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Aufgelesen
Masten tragen Blei-Kleid
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| am 24. Juni 2008 20:21 Uhr |
| Legden Die unsichtbare Bedrohung schwebt 30 Meter über ihren Köpfen - dachten die Anwohner der Höchstspannungsleitung über der Siedlung Waldkrone bislang. An ihrer Angst vorm krank machenden Elektrosmog hat sich nichts geändert. Jetzt ist aber eine neue Sorge dazu gekommen: Auch im Boden unter den Strommasten könnte eine Gefahr lauern - Blei. |
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"Von den bundesweit 20 000 RWE-Höchstspannungsmasten tragen 10 000 einen mehr oder weniger bleihaltigen Anstrich", stellt Marian Rappl , Sprecher der RWE-Gesellschaft Transportnetz Strom GmbH in Dortmund fest. Bis 1960 seien in Deutschland bei allen Stahlkonstruktionen - ob Strommast oder Eisenbahnbrücke - diese Rostschutzanstriche verwendet worden, so Rappl: "Nicht nur von uns", wie er betont. Auch heute sei Blei-Menninge noch im Großhandel erhältlich. "Wir haben es seit 1960 aber immer weniger und seit 1993 gar nicht mehr eingesetzt", ergänzt der RWE-Sprecher. Fest stehe: Alle Masten, die älter als 48 Jahre sind, haben den bleihaltigen Anstrich erhalten.
BI-Sprecher empört
Auch die rund 80 Jahre alten Masten, die an dem Blumenfeld des Dahliendorfes Legden und einem Spiel- und Bolzplatz vorbei quer durch das Wohngebiet verlaufen. Ob sie aber auch zu den bundesweit 20 älteren Masten auf Privatgrundstücken oder in Kleingartenanlagen gehören, die die RWE selbst als potenziell kritisch bezeichnet, ist noch offen. "Wir veröffentlichen nicht die Standorte, weil wir erst mit den Eigentümern sprechen wollen", so Rappl. Mit deren Einverständnis wolle das Unternehmen die Schwermetallwerte im Boden messen. Wenn sich tatsächlich erhöhte Werte ergäben, könnten die Flächen unzugänglich gemacht oder die Boden ausgetauscht werden. Von einer akuten gesundheitlichen Gefährdung will Rappl aber in keinem Fall sprechen. NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg ist mit diesem Vorgehen, das das Unternehmen mit ihm abgesprochen hat, zufrieden - Andreas Völker nicht.
Der direkte Nachbar der Legdener 220-KV-Leitung und Sprecher der Bürgerinitiative gegen einen Ausbau zur 380-KV-Leitung bis zum Jahr 2015 kann nicht verstehen, dass die RWE noch weitere Bodenanalysen abwartet: "Wenn man weiß, dass eine eventuelle Gefährdung möglich ist und Alternativen da sind, muss gehandelt werden", steht für ihn fest.
Die sicherere Alternative sei auch in diesem Fall die Verlegung der Nord-Süd-Stromleitung unter die Erde.
Der nächste Strommast ist vom Planschbecken in Völkers Garten gerade einmal einen Steinwurf entfernt. Das Wasser darin stammt aus dem Hausbrunnen. "Genauso wie wir nutzen viele noch einen Brunnen", berichtet der Legdener. Wenn sich, wie die RWE selbst einräumten, Blei im Boden befände, dann sei es wahrscheinlich, dass es auch ins Grundwasser gelangt sei - "und in unsere Nahrungskette", ergänzt er und zeigt auf die Gemüsegärten der Nachbarn. sy-
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Gegner der geplanten 380-KV-Leitung fühlen sich bestätigt: Strom gehört in die Erde! Denn durch den Rostschutz älterer Strommasten ist Blei in den Boden gelangt. Bewohner einer Legdener Siedlung machen sich nun Sorgen.
