Aufruhr im Wendland: Kernkraftgegner demonstrieren in Dannenberg
gegen den Castor-Transport. Kay Nietfeld, dpa
 
 
 Atomenergie ist lebensgefährlich und ein Verbrechen an Menschen und Umwelt!
 
Stoppt diesen  Wahnsinn!
 

 

 

 

100 gute Gründe gegen Atomenergie:

http://100-gute-gruende.de/lesen.xhtml 

 

So etwas nennt man ein klassisches Eigentor!

Energiekonzerne wollen Atomkraftwerke abschalten (Wenn auch nur wegen der Brennelementesteuer.)- Na endlich! Am besten alle - und zwar sofort!!! 

 

Brennelementesteuer

Energiekonzerne wollen alte AKW abschalten

Die Energiekonzerne wollen die Brennelementesteuer verhindern und drohen mit der Abschaltung älterer Kernkraftwerke. Der Vorstoß trifft auf Kritik und viel Verwunderung.

Der Atomstreit beschäftigt Politik und Kernkraftbetreiber seit Wochen. Jetzt drohten die Energiekonzerne damit alte Kernkraftwerke abzuschalten

Der Atomstreit beschäftigt Politik und Kernkraftbetreiber seit Wochen. Jetzt drohten die Energiekonzerne damit alte Kernkraftwerke abzuschalten

Der Weiterbetrieb zahlreicher Anlagen lohne nach Einführung der Steuer und weiterer strenger Auflagen nicht mehr. Das haben die Stromkonzerne RWE, Eon, EnBW und Vattenfall während Verhandlungen über die verlängerte Laufzeit von Atomkraftwerken mitgeteilt. Die Enegiekonzerne wollen so zusätzlichen Druck auf die Regierung ausüben, um die Brennelementesteuer zu verhindern. 

Derzeit verhandeln die Vertreter der Stromkonzerne mit der Bundesregierung darüber, ob sie im Gegenzug für die verlängerte Laufzeit der Atomkraftwerke statt der geplanten Brennelementesteuer von jährlich 2,3 Milliarden Euro auch vertraglich vereinbarte Zahlungen leisten können.

Die Unternehmen sollen der Bundesregierung für zwölf zusätzliche Jahre Laufzeit bis zu 30 Milliarden Euro angeboten haben. Die Vorstandschefs der vier Konzerne lehnten die Steuer erneut ab. In Bezug auf die Laufzeitverlängerung forderte Eon-Chef Johannes Teyssen "eine satte zweistellige Zahl zusätzlicher Jahre, mindestens aber 15 Jahre".

Weshalb die AKW- Betreiber jetzt mit dem Abschalten von Anlagen drohten, die nach geltendem Recht sowieso abgeschaltet werden sollten, "ist mir schleierhaft", sagte die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert. Die Taktik könnte sich als Eigentor erweisen. Der Zukauf von Atomstrom aus dem Ausland sei "wegen unzureichender Leistungskapazitäten ohnehin begrenzt", sagte Kemfert.

Auch die Umweltorganisation Greenpeace sprach von einer "leeren Drohung". Es werde keinen Strommangel geben, erklärte der Umweltverband und berief sich dabei auf Berechnungen des Aachener Instituts EUtech. Die Werke trügen nur noch zu 5,4 Prozent zur Versorgung bei. Die übrigen neun moderneren Atommeiler könnten bis zum Jahr 2015 abgeschaltet werden. Nach den Greenpeace-Zahlen exportiert Deutschland zudem knapp die Hälfte der von den acht sofort abschaltbaren Atomkraftwerken produzierten Strommenge ins Ausland.

Grünen-Fraktionschefin Künast kritisierte den Vorstoß scharf: "Hier geht es um ein schmutziges Geschäft: Milliarden gegen Laufzeiten, Geld gegen den Wiedereinstieg in eine gefährliche Technologie."

Die Bundesregierung will ihr neues Energiekonzept im Herbst verabschieden, im September wird das Kabinett eine erste Vorentscheidung treffen. Seit Wochen gibt es in der Bundesregierung Streit über die Verlängerung der Laufzeit alter Kernkraftwerke.

