versorger, der alle Sparten von der Energieerzeugung über den Transport bis zum Endkundengeschäft beinhaltet.

 

RWE hatte das Hochspannungsnetz auf Drängen der Brüsseler Kartellwächter erst vor rund einem Jahr in die Gesellschaft Amprion ausgegliedert. Brüssel hatte eine Entflechtung von Stromproduktion und Stromtransport verlangt - ob diese Auslagerung bereits ausreicht, ist unklar. Zumindest die Mitbewerber E.on Chart zeigen und Vattenfall Chart zeigen hatten nach Kartellauflagen ihre Netze verkauft.

Laut "FTD" will RWE die Mehrheit an seinem Stromnetz aufgrund der anstehenden hohen Investitionen verkaufen. Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) hatte eine Studie vorgelegt, nach der für den Transport von Windenergie im deutschen Stromnetz bis 2020 Investitionen von etwa sechs Milliarden Euro erforderlich seien. Aufgrund der neuen Brennelementesteuer muss RWE kurzfristig mit niedrigeren Konzerngewinnen rechnen, die Vorteile aus der Laufzeitverlängerung der Atommeiler werden sich erst langfristig bemerkbar machen. Zudem zählt das Hochspannungsnetz nicht gerade als großer Gewinnbringer im Konzern.

Amprion betreibt in Deutschland ein Netz mit 11.000 Kilometern Länge, über das nach Unternehmensangaben 27 Millionen Kunden versorgt werden. Durch seine zentrale Lage in Europa ist das Amprion-Übertragungsnetz eine wichtige Drehscheibe für den Stromhandel zwischen Nord und Süd sowie zwischen Ost und West.

fdi/dpa

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,721648,00.html

 

Energiemarkt : RWE gibt Stromnetz-Tochter ab

Wirtschaft und Finanzen, 202005164800, Christoph Bauer, Thomas Wels

RWE-Umspannwerk Nievenheim bei Neuss: Das Energieunternehmen will sich von seiner Stromnetz-Tochter trennen. Foto: dapd

RWE-Umspannwerk Nievenheim bei Neuss: Das Energieunternehmen will sich von seiner Stromnetz-Tochter trennen. Foto: dapd

 

Dortmund/Essen . Der Energiekonzern RWE will einen Teil seines Hochspannungsnetzbetreibers Amprion verkaufen. Nach Informationen von DerWesten sollen knapp 75 Prozent der Anteile des Netzbetreibers an einen Rentenfonds gehen.

Der Essener RWE-Konzern will einen Teil seiner Überland-Stromnetze verkaufen. Nach Informationen dieser Zeitung aus Betriebsratskreisen prüft der RWE-Vorstand einen Verkauf von bis zu 75 Prozent der Netzgesellschaft Amprion. Die Dortmunder Gesellschaft ist eine 100-prozentige RWE-Tochter mit 11 000 Kilometern Stromnetzen, 180 Um­spann­anlagen und 850 Mitar­beitern.

RWE wollte „derartige Spekulationen nicht kommentieren“, fügte aber hinzu: „RWE betrachtet Amprion als wichtigen Bestandteil seiner Strategie als integrierter Versorger“.

Hintergrund der Überlegungen eines Teilverkaufs der Dortmunder Gesellschaft ist der starke Ergebnisdruck, der auf RWE in Folge der Brennelementesteuer und Ausgaben für Erneuerbare Energien lastet. Da das Netzgeschäft und der kommende Ausbau der Netze sehr viel Kapital bindet, sucht der Versorger nach langfristigen Kapitalgebern, für die ein solches Investment interessant ist. Die Regulierung der Stromnetze sieht eine Kapitalverzinsung von sechs Prozent bei bestehenden Netzen und acht Prozent beim Neubau von Netzen vor.

Sperrminorität soll bei RWE verbleiben

Das sei angesichts der derzeit niedrigen Zinsen für langfristige und auf Sicherheit und stabile Zuflüsse zielende In­vestoren wie Rentenfonds durchaus interessant, hieß es. Wie es in Betriebsratskreisen hieß, habe der Vorstand diese Pläne auf der jüngsten Aufsichtsratssitzung in Budapest vorgestellt. Eine Sperrminorität von knapp über 25 Prozent solle den Plänen zufolge bei RWE verbleiben.

Angesichts der Marktmacht der deutschen Stromkonzerne hatte die Europäische Union verlangt, dass sich die Konzerne von ihren Netzen trennen. Eon hat Ende 2009 sein 10 700 Kilometer langes Stromnetz an die niederländische Firma Tennet verkauft. Vattenfall verkaufte seine 9700 Kilometer langen Stromautobahnen im März an Elia aus Belgien und einen australischen Investor.

RWE setzte zunächst auf die am wenigsten weitgehende Stufe der Trennung und organisierte ab 1. September 2009 sein Hochspannungsnetz in einer eigenständigen GmbH, der Amprion. Der Essener Konzern blieb aber alleiniger Besitzer. RWE er­füll­te damit dennoch zunächst die im EU-Fachjargon „Un­bundling“ ge­nannte Auflage.

Das Geschäft mit den Hochspannungsnetzen gilt als sicheres Geschäft, jedoch als eines, das eine vergleichsweise geringe Marge bringt. Das macht es für börsennotierte Firmen weniger interessant. Anleger wie Rentenfonds, die auf langfristige Sicherheit bedacht sind, könnten allerdings Interesse daran haben.

Durchleitungen für Stromhändler

Noch bis vor wenigen Jahren war das Geschäft mit der hohen Spannung ein recht beschauliches Brot- und Butter-Geschäft. Strom wurde in der Regel in der Region verbraucht, in der er auch produziert wurde. Dies hat sich mittlerweile radikal geändert. Allein Amprion bedient täglich 350 Stromdurchleitungen für Händler. Die Einnahmen dafür werden von der Bundesnetzagentur überwacht.

Hinzu kommt die wachsende Bedeutung der erneuerbaren Energien. Die riesigen Windparks, die in der Nordsee gebaut werden, produzieren Strom, für den dort überhaupt kein Bedarf besteht. Er muss über weite Strecken transportiert werden, etwa in den energiehungrigen Südwesten der Republik. Dort laufen derzeit noch Atomkraftwerke, doch diese sollen in den nächsten Jahrzehnten abgeschaltet werden. Zum anderen wird Windenergie, die etwa nachts an­fällt, zum Teil nach Österreich verkauft, wo sie in Wasser-Speicherkraftwerken gespeichert werden kann.

Stromnetze reichen nicht für Aufnahme der Windernergie

Die Stromnetze reichen für die Aufnahme der Windenergie bei weitem nicht aus. Am­prion hat allein für die kommenden zehn Jahre Investitionen in Höhe von drei Milliarden Euro eingeplant. Geld, dass RWE nun aber wohl lieber andernorts – etwa bei der anfallenden Brennelementesteuer – einsetzen will.

Der Ausbau der Netze stößt zunehmend auf Widerstand in der Bevölkerung, da die neuen 380 000-Volt-Leitungen höhere Masten und breitere Trassen erfordern. Unterirdische Überlandleitungen verschlingen jedoch etwa das Achtfache an Investitionsmitteln und werden von der Bundesnetzagentur auch nur unter strengen Auflagen genehmigt, da sie für höhere Preise sorgen

Der Westen, 6.10.2010

 

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