LEGDEN Im Kreis Borken hat es die RWE derzeit nicht leicht. Inzwischen wehren sich drei Bürgerinitiativen geräuschvoll gegen die 380000-Volt-Leitung, die von Wesel nach Meppen führen soll. Nun gibt es neuen Grund für Empörung: An Hochspannungsstrommasten der RWE Transportnetz Strom GmbH wurden Bleibelastungen im Boden festgestellt (das BBV berichtete gestern). Betroffen könnten auch die Bewohner der Legdener Siedlung „Waldkrone“ sein. Die unsichtbare Bedrohung, so dachten sie bisher, schwebe 30 Meter über ihren Köpfen. An ihrer Angst vor Elektrosmog, der krank macht, hat sich nichts geändert. Doch nun fürchten sie, dass auch im Boden unter den Masten Gefahr lauert.
„Von den bundesweit 20000 RWE-Höchstspannungsmasten tragen 10000 einen mehr oder weniger bleihaltigen Anstrich“, sagt Marian Rappl, Sprecher der RWE Transportnetz in Dortmund. Bis 1960 seien in Deutschland bei allen Stahlkonstruktionen – ob Strommast oder Eisenbahnbrücke – diese Rostschutzanstriche verwendet worden – und „nicht nur von uns“, fügt Rappl hinzu. Auch heute könne man Blei-Menninge noch im Großhandel kaufen. Dennoch beschwichtigt er: „Wir haben es seit 1960 aber immer weniger und seit 1993 gar nicht mehr eingesetzt.“ Fest steht allerdings: Alle Masten, die älter als 48 Jahre sind, haben den bleihaltigen Anstrich erhalten.
Dazu gehören auch die rund 80 Jahre alten Masten, die am Blumenfeld des Dahliendorfes Legden und einem Spiel- und Bolzplatz vorbei quer durch das Wohngebiet verlaufen. Ob sie aber auch zu den bundesweit 20 älteren Masten auf Privatgrundstücken oder in Kleingartenanlagen gehören, die die RWE selbst potenziell kritisch nennt, ist noch offen. „Wir veröffentlichen nicht die Standorte, weil wir erst mit den Eigentümern sprechen wollen“, erklärt Rappl. Mit deren Einverständnis wolle das Unternehmen die Schwermetallwerte im Boden messen. Wenn sich tatsächlich erhöhte Werte ergäben, könnten die Flächen unzugänglich gemacht oder die Böden ausgetauscht werden. Von einer akuten Gesundheitsgefährdung will Rappl aber in keinem Fall sprechen.
Landesumweltminister Eckhard Uhlenberg ist damit zufrieden – Andreas Völker nicht. Er wohnt unmittelbar an der Legdener 220-Kilovolt-Leitung und ist Sprecher der örtlichen Bürgerinitiative gegen den Ausbau zur 380-Kilovolt-Leitung. Völker versteht nicht, dass die RWE noch weitere Bodenanalysen abwartet: „Wenn man weiß, dass eine eventuelle Gefährdung möglich ist und Alternativen da sind, muss gehandelt werden!“ Die sicherere Alternative ist für ihn auch in diesem Fall die Verlegung der Nord-Süd-Stromleitung unter die Erde. Der nächste Strommast ist vom Planschbecken in Völkers Garten nur wenige Meter entfernt. Das Wasser darin stammt aus dem Hausbrunnen. „Genauso wie wir nutzen viele noch einen Brunnen“, sagt der Legdener. Wenn sich Blei im Boden befinde, wie die RWE selbst einräume, sei es wahrscheinlich auch ins Grundwasser gelangt – „und in unsere Nahrungskette“, sagt Völker und zeigt auf die Gemüsegärten der Nachbarn.
BBV Net, 25.6.2008
| Legdener Protest zieht Kreise |
| Münsterlandzeitung, 26. September 2008 |
| Legden Der Widerstand gegen eine 380-KV-Höchstspannungsleitung quer durch das Wohngebiet Waldkrone wächst - genauso wie die Hoffnung der besorgten Anlieger, die umstrittene Leitung doch unter die Erde zu bekommen. |
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"Jetzt gilt es, noch einmal möglichst viele Unterschriften zu sammeln", drängt Andreas Völker , Sprecher der Bürgerinitiative "Pro Erdkabel Legden" und selbst Anwohner der 220-KV-Leitung, die der Stromkonzern RWE bis 2015 aufrüsten will. Der gesammelte Protest solle den Bundes- und Landespolitikern als Entscheidungshilfe dienen, die Stromleitung, die im Verdacht steht, krank zu machen, unter die Erde zu legen.