ZEIT ONLINE, 15.8.2010

 

 Umwelt-Sachverständiger Hey
"Atomkraft als Verhinderungstechnik"
Längere Laufzeiten für Atommeiler, wie Schwarz-Gelb sie plant, bremsen die erneuerbaren Energien. Das sagt der Generalsekretär des Sachverständigenrats für Umweltfragen, Christian Hey, auf FR-online.de.
 

Schwarz-Gelb plant längere Laufzeiten für die Atomkraftwerke. Die Rede ist von einer Brückentechnologie, bis die erneuerbaren Energien die Versorgung übernehmen können, die heute rund 17 Prozent des Stroms liefern. Ist das ein gutes Konzept?


Nein, das ist kein gutes Konzept. Damit verstrickt sich die neue Koalition in unauflösbare Widersprüche. Es ist einfach zu spät, das Rad der Geschichte zurück drehen zu wollen. Der geplante Ausbau der erneuerbaren Energien, die bereits im Bau befindlichen Kohlekraftwerke und dann noch die Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke passen einfach nicht zusammen.


Im Jahr 2020 werden erst rund 30 Prozent Ökostrom erreicht sein. Nötig sind dann noch satte 70 Prozent konventioneller Strom.

Richtig. Aber mit dem dringend notwendigen Ausbau von Wind- und Solarenergie sinkt der Bedarf an Grundlastkraftwerken ganz erheblich, die sich nicht flexibel an das stark schwankende Ökostrom-Angebot anpassen können. Zu viele dieser großen Atom- und Kohle-Kraftwerksblöcke behindern den Ausbau der Erneuerbaren regelrecht.

Aber die Stromkonzerne sowie CDU/CSU und FDP warnen vor einer Stromlücke, die im nächsten Jahrzehnt auftreten könnte. Wollen Sie in Kauf nehmen, dass wir mehr Blackouts bekommen?

Nein, natürlich nicht. Mit mehr Atomstrom droht sogar ein Überangebot an Elektrizität. Da der Atomausstieg galt, ist in den vergangenen Jahren kräftig in neue Kapazitäten investiert worden. Momentan sind zehn Kohlekraftwerke im Bau, weitere sechs sind in Planung. Gleichzeitig wachsen die erneuerbaren Energien exponenziell. Wenn nun der Atomstromanteil dauerhaft gleich bleibt, steuern wir auf ein Überangebot in der Grundlast zu. Dann stellt sich die Frage: Wer muss zurückstecken? Einige Konzerne wollen offensichtlich, dass das die Erneuerbaren sind. Dann wäre die Atomkraft aber keine Brückentechnologie, sondern eine Verhinderungstechnologie.

Besonders die FDP will die Förderung der erneuerbaren Energie senken. Droht nicht wirklich die Gefahr einer Über-Subventionierung, etwa beim Solarstrom?

Die Effektivität der Förderung wird turnusmäßig überprüft; ihre Höhe kann gegebenenfalls auch nach unten angepasst werden. Man muss aber wissen: Das Erneuerbare Energien-Gesetz hat enorme Technologieverbesserungen und Kostensenkungen ausgelöst. Jetzt die Investoren zu verunsichern, würde die Ausbau-Dynamik bremsen.

Zurück zum Thema Atomkraft. Wenn die AKW durch fossile Kraftwerke ersetzt werden, steigt der CO2-Ausstoß. Das können Sie nicht bestreiten.

Derzeit wird der Atomstrom aber nicht durch Kohlekraftwerke ersetzt, sondern durch Ökostrom. Das ist auch für die Zukunft die richtige Strategie. Wenn man jetzt in neue Kohlekraftwerke einsteigt, prägt dies den Strommix für Jahrzehnte, weil die großen Blöcke 40 Jahre am Netz bleiben. Neue Klima-Studien besagen, dass die Industrieländer bis 2050 fast CO2-frei sein müssen. Das verträgt sich nicht mit einem hohen Kohle-Sockel.

Trotzdem: Die Stromlücke

ist leicht zuschließen. In den 2020er Jahren werden wir 25 bis 40 Prozent erneuerbare Energien haben, bis 2030 sind 50 Prozent leicht möglich. In der übernächsten Dekade können wir also nur noch Grundlast-Kraftwerke mit einer Kapazität von 25 bis 30 Gigawatt vertragen. Derzeit liefern die Atomkraftwerke 21,5 Gigawatt, die aktuell im Bau befindlichen Kohle-Blöcke werden zusätzliche zwölf Gigawatt bringen, nimmt man die geplanten Anlagen hinzu, sind es sogar 20 Gigawatt. Zusammen mit dem noch nicht erneuerungsbedürftigen Bestand an Kohlekraftwerken ergibt das Strom aus Grundlast-Kraftwerken im Überfluss.

