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Widerstand formiert sich auch in Borken
Von Markus SchönherrBorken. Jetzt regt sich auch in Borken der Widerstand gegen die von der RWE geplante neue Hochspannungsleitung. Eine "Interessengemeinschaft hochspannungsfreies Wohnumfeld" will sich gegen den Bau der 380-Kilovolt-Freileitung zur Wehr setzen. Nachdem in Raesfeld bereits eine Initiative gegen die Leitung mobil macht und Politik und Verwaltung auf ihrer Seite weiß (6. Lokalseite), setzt sich der Protest also Richtung Norden fort.Sven Schwardmann und Franz Müller gehören zu den Gründern der Borkener Interessengemeinschaft. Sie wohnen im Osten der Stadt in der Rosenstraße. Und genau hinter ihren Gärten soll ihren Informationen nach die Leitung verlaufen. "Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch das Elektromagnetfeld" befürchten sie. Schon jetzt sei die Zahl der Krebserkrankungen im Blumenviertel auffallend hoch, sagen sie. Schwardmann und Müller schließen nicht aus, dass dies mit den 110-Kilovolt-Leitungen zusammenhängt, die bereits jetzt durch das Wohnviertel verlaufen. Die Mitglieder der Initiative begrüßen zwar, dass diese Leitungen nach den Plänen der RWE abgerüstet werden sollen. Sie sind aber nicht damit einverstanden, dass die neue 380kV-Leitung etwas weiter östlich das Blumenviertel quasi streifen soll. 40 Wohnhäuser liegen im 200-Meter-Umkreis des Masten, der dem Blumenviertel am nächsten kommen soll, sagt Sven Schwardmann.Zu den RWE-Plänen haben Sven Schwardmann und Franz Müller einige Alternativen. Etwas weiter östlich könnte die Trasse über freies Feld an Borken vorbeigeführt werden, ohne dass Anwohner beeinträchtigt werden. Auch die Verlegung der Kabel in der Erde würden sie begrüßen. Auf jeden Fall wollen die Mitglieder der Initiative frühzeitig auf das Thema aufmerksam machen und darauf drängen, dass die Bürger an dem Verfahren beteiligt werden.Julika Gang von der RWE Transportnetz Strom betonte gegenüber der BZ, dass sich die Planungen in einem ganz frühen Stadium befinden. Im Moment werde die Realisierung eines Trassenkorridors geprüft. Dazu sei die RWE auch im Gespräch mit den Gemeinden. Für die Genehmigung seien letztlich die Bezirksregierungen verantwortlich. 130 Kilometer soll die neue Leitung auf dem Gebiet der RWE lang sein. Nach Norden und Süden werde sie von anderen Konzernen fortgeführt. Nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2015 soll in den 380kV-Leitungen Strom von den Windkraftanlagen in Norddeutschland in Richtung Süddeutschland fließen. Erdverkabelungen seien "wegen vieler technischer Nachteile" keine denkbareAlternative, betonte Julika Gang.Stadt-Pressesprecher Bernd Kemper erklärte, dass die Stadt Borken die Forderung der Interessengemeinschaft prinzipiell unterstützt. Nachdem der Planungsausschuss sich im Oktober 2007 mit dem Thema befasst hatte, habe die Verwaltung der Bezirksregierung ihre Bedenken gegen die Hochspannungsleitung mitgeteilt. In dem Schreiben habe sich die Stadt für eine Erdverkabelung ausgesprochen, so Kemper. Sollte dies nicht möglich sein, solle ein Raumordnungsverfahren eingeleitet werden, in das die Bürger einbezogen werden.
 

(Borkener Zeitung, 9.4.2008)

Stadtrat gegen Freileitung
Darin heißt es wörtlich: "Der Rat der Stadt Borken tritt den von der Interessengemeinschaft und der Verwaltung geäußerten Bedenken vollinhaltlich bei und favorisiert ausdrücklich die Verlegung eines Erdkabels." Weiter heißt es in der Entschließung, dass hilfsweise auch eine "möglichst wohnsiedlungsferne Verschiebung" der Trasse in Betracht komme. Der Rat regt an, dem Planfeststellungsverfahren ein Raumordnungsverfahren voran zu stellen. Gegenüber der Landespolitik regt der Rat an, eine vergleichbare gesetzliche Regelung wie im niedersächsischen Erdkabelgesetz zu finden.

Die Resolution geht an Bezirksregierung, Ministerium, die Landtagsabgeordneten aus dem heimischen Raum. Eine Kopie erhält die RWE zur Kenntnis.
 

 Ausgangspunkt ist der Wunsch der Elektrizitätsgesellschaft eine 380-Kilovolt-Freileitung im südöstlichen Stadtgebiet von Borken zu bauen. Dagegen protestieren Anwohner, haben sich zu der Interessengemeinschaft zusammengefunden (die Borkener Zeitung berichtete mehrfach).