Der bereits auf dem parlamentarischen Weg gebrachte Entwurf des "Gesetzes zur Beschleunigung des Ausbaus der Höchstspannungsnetze" sieht Erdverkabelung in vier Pilotgebieten ausdrücklich vor - und die Trasse Wesel-Diele, die quer durch das Wohngebiet Waldkrone führt, gehört dazu. Allerdings: Von einer durchgängigen Verkabelung ist nicht die Rede. Ob überhaupt im Kreis Borken ein Trassenabschnitt für Erdverkabelung infrage kommt, steht noch in den Sternen.
"Ab in die Erde!"
"Ab in die Erde!", fordern Völker und seine Mitstreiter nicht nur für die Leistungsabschnitte durch die Wohnbebauung, sondern für die gesamte Strecke - nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern der gesamten Umwelt zuliebe: "Am besten, die RWE verlegt die ganze Trasse und führt sie entlang der A 31."
Legdener sind nicht die einzigen Absender von Protestnoten an die RWE Transportnetz GmbH in Dortmund: Inzwischen haben sich die drei Bürgerinitiativen des Kreises Borken - die Raesfelder Initiative 380 KV, die Interessengemeinschaft hochspannungsfreies Wohnumfeld Borken und die Legdener Initiative - vernetzt. Auch Hochspannungsgegner aus Gescher und Ramsdorf sammeln Unterschriften. Dass sie den Ausbau an sich nicht stoppen können, ist allen klar - spätestens seit dem Gesetzesentwurf zum Netzausbau. Ihnen geht es nicht um das "Ob", sondern um das "Wie": Eine Freileitung mit 60 Meter hohen Masten, wie von der RWE geplant, sei nicht nur veraltete, sondern auch gefährliche Technik.
Viele Gründe
Das Erdkabel, die teurere Alternative zur Freileitung, habe viele Vorteile, betonen die Bürgerinitiativen in einer gemeinsamen Erklärung: geringerer Flächenverbrauch, erhebliche Energieeinsparungen, keine Beeinträchtigung des Wohnumfeldes durch die Riesenmasten und Verminderung von Elektrosmog und damit von den gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Anwohner. Außerdem könnte sich der Ersatz der Leitungen durch Kabel auch zu einem Exportschlager entwickeln. sy-
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| Infoabend in Raesfeld |
| Münsterlandzeitung, 26. September 2008 19:56 Uhr |
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Legden/Raesfeld Eine öffentliche Diskussion zum Thema findet am Donnerstag, 2. Oktober, um 19.30 Uhr, in Raesfeld (Saal Epping) statt. Vertreter der RWE, der Bezirksregierung, der Wirtschaft, der Politik und der Bürgerinitiativen sprechen.
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Aus den Augen, aus den Sinnen
REGIONALES (sy) Der Widerstand gegen eine Höchstspannungsleitung mit 380 Kilovolt (kV) quer durch das Legdener Wohngebiet Waldkrone wächst – genauso wie die Hoffnung der besorgten Anwohner, die umstrittene Leitung doch noch unter die Erde zu bekommen. „Jetzt gilt es, noch einmal möglichst viele Unterschriften zu sammeln“, drängt Andreas Völker, Sprecher der Bürgerinitiative „Pro Erdkabel Legden“. Er ist Anwohner der bisherigen 220-kV-Leitung, die der Stromkonzern RWE bis 2015 aufrüsten will; dahinter steht die verstärkte Stromproduktion vor der Küste, die ins Netz eingespeist werden muss (das BBV berichtete). Der gesammelte Protest dagegen soll Bundes- und Landespolitikern als Entscheidungshilfe dienen.
