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Leitung mit mehr Power
Gescher. Mit „elektrisierenden“ Nachrichten befasst sich heute der Umweltausschuss. Konkret geht es um die Hochspannungsleitung der RWE im westlichen Stadtgebiet, die in den nächsten Jahren durch eine leistungsfähigere Freileitung ersetzt werden soll. Betroffen sind einige Höfe in Estern, das Gewerbegebiet „Stadtlohner Straße“ und die Anwohner am Mühlenweg. Auf Antrag der SPD gibt die Verwaltung heute zu diesem Thema einen Sachstandsbericht. Laut Vorlage wollen der Kreis Borken und die betroffenen Städte gemeinsam auf die RWE-Energy AG zugehen, um ihre Anliegen darzulegen. Ein Punkt ist dabei die mögliche Erdverkabelung.

Die jetzige 220-kV-Hochspannungsleitung Wesel-Ibbenbüren ist sanierungsbedürftig und nach RWE-Angaben an die Grenzen der Übertragungsfähigkeit angekommen. Der Energiekonzern plant deshalb, die alte Leitung in den nächsten Jahren in einem Teilabschnitt abzurüsten und durch eine leistungsfähigere 380-kV-Hochspannungsleitung zu ersetzen. Dafür soll überwiegend die vorhandene Leitungstrasse genutzt werden. „Aus Gründen des Umweltschutzes sowie zur Schonung von Wohnbebauung“ könnten aber einzelne Trassenabschnitte optimiert werden, heißt es.

Bereits im Vorfeld hat die Stadt Gescher Bedenken angemeldet und auf die Nähe der Leitung zum Wohnen hingewiesen. Hier sei die Notwendigkeit von ausreichenden Schutzabständen zu prüfen. Dennoch will die Bezirksregierung kein Raumordnungsverfahren durchführen, sondern „örtliche Nutzungskonflikte“ nur in einem Planfeststellungsverfahren prüfen. „In Raesfeld hat sich bereits eine Bürgerinitiative gegen diese Entscheidung der Bezirksregierung gebildet“, heißt es hierzu in der Sitzungsvorlage der Verwaltung.

Die Stadt Gescher will verschiedene Aspekte in die für kommenden Freitag geplante Erörterung mit RWE und das weitere Verfahren einbringen. Demnach sei zu prüfen, ob eine generelle Verlegung der Leitungstrasse in den Bereich A 31/B 67n denkbar sei. Alternativ seien die Vor- und Nachteile einer (technisch möglichen) Erdverkabelung und aktuelle Erkenntnisse über elektromagnetische Auswirkungen darzulegen. Konkret hinterfragt die Stadt Gescher die Folgen einer aufgerüsteten Leitung für vorhandene Wohneinheiten, geplante Baugebiete, ein Wochenendhausgebiet und ein Vorranggebiet für Windkraftanlagen in Estern.

Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauernschaften und Umwelt heute ab 18 Uhr im Rathaus Gescher
Borkener Zeitung, 3.6.2005

 

Umweltausschuss besorgt über RWE-Pläne für Leitung
 
-js- Gescher. „Wir möchten zu einem Ergebnis kommen, das die Sorgen der Bürger berücksichtigt“, sagte Bürgermeister Heiner Theßeling am Mittwoch im Umweltausschuss. Gemeint waren die Pläne der RWE für den Neubau einer 380-kV-Hochspannungsleitung, die die vorhandene 220-kV-Leitung ersetzen soll. Heute findet ein Gespräch der betroffenen Kommunen beim Landrat in Borken statt, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Wie berichtet, soll die sanierungsbedürftige Alt-Leitung in den nächsten Jahren abgerüstet und auf der vorhandenen Trasse durch eine leistungsfähigere Freileitung ersetzt werden. In Gescher ist das westliche Stadtgebiet betroffen – die Leitung führt an Bauernhöfen in Estern vorbei, durch das Gewerbegebiet „Stadtlohner Straße“ und in einem Abstand von rund 150 Metern auch an der Wohnbebauung Mühlenweg.
 

Dass die Bezirksregierung für den geplanten Ersatzneubau der Leitung kein Raumordnungsverfahren einleiten möchte, verwunderte die Ausschussmitglieder. Seit dem Bau der vorhandenen Leitung hätten sich die Bestimmungen doch erheblich geändert, meinte Levert Rost (FDP). Seiner Meinung nach müsse das Verfahren von Grund auf neu aufgerollt werden. Dr. Klaus Schäfer (Grüne) verwies auf die Nähe zur Wohnbebauung am Mühlenweg und die direkte Führung der Stromleitung über die TSG-Tennisplätze. Zumindest in diesem Bereich sollte eine Verlegung in die Erde angestrebt werden, meinte er. Bürgermeister Theßeling verwies darauf, dass die Leitung auch unmittelbar an Höfen in Estern vorbei führe. Außerdem sei ausgewiesenes „Bauerwartungsland“ der Stadt Gescher tangiert.