Aber der viele Ökostrom fließt nicht kontinuierlich.

Das ist richtig. Deswegen muss auch der Kraftwerkspark flexibler werden und die Regelzonen für den Strom müssen wesentlich erweitert werden. Statt eines starren Angebots durch große Kraftwerksblöcke brauchen wir zum Beispiel flexible Gaskraftwerke oder einen verbesserten Verbund mit Skandinavien. Dort gibt es viele Kapazitäten in Pumpspeicherkraftwerken, die das überschüssige Stromangebot speichern können oder Strom kurzfristig erzeugen können, wenn die Windräder einmal still stehen.

Ist die Strategie, mehr Erdgas zu verbrennen, denn nicht ebenfalls gefährlich? Es steigert die Abhängigkeit etwa von Russland.

Nein, denn der Erdgas-Einsatz insgesamt muss nicht steigen. Der Verbrauch von Gas zu Heizzwecken sinkt ohnehin durch die laufende Wärmesanierung von Gebäuden. Außerdem sollten die Gas-Kraftwerke, wo immer möglich, mit Kraft-Wärme-Kopplung gebaut werden, also mit gleichzeitiger Nutzung der Abwärme. Das ersetzt Erdgas-Nutzung in Häusern und in der Industrie.
  
Die Stromkonzerne setzen auf saubere Kohlekraftwerke, bei denen das Treibhausgas CO2 abgetrennt und in der Erde endgelagert wird. Auch die zukünftige Bundesregierung steht dahinter. Eine gute Alternative?

Derzeit gibt es erst Pilotanlagen. Ob die Technologie wirklich marktreif wird, zeigt sich erst nach 2020. Allerdings bleibt in jedem Fall das Problem, dass die "sauberen Kohlekraftwerke" wegen ihrer Größe und schlechten Regelbarkeit ebenso wenig in ein zukunftsfähiges Energiesystem passen wie die Atomkraft.

Klimaforscher sagen: Global muss man diese sogenannte CCS-Technik einsetzen, um den Klima-GAU zu verhindern.

In Deutschland müssen wir die knappen Lagerkapazitäten für Zukunftsverwendungen reservieren, etwa für CO2 aus industriellen Prozessen, die nicht vermeidbar sind, etwa aus der Zementherstellung, oder für die CO2-Abscheidung aus der Verfeuerung von Biomasse. Dadurch können wir das Treibhausgas aus der Atmosphäre herausziehen, was in 50 Jahren erforderlich sein könnte.

Wie werden sich die Stromkosten entwickeln, wenn der günstige Atomstrom sukzessive wegfällt und die Braunkohle als einziger wettbewerbsfähiger inländischer Energieträger auch?

Für die Stromkunden sind nicht die Stromerzeugungskosten, sondern die Strompreise wichtig - und die richten sich nicht nach den Herstellungskosten für den Atomstrom, sondern nach den Preisen an der Strombörse. Sie werden deswegen auch nichts von längeren AKW-Laufzeiten haben. Mittelfristig wird der Strom sowieso teurer werden - weil die Ära der fossilen Energien zu Ende gehen muss, um die Klimakatastrophe noch zu vermeiden. Die erneuerbaren Energien sind unwesentlich teurer als die "sauberen" Kohlekraftwerke oder die zweite oder dritte Generation von Atomkraftwerken - und sie sind nachhaltig, was auf Kohle und Atom nicht zutrifft.

Eine Frage zur Regierungsbildung. Es gibt bei Schwarz-Gelb Überlegungen, ein eigenes Energieministerium zu gründen oder die Zuständigkeit für die erneuerbaren Energien vom Umwelt- ins Wirtschaftsministerium zu holen. Befürworten Sie das?

Nein. Bisher war die Konkurrenz zwischen den Ministerien ein Innovationsmotor. Wer den zu früh abstellt, gefährdet den nötigen Umbau des Energiesystems. Ob ein Energieministerium sinnvoll ist oder nicht, hängt im Übrigen davon ab, welche Ziele damit verfolgt werden. Wenn es nur darum geht, die veralteten Strukturen unserer Stromversorgung zu konservieren, hätte das katastrophale Auswirkungen.