Im Entwurf sieht das „Gesetz zur Beschleunigung des Ausbaus der Höchstspannungsnetze“ Erdverkabelung in vier Pilotgebieten ausdrücklich vor; und die Trasse Wesel–Meppen, die quer durch das Wohngebiet Waldkrone führt, gehört dazu. Doch von einer durchgängigen Verkabelung ist keine Rede. Ob im Kreis Borken überhaupt ein Trassenabschnitt für Erdverkabelung in Frage kommt, steht in den Sternen. „Ab in die Erde!“, fordern Völker und seine Mitstreiter für den gesamten Abschnitt – nicht nur zugunsten der eigenen Gesundheit, sondern der gesamten Umwelt: „Am besten, die RWE verlegt die ganze Trasse und führt sie entlang der A31.“
Protestnoten an die RWE Transportnetz GmbH in Dortmund kommen nicht nur aus Legden. Im Kreis gibt es mittlerweile drei Bürgerinitiativen, die sich untereinander austauschen. Zur Legdener Gemeinschaft kommen die „Raesfelder Initiative 380 KV“ und die „Interessengemeinschaft hochspannungsfreies Wohnumfeld Borken“. Auch Hochspannungsgegner aus Gescher und Ramsdorf sammeln derzeit Unterschriften. Dass sie den Ausbau nicht stoppen können, ist allen klar – spätestens seit dem Gesetzesentwurf zum Netzausbau. Ihnen geht es nach eigenem Bekunden nicht um das „Ob“, sondern um das „Wie“: Eine Freileitung mit 60 Meter hohen Masten, wie von der RWE geplant, sei nicht nur eine veraltete Technik, sondern auch gefährlich.
Das Erdkabel als teurere Alternative zur Freileitung habe viele Vorteile, betonen die Bürgerinitiativen in einer gemeinsamen Erklärung: geringeren Flächenverbrauch, weniger Energieverbrauch und Wohnsiedlungen, denen Riesenmasten erspart blieben und für die der Elektrosmog sogar vermindert werde. Die Umweltschützer deuten auch auf einen wirtschaftlichen Aspekt: Der Austausch der Leitungen durch Kabel könne sich zu einem Exportschlager entwickeln. Das Bundeskabinett hat Mitte Juni den erforderlichen Gesetzesentwurf beschlossen; der Bundesrat hat ihn vor eineinhalb Wochen mehrheitlich unterstützt.
Die drei Bürgerinitiativen laden für den morgigen Donnerstag zu einer Podiumsdiskussion nach Raesfeld. Die dreht sich ab 19.30 Uhr im Saal des „Hauses Epping“ um das Thema „Menschen- und umweltverträglicher Stromtransport“. Dabei sind Experten für Umwelt, Verwaltung und Recht.
BBV Net, 2.10.2008
| Rüttgers für Erdkabel gewinnen |
| Münsterlandzeitung, 14. Oktober 2008 |
| Legden Die "Bürgerinitiative 380 kV Raesfeld" hat bereits über 1000 Unterschriften für eine Verlegung der Höchstspannungsleitung unter die Erde gesammelt. "Wir haben zwar noch nicht ganz so viele, hoffen aber auch noch dahin zu kommen", sagt Andreas Völker, Sprecher der Legdener Initiative "Pro Erdkabel". |
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Die Hochspannungsmasten sollen bis 2015 nach dem Wunsch der RWE weiter in den Himmel wachsen. Lüttich-Gür
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"Noch in diesem Jahr wollen wir Ministerpräsident Jürgen Rüttgers unsere Unterschriftenliste überreichen", so Andreas Völker (Foto) - am besten noch mit einer zusätzlichen Erklärung der Bürgermeister der Kommunen, durch die die Trasse führt. Denn nur wenn der Protest möglichst groß sei, so die gemeinsame Überzeugung der Freileitungsgegner aus dem Kreis Borken, lasse sich verhindern, dass die RWE ihren Plan in die Tat umsetze und die bestehende 220-Kilovolt-Leitung bis 2015 über ihren Köpfen aufrüste.
Dass grundsätzlich wohl kein Weg vorbei führe an der Verstärkung des Stromnetzes zwischen Diele und Wesel, ist ihnen dabei klar. Der zu erwartende Zuwachs an Einspeisungen aus Windenergieanlagen in Norddeutschland mache das notwendig. Wenn die Leitungen aber schon wachsen müssten, dann aber nicht 60 Meter hoch über ihnen, sondern unter der Erde, fordern die Bürger. Das sei allemal sicherer.