Lob gab es im Ausschuss für den ausführlichen Sachstandsbericht der Verwaltung. Hier ist auch dargelegt worden, welche Punkte Gescher in der Erörterung mit den RWE ansprechen will. So soll der Konzern darlegen, ob eine Verlegung der Leitungstrasse in den Bereich A 31/B 67n denkbar ist, welche Vor- und Nachteile eine Erdverkabelung hätte und wie die Erkenntnisse über elektromagnetische Auswirkungen sind.

Borkener Zeitung, 5.6.2008

 

Widerstand gegen starke Stromleitung


Gescher. Die 220 000-Volt-Hochspannungsleitung vom Niederrhein nach Niedersachsen soll bis 2015 durch eine 380 000-Volt-Freileitung mit 60 Meter hohen Strommasten ersetzt werden. Davon betroffen ist auch Gescher. Nun regt sich Widerstand gegen diese Pläne der Energieversorger RWE und Eon. Im Kreis Borken haben sich Bürgerinitiativen in Raesfeld, Borken und Legden gebildet. Ihre Kernforderung: „Ab in die Erde“. Die Initiatoren verlangen eine Erdverkabelung für die gesamte Trasse. Um ihr Anliegen zu unterstreichen, werden Unterschriften gesammelt, die NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers demnächst überreicht werden sollen. Auch die Gescheraner können mitmachen – Listen liegen ab sofort im Rathaus, bei der Raiffeisen-Genossenschaft und bei Dieker & Voß aus.

Bereits im Frühsommer hatte die Verwaltung den Umweltausschuss darüber informiert, dass die die Alt-Leitung abgerüstet und auf der vorhandenen Trasse durch eine leistungsfähigere Freileitung ersetzt werden soll. Betroffen sind in Gescher das nordwestliche Stadtgebiet mit den Bauerschaften Estern, Harwick und Büren und das Industriegebiet Nord. RWE hatte angekündigt, sich mit allen betroffenen Kommunen in Verbindung setzen zu wollen. „Wir warten darauf“, sagte Bürgermeister Heiner Theßeling hierzu auf Anfrage.

Wie eine Nachfrage bei der RWE Transportnetz Strom in Dortmund ergab, ruhen die Planungen zurzeit. Grund ist das „Energieleitungsausbaugesetz“, das in Berlin beraten wird. „Wir müssen erst die Details dieses Gesetzes auf dem Tisch haben“, erläuterte Pressesprecherin Julika Gang. Der Entwurf sehe auch den Einsatz von Erdkabeln im Rahmen von vier Pilotprojekten vor. Dazu zähle auch die Leitung, die durch den Kreis Borken führe. Der RWE-Teil dieser Stromleitung erstrecke sich vom Niederrhein bis Meppen und sei etwa 130 Kilometer lang. Fest stehe aber auch, dass nicht die komplette Leitung in die Erde verlegt werden könne. Das sei weder technisch noch kostenmäßig machbar, so Frau Gang. Der Bedarf für einen raschen Ausbau des Höchstspannungs-Übertragungsnetzes in Deutschland sei unstreitig.

Die Bürgerinitiativen verweisen darauf, dass die derzeitige Stromtrasse 1928 gebaut wurde. Damals gab es keine Abstandsregelungen und keine Untersuchungen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Elektrosmog und elektromagnetischen Feldern. „Keiner garantiert uns, dass Mensch und Tier in Leitungsnähe nicht krank werden“, so ein besorgter Anlieger aus Gescher.

Die „Raesfelder Initiative 380 kV“ und die „Interessengemeinschaft hochspannungsfreies Wohnumfeld Borken“ sehen in Strommasten und Freileitungen „Techniken von gestern“. Im 21. Jahrhundert müssten wissenschaftliche Erkenntnisse, neue Raumgegebenheiten und innovative Techniken berücksichtigt werden. Sie schlagen einen Leitungsausbau an der A 31 mit Erdverkabelung vor – das sei die beste Maßnahme, um die Stromversorgung langfristig menschen- und umweltverträglich zu gestalten. Bürger aus Gescher können diese Forderungen durch ihre Unterschriften unterstützen.