Interview: Joachim Wille

Frankfurter Rundschau, 6.10.2009
 
 
 
Stromanbieterwechsel

Auch die Atomkraftwerks-Betreiber E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall wollen Ihre Atomkraftwerke immer länger laufen lassen. Schwere Störfälle und die Versuche der Konzerne, sie zu vertuschen, beweisen immer wieder, dass es absolute Sicherheit nicht gibt. Die große Katastrophe kann jeden Tag eintreten. Und die Aufsichtsbehörden verzichten darauf, störanfällige Reaktoren vorzeitig stillzulegen. Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen rufen deshalb die Menschen in Deutschland auf, selbst aktiv zu werden. Sie haben es in der Hand: Für umweltfreundliche, klimaschonende Energie - gegen Atomstrom!

Wer den Stromanbieter wechseln möchte, kann sich u.a. unter folgenden Links informieren.
www. Verivox.de
www.atomausstieg-selber-machen.de
 
 

Studie des Umweltbundesamtes

Genug Strom auch ohne Kohle und Atom

Auch ohne Atomkraftwerke und zusätzliche Kohlekraftwerke ist die Versorgungssicherheit bis 2020 nicht in Gefahr. Das bestätigt nun auch das Umweltbundesamt in einer Studie. // Manfred Loosen

Im Juni 2000 hatte die Bundesregierung mit den Energieunternehmen vereinbart, aus der Atomkraft auszusteigen. Kritiker dieser Absprache wandten ein, dies gefährde die Versorgungssicherheit. Zudem sei ohne Atomstrom das Klimaschutzziel, bis 2020 die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, nicht zu erreichen. Dem widerspricht das Umweltbundesamt (UBA) nun. Das Ziel, die Emissionen zu senken und gleichzeitig die Stromversorgung zu sichern, sei auch erreichbar, wenn man auf die Nutzung der Atomkraft verzichte. Fünf Bedingungen seien hierfür jedoch zu erfüllen (siehe Kasten).

Über die Bestätigung des UBA, dass es keine Versorgungslücke im Energieangebot geben wird, freute sich der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger: „Jetzt hat auch das Umweltbundesamt klargestellt, dass ohne Atomstrom und ohne neue Kohlekraftwerke ambitionierte Klimaschutzziele und eine sichere Stromversorgung erreichbar bleiben. Die Chefs der Energieunternehmen sollten endlich einsehen, dass ihre Panikmache vor einem Blackout in Deutschland gescheitert ist.“ Nach Ansicht des BUND könnten regenerative Energien bis 2020 die Kapazitäten der abzuschaltenden Atomkraftwerke ersetzen.

Den von der Deutschen Energieagentur (Dena) zur Deckung einer „Stromlücke“ errechneten Bedarf von 15 zusätzlichen Großkraftwerken stellte der BUND infrage. Deutschlands Stromexporte hätten im zurückliegenden Jahr der Leistung zweier Atomkraftwerke entsprochen. Dieser hohe Exportanteil belege, dass es auch dann keine Stromlücke gebe, wenn mehrere Reaktoren wegen technischer Pannen monatelang abgeschaltet blieben. Neue Kohlekraftwerke unterliefen zudem die nationalen Klimaschutzziele. Weiger kündigte an, der BUND werde den Bürgerprotest an den Standorten geplanter neuer Kohlekraftwerke weiter unterstützen.

UBA: So geht‘s ohne Atomstrom

1. Stromsparen: Der Bruttostromverbrauch muss um 11 Prozent gesenkt werden (Vergleich 2005/2020).

2. Strom aus der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), vor allem auf Erdgasbasis, muss auf 25 Prozent gesteigert werden.

3. Es dürfen keine zusätzlichen Kohlekraftwerke über die heute schon im Bau befindlichen hinaus gebaut werden.

4. Die Stromproduktion auf Basis erneuerbarer Energien muss – wie im Leitszenario vorgesehen – weiter ausgebaut werden.

5. Alte, ineffiziente Kraftwerke müssen abgeschaltet werden, sobald die vorgesehene Lebensdauer erreicht ist.

 Schrot & Korn, Juni 2008

 

 

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