VON GREGOR WENZEL

25.4.2008
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„Über Ergebnisse nicht informiert“
 

 
Mit großen Transparenten machen die Bürgerinitiativen an der Stromtrasse Wesel-Diele auf ihr Anliegen aufmerksam, so auch in Borken.
Mit großen Transparenten machen die Bürgerinitiativen an der Stromtrasse Wesel-Diele auf ihr Anliegen aufmerksam, so auch in Borken.
(Foto: BZ)

 

 
Von Gregor Wenzel


Borken. Die Borkener Bürgerinitiative gegen eine 380kv-Freileitung fühlt sich von der Stadt schlecht informiert. Die Bürgerinitiative habe im September vergangenen Jahres Bürgermeister Rolf Lührmann gebeten, in die Abstimmungsgespräche zwischen der Stadt und dem Netzbetreiber Amprion eingebunden zu werden. Eine Reaktion auf ihr Schreiben habe die Bürgerinitiative bis heute nicht erhalten, betätigte gestern Sprecher Sven Schwardtmann. Über Ergebnisse sei sie ebenfalls nicht informiert worden.
 

Die Bürger befürchten Gesundheitsgefahren, wenn der Strom über eine Freileitung transportiert werden sollte. Die Trasse rückt nah an das Gebiet Dülmener Weg/Rosenstraße und den südlichen Teil des Handwerkerviertels heran. Deshalb kämpfen die Mitglieder der Initiative für ein Erdkabel im kompletten Stadtgebiet als Alternative und werden darin vom Stadtrat unterstützt.

Dessen Mitglieder werden am Mittwoch, 7. Juli, ab 17 Uhr über die weiteren Planungen in öffentlicher Sitzung von Amprion-Vertretern über Erdkabelpläne informiert.

Wie Amprion-Pressesprecher Dr. Andreas Preuß auf BZ-Nachfrage mitteilte, plant das Unternehmen derzeit eine Teilerdverkabelung von drei bis vier Kilometern auf dem Borkener Stadtgebiet. Die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren sollen im kommenden Jahr bei den Behörden eingereicht werden. Dabei würden auch Trassenvarianten an A 31 und B 67 geprüft. Dies ist eine weitere Frage der Bürgerinitiative. Aus Sicht des Unternehmens mache aber gerade die Führung entlang der Autobahn keinen Sinn. Die Bürgerinitiative will gerne ihre eigene Sichtweise mit einbringen. In einer Anfrage für die kommende Ratssitzung schreibt sie: „Wird die Verwaltung in Zukunft die Borkener Ortsgruppe in die weiteren Abstimmungen einbeziehen, wenn ja in welcher Form soll dies erfolgen?“
 

Borkener Zeitung, 5.7.2010

 
Amprion prüft Erdkabelleitung
 
 

 
So sieht ein Erdkabel von innen aus.
So sieht ein Erdkabel von innen aus.

 

 
Borken (wen). Dass ein Teil der geplanten 380.000 Volt-Freileitung über Borkener Stadtgebiet als Erdkabel gelegt wird, hat Amprion-Vertreter Oliver Cronau im Stadtrat in Aussicht gestellt. Dies wird von der Bürgerinitiative „Pro Erdkabel“ in Borken gefordert. Allerdings befinde sich die RWE-Tochter noch in der Prüfung, so Cronau. Wichtig für das Unternehmen ist dabei, dass die Bundesnetzagentur höhere Kosten für das Buddeln anerkennt, sie dürfen dann später über die Netznutzungsentgelte in die Stromrechnung mit einfließen. Wirtschaftlich sei eine solche Leitung unter der Erde ab drei Kilometern möglich. Kosten können angerechnet werden, wenn die Strecke bis 200 Meter zu einem Siedlungsrand oder 400 Meter im Außenbereich an Wohngebäuden verläuft.


Die Amprion prüft derzeit, ob ein fünf Kilometer langes Teilstück südlich der B 67 bis einschließlich Gewerbepark Hendrik-de-Wynen unter die Erde gelegt werden kann.
Kopfschmerzen bereitet den Netzplanern das frühere Kasernengelände. Sowohl Technik als auch die Kosten könnten dort noch nicht abgeschätzt werden. Weil Wohnhäuser nicht in der Nähe stehen, befürchtet der Netzbetreiber, auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Ist die Prüfung abgeschlossen, werden zuerst Bundesnetzagentur und Bezirksregierung als Genehmigungsbehörden beteiligt. Danach will die RWE-Tochter die betroffenen Grundstückseigentümer einladen, um ein Meinungsbild zum Vorhaben zu erhalten. Ab dem ersten Quartal 2011 könnte die Öffentlichkeit beteiligt werden. Im zweiten Quartal des kommenden Jahres soll dann das so genannte Planfeststellungsverfahren beantragt werden. Wird dieses positiv beschieden, ist das Projekt baureif.

Saniert werden muss auf Borkener Stadtgebiet auch die bereits bestehende 110.000-Volt-Freileitung. Die Erneuerung ist bislang wegen der Pläne für die 380.000-Volt-Leitung zurückgestellt worden, berichtete Bernhard Treutler von der RWE WWE Netzservice GmbH. Zwar sind auch für diese Leitung Kabelvarianten unter der Erde denkbar. Aber die höheren Kosten können nicht komplett auf die Netznutzungsentgelte umgelegt werden. Eine Entscheidung, wie die Leitung erneuert wird, hängt eng mit der weiteren Planung für die 380.000-Volt-Leitung zusammen.
 


Borkener Zeitung, 9.7.2010

 

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