Click here to find out more! VON JÜRGEN SCHROER , Dülmener Zeitung, 16.10.2008

Gescher fordert Erdverkabelung

-js- Gescher. Die Stromkonzerne wollen die 220 000 Volt starke Hochspannungsleitung vom Niederrhein nach Niedersachsen durch eine 380 000-Volt-Freileitung ersetzen. Dagegen gibt es aus Gescher ein klares „Nein“: Einstimmig hat die Stadtvertretung am Mittwoch eine Resolution beschlossen, mit der für die geplante Trasse eine Erdverkabelung gefordert wird. Diese Resolution soll von der Stadtverwaltung an die Mandatsträger und zuständigen Gremien in Kreis, Land und Bund weitergeleitet werden.


Wie schon in anderen betroffenen Kommunen hat sich in Gescher Widerstand gegen die Pläne der RWE formiert. Der Resolutionstext ist von der „Gescher Initiative 380 kV“, vertreten durch das Ehepaar Trepmann in Büren, vorgelegt worden. Darin wird zum einen die Erdverkabelung für die geplante Stromtrasse gefordert. Gegenüber Freileitungen hätten Erdverkabelungen „entscheidende Vorteile“, heißt es. Verwiesen wird auf den geringeren Flächen- und Materialverbrauch, erhebliche Energieeinsparungen wegen geringerer Transportverluste, kein Elektro-smog und eine geringere Störanfälligkeit. Beeinträchtigungen von Wohnumfeld, Naherholung und Tourismus durch Riesenmasten und Leitungsgeräusche ließen sich so vermeiden. Unter Einbeziehung aller Faktoren sei eine Erdverkabelung nicht teurer als eine Freileitung.

Von der Bundesregierung fordert die Resolution eine Änderung des Entwurfes zum so genannten Energieleitungsausbaugesetz. Analog zu den in Niedersachsen geltenden Regelungen solle eine Erdverkabelung Pflicht sein, wenn bestimmte Mindestabstände zu Wohnsiedlungen und Einzelhäusern unterschritten würden. Außerdem wird der Gesetzgeber aufgefordert, von einer Verkürzung des Rechtsweges auf das Bundesverwaltungsgericht als erste und letzte Instanz abzusehen.

Im Rat herrschte Einigkeit: Was in Niedersachsen gelte, müsse auch in Nordrhein-Westfalen möglich sein. Werner Bönning (UWG): „Hochspannungsleitungen gehören einfach in die Erde.“ 

Westfälische Nachrichten, 27.11.2008

 

 

 

380-kV-Leitung: Stadt drängt auf Verkabelung
 
-js- Gescher. Noch besteht Hoffnung, dass die geplante 380-kV-Stromleitung auf einem Teilstück in Gescher verkabelt wird. Wie Bürgermeister Hubert Effkemann am Mittwoch im Hauptausschuss mitteilte, habe jüngst ein Gespräch im Borkener Kreishaus stattgefunden. Dort habe die Stadt Gescher dargelegt, dass die geringen Abstände der geplanten Freileitung zu vorhandenen und geplanten Wohnbereichen problematisch sei. Das betreffe das westliche und nordwestliche Stadtgebiet. Wie Effkemann informierte, habe die RWE-Tochter Amprion GmbH, die bekanntlich für den Leitungsausbau verantwortlich ist, die Hinweise aufgenommen. Anfang März werden Vertreter von Amprion zu einem Gespräch im hiesigen Rathaus erwartet. Hier sollen Alternativen zur bisherigen Planung erörtert werden. Wie berichtet, ist eine Erdverkabelung bislang nur auf Teilabschnitten in Borken, Legden und Raesfeld vorgesehen.
 

BBV, 11.10.2010

Leitung oder Kabel
 
Gescher. Die CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Röring und Jens Spahn laden am Dienstag (28. 4.) zu einer Info-Veranstaltung zum Thema „Erdverkabelung“ ein. Beginn ist um 20 Uhr im Hotel Tenbrock. Hier werden unter der Moderation von Raimund Stroick (Radio WMW) Vertreter der Bundesnetzagentur, des Energieversorgers RWE, der Bürgerinitiative „Pro Erdkabel NRW“ und der Bürgermeister der vom Ausbau betroffenen Kommune Legden über Grundlagen, Perspektiven und Möglichkeiten des Energieleitungsausbaus im Münsterland informieren und diskutieren. Hintergrund ist der geplante Bau der Höchstspannungsleitung Diele-Wesel mit der Erdverkabelung als Alternative. Bürger erhalten Informationen aus erster Hand und können mit den Experten darüber diskutieren, was in Fragen der Erdverkabelung der Trasse Diele-Wesel aus ökonomischer und ökologischer Sicht realistisch erscheint und für die Region das beste Modell darstellen könnte, so die Bundestagsabgeordneten. Anmeldung bis Freitag (24. 4.) per E-Mail unter post@cdu-kreis-borken.de oder Fax 02861-980 80 70.


Borkener Zeitung, 22.4.2009

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