Kreis Steinfurt Presse

Bürgermeister sollen Druck machen
 
 

 
Vertreter der Metelener Bürgerinitiative „Pro Erdverkabelung“ trafen sich am Montagabend in Borken mit anderen Gegnern der neuen Hochspannungsfreileitung.
Vertreter der Metelener Bürgerinitiative „Pro Erdverkabelung“ trafen sich am Montagabend in Borken mit anderen Gegnern der neuen Hochspannungsfreileitung.
(Foto: Andresen)

 

 
-and- Metelen/Borken. Jetzt sind die Bürgermeister gefordert. Im Wahljahr sollen sie politischen Druck ausüben, damit Strom per Kabel im Erdboden versinkt statt über Hochleitungsmasten transportiert zu werden. Dies ist eine Forderung von sieben Bürgerinitiativen (BI) aus dem westlichen Münsterland nach einem Gespräch am Montagabend in Borken. Auch in Metelen hat sich gegen die geplante neue Trasse bereits Widerstand formiert (wir berichteten). Deshalb machten sich auch die Vertreter der Bürgerinitiative aus Metelen auf den Weg nach Borken.

Die Bürgerbewegung wendet sich gegen den Überland-Neubau einer bestehenden Freiluftleitung von Wesel nach Diele (Niedersachsen). Die Rheinisch Westfälischen Elektrizitätswerke (RWE) wollen diese mit neuen Masten von 220 000 auf 380 000 Volt (380 kV) ausbauen. Die Bürgerinitiativen, die sich innerhalb eines Jahres formiert haben, haben nach eigenen Angaben bereits mehr als 7000 Unterschriften gesammelt. 10 000 sollen es werden, die dann NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) überreicht werden sollen.
 
Die Bürger wenden sich gegen die Hochspannungsfreileitung, weil sie unter anderem die Zunahme von Elektrosmog und damit gesundheitliche Probleme oder Beeinträchtigungen des Wohnumfeldes befürchten. Dies hat der Rat der Gemeinde Raesfeld in einer Resolution festgehaltn. Fünf Gemeinden aus dem Kreis Borken hätten die Resolutionen verabschiedet, teilten Gaby Bischop (Raesfeld), Sven Schwardmann (Borken) und Andreas Völker (Legden) als Vertreter der Bürgerinitiativen bei dem Treffen mit. Weitere Initiativen sind in Gescher, Schöppingen, Metelen und Steinfurt aktiv.

Die geplante Leitung führt von Wesel nach Diele in der Nähe von Rhede an der Ems in Niedersachsen. Und weil parallel dazu die A 31 verläuft, fordern die Bürgervertreter die Verlegung eines Erdkabels entlang dieser Trasse. Gaby Bischop: „Das ist durchaus machbar, kostet nicht mehr als eine Aufstockung der Freileitungen und wäre die beste Lösung.“ Die Metelener erfuhren, dass in Niedersachsen Erdverkabelungen bereits Pflicht sind, und Diele Strom unterirdisch aus dem 70 Kilometer entfernten Emden erhalte. Bischop: „Es geht doch. Warum nicht bei uns?“

Hoffnungen setzen die Bürger in ein geplantes Energieleistungsausbaugesetz, das die Erdverkabelung zur Pflicht machen soll. Das Kürzel „HGÜ“ lasse zudem aufhorchen: Geplant seien offenbar zwei Pilotprojekte nach einem erdverkabelten Verfahren namens Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ).

Mit dem Betreiber RWE sei übrigens derzeit kein Gespräch zu führen, so die Sprecher der Initiative. Bei einem Treffen mit dem Kreis Borken hätten RWE-Vertreter im Herbst vorigen Jahres Gesprächsbereitschaft signalisiert. Seitdem herrsche aber Funkstille, so Bischop.
 

Borkener Zeitung, 25.3.2009

Nach oben