Auf niedersächsischer Seite ist das bereits beschlossene Sache. Dort wird bei der Wohnbebauung ein Abstand von mindestens 400 Metern eingehalten und im Außenbereich von 200 Metern. "Dass das dort möglich ist und bei uns in NRW nicht, kann doch nicht sein", so Völker. Schließlich seien hier wie dort CDU-Politiker in der Regierungsverantwortung. Das gemeinsame Ziel der Bürgerinitiatven lautet: Erdverkabelung auf der gesamten Nord-Südstrecke. Dass das deutlich teurer ist als der umweltverträglichere und Ortsbild schonendere Freileitungsausbau, wie die RWE argumentiert, lässt Völker nicht gelten: "Die Investition liegt um das 1,8- bis 2,1-Fache über der beim durch die herkömmliche Erweiterung", berichtet er. Mittel- und langfristig rentierten sich diese anfänglichen Mehrkosten aber hinsichtlich der geringeren Wartungskosten bei einem Erdkabel. "Gerade angesichts der Klimaschwankungen - Stichwort: Schneechaos."
Anfang Oktober waren die Legdener Erdkabel-Befürworter zu einem Informationsabend zu den Kollegen nach Raesfeld gereist. Am 27. Oktober findet umgekehrt ein Arbeitstreffen in Legden statt.
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| Gemeinsam für Erdkabel stimmen |
| Münsterlandzeitung, 31. Oktober 2008 |
| Legden "Ab in die Erde!" Mit dieser Forderung, die Hochspannungsleitung nicht über ihren Köpfen, sondern unter ihren Füßen auszubauen, steht die Legdener Bürgerinitiative "Pro Erdkabel" nicht alleine da. Unterstützung erhält sie von Initiativen aus Raesfeld, Borken und Gescher, von Hunderten von Bürgern, die sich in Unterschriftenlisten eingetragen haben - und, wie die BI hofft, auch von den betroffenen Gemeinderäten. |
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Am Montag, 3. November, steht die Abstimmung über die von den Bürgerinitiativen der Region einvernehmlich formulierten Resolutionstext in Legden auf der Tagesordnung der Ratssitzung.
Die Forderung nach einer Erdverkabelung der 380-KV-Stromtrasse Wesel-Diele ist nur die erste Forderung. Darüber hinaus gehe es auch darum, "den Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Beschleunigung des Ausbaus der Höchstspannungsnetze zu verändern", erklärt der Legdener BI-Vorsitzende Andreas Völker. Analog zum Nachbarland Niedersachsen solle auch in NRW die Verpflichtung zur Erdverkabelung verbindlich werden, wenn die Trasse im Abstand von 400 Metern zu Wohnsiedlungen und 200 Metern zu Einzelhäusern verläuft. "Zur Wahrung der Bürgerrechte und der Rechte der Städte und Gemeinden" solle zudem von einer bislang noch vorgesehenen Verkürzung des Rechtsweges auf das Bundesverwaltungsgericht als erste und letzte Instanz abgesehen werden. Schließlich gelte es festzulegen, dass "zum Schutz von Menschen, Landschaft und Umwelt" Erdkabel vorrangig eingesetzt werden sollten.
"Nach der Abstimmung in den Räten wollen wir diese Resolution fraktionsübergreifend an die Kreis-, Landtags- und Bundestagsabgeordneten der Region weiterleiten", so Völker. Noch in diesem Jahr sei ein persönlicher Gesprächstermin mit Ministerpräsident Rüttgers geplant. "Hier geht es nicht um parteipolitische Interessen, sondern um ein möglichst einheitliches Meinungsbild der betroffenen Städte und Gemeinden", ergänzt Völker.
Bei der CDU-Fraktion ist die Forderung nach Erdverkabelung bereits auf offene Ohren gestoßen. Sie unterstützt die Forderung der Anwohner insbesondere der Waldkrone - eine Siedlung direkt unter der bestehenden Hochspannungsleitung - nach Erdkabel - allerdings in einem eigenen Resolutionsentwurf. sy-
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| "Leitung unter die Erde legen" |
| Münsterlandzeitung, 4. November 2008 21:16 Uhr |
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Legden Applaus in der Ratssitzung: Das erleben die Legdener Kommunalpolitiker auch nicht alle Tage. Allen Fraktionen galt am Montagabend die rhythmische Zustimmung - nach der einstimmigen Unterstützung für die Resolution der Erdkabel-Befürworter.
Auf der Tagesordnung standen gleich zwei Resolutionen - zum einen der Entwurf der Legdener Bürgerinitiative (abgestimmt mit den anderen Bürgerinitiativen gegen einen oberirdischen Ausbau der Hochspannungs- in eine Höchstspannungsleitung), zum anderen der der CDU-Fraktion. Nach einer Sitzungsunterbrechung haben die Christdemokraten ihr Papier, das inhaltlich nicht ganz so weit ging, zurückgezogen: "Wir hatten keine Kenntnis von dem Entwurf der BI", so Berthold Langehaneberg (CDU), "sonst hätten wir gar keine eigene Resolution formuliert". sy-
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| "Pro Kabel" findet mehr Freunde |
| Münsterlandzeitung, 9. Dezember 2008 19:16 Uhr |
| Legden Die Fraktionsvorsitzenden der Parteien im Bundestag, im Land- und im Kreistag haben in diesen Tagen Post bekommen. Absender: die Gemeinde Legden. Der Inhalt ist überall der gleiche: die einstimmig verabschiedete Resolution des Rates für eine eine Erdverkabelung der geplanten Höchstspannungsleitung. |
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Weitere von Strommasten-Gegner nach Berlin, Düsseldorf und Borken werden folgen - von anderen Kommunen der Region, in denen sich ebenfalls der Protest regt.
"Neu dabei sind Metelen und Schöppingen", berichtet Andreas Völker (Foto), Vorsitzender der Legdener Bürgerinitiative "Pro Erdkabel". Anders als in diesen Gemeinden habe sich in Burgsteinfurt zwar noch keine BI gegründet, "aber dort werden jetzt auch Unterschriften gesammelt für die Erdverkabelung". Die Reihe der gegen die Pläne der RWE protestierenden Kommunen der Region ist damit auf acht gewachsen: neben den drei Neuzugängen noch Raesfeld, Gescher, Borken, Velen und Legden.
Ursprünglich wollten die Freileitungs-Kritiker ihre Unterschriftenlisten noch in diesem Jahr Ministerpräsident Jürgen Rüttgers übergeben (Münsterland Zeitung berichtete). Nicht zuletzt, um den "Neuen" im Verbund noch Gelegenheit zu geben, sich zu beteiligen, hätten die BI's jetzt die Frist verlängert bis ins neue Jahr, so Völker. Fest stehe nach wie vor: "Wir überreichen die Unterschriften an Herrn Rüttgers persönlich", betont der Legdener.
Freitag in Düsseldorf
Bereits an diesem Freitag haben Vertreter der Initiativen eine Einladung in den Landtag - aber nicht zum Landesvater, sondern zu seinem Staatssekretär Dr. Jens Baganz vom Wirtschaftsministerium. In einem einstündigen Gespräch wolle er sich über die Sorgen der Anwohner der Hochspannungsleitung und ihre Ängste vor einem Ausbau zur 380-KV-Höchstspannungsleitung informieren lassen. sy-
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Die Bedrohung überm Kopf: Noch trägt dieser Mast eine Hochspannungsleitung, bald soll es nach den Plänen der RWE eine Höchstspannungsleitung sein. Lüttich-Gür
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| Risiko unter die Erde verlegen |
| Münsterlandzeitung, 16. Januar 2009 18:21 Uhr |
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Die Hochspannung soll unter die Erde verlegt werden. Lüttich-Gür
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Legden Die Bürgerinitiative "Pro Erdkabel Legden" will es wissen: Mit möglichst vielen Unterschriften von Legdener Bürgern gegen eine Aufstockung der Hochspannungsleitung zur Höchstspannungsleitung, wie es die RWE planen, und für eine Erdverkabelung möchte sie im Frühjahr nach Düsseldorf zu Ministerpräsident Jürgen Rüttgers fahren.
Vorgespräche in Düsseldorf hätten gezeigt, dass bei den Politikern parteiübergreifend noch viele dicke Bretter zu bohren seien, um auf die Sorgen der Anlieger - in Legden verläuft die Hochspannungsleitung quer durchs Wohngebiet Waldkrone - aufmerksam zu machen. Dass die Forderung nach einer Erdverlegung der Stromkabel, die im Verdacht stehen, krank zu machen, durchaus Substanz hat, zeigt das Nachbarland Niedersachsen. Es hat die Verpflichtung zur Erdverkabelung verbindlich gemacht, wenn die Trasse im Abstand von 400 Metern zu Wohnsiedlungen und 200 Metern zu Einzelhäusern verläuft.
Die Bürgerinitiative steht in Legden mit ihrem Protest nicht alleine da. Der Rat hat sich ihm bereits angeschlossen und eine Resolution an alle Volksvertreter der Region im Kreistag, Landtag und Bundestag verschickt. sy-
Wer den Protest der Bürgerintiative mit seiner Unterschrift unterstützen möchte, hat dazu heute Gelegenheit. Die BI sammelt ab 8 Uhr an den Supermärkten an der Friedrich-Castelle-Straße und am Fliegenmarkt Unterschriften.
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| Protest: Basis wird breiter |
| Münsterlandzeitung, 19. Januar 2009 17:46 Uhr |
| Legden Die Bürgerinitia tive "Pro Erdkabel" macht Nägel mit Köpfen: Rund 700 weitere Unterschriften von Bürgern gegen die von der RWE geplante Höchstspannungsleitung hat sie am Samstag vor den Legdener Lebensmittelmärkten an der Friedrich-Castelle-Straße und am Fliegenmarkt gesammelt, freut sich Andreas Völker. |
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Überwiegend positive Resonanz hat die Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative "Pro Erdkabel Legden" vor den Lebensmittelmärkten im Ort gefunden, links im Bild Andreas Völker von der BI. Heisterborg
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Zusammen mit seinen Mitstreitern Clemens Evering, Thomas Schmeddes, Josef Bussmann, Franz-Josef Liebermann und Hermann Elsbernd hat er am Samstag von 8 bis 14 Uhr vor den Geschäften gestanden und auf das Anliegen der Initiative aufmerksam gemacht.
"Total überrascht"
Und das mit Erfolg, wie Völker berichtet: "Wir haben die Leute gezielt angesprochen und waren total überrascht, wie gut das funktioniert hat." Viele der Passanten seien über das Thema bereits im Bilde gewesen und die Resonanz daher fast durchweg positiv ausgefallen. Einigen wenigen Kritikern, die auf die höheren Kosten der Erdverkabelung hingewiesen hätten, habe man mit Hinweisen auf die nahezu kostenneutrale Hochspannungs-Gleichstrom-Technik (HGÜ), die bereits vor Borkum Anwendung finde, begegnen können. Ansonsten aber hätte sich die überwiegende Mehrzahl der Angesprochenen hinter die Bürgerinitiative gestellt.
So kamen vor dem Edeka-Markt in Legden 496 Unterschriften zusammen, vor aldi weitere 164. Damit ist die Gesamtzahl der allein im Dahliendorf geleisteten Protest-Unterschriften auf deutlich über 1600 gestiegen. Zentral gesammelt werden sie demnächst mit denen aus weiteren Orten, um im Februar/März in Düsseldorf möglichst direkt an Ministerpräsident Jürgen Rüttgers oder die zuständige Landesministerin Christa Thoben übergeben zu werden, so Völker.
Bis zum 31. Januar
Die Unterschriftenaktion indes läuft noch bis zum 31. Januar. Bis dahin liegen Listen in den örtlichen Einzelhandelsgeschäften und den Geldinstituten aus, in die sich weitere Bürger eintragen können, um gegen die "Aufrüstung" der Überlandleitungen zu protestieren. mel
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| Gemeinsam fürs Erdkabel kämpfen |
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| LEGDEN Ein dichtes Stromnetz zieht sich durch das Münsterland - genauso engmaschig geknüpft wie inzwischen der Widerstand gegen einen oberirdischen Ausbau der Hochspannungsleitung. Nicht nur Bürger aus Legden, sondern inzwischen auch aus Schöppingen, Borken, Raesfeld, Gescher, Metelen, Wettringen und Burgsteinfurt fordern, die 380-KV-Leitung - und damit die Risiken durch den Elektrosmog - unter die Erde zu legen. |
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Die 220-KV-Trasse verläuft in Legden nicht nur durch Wald und Flur, sondern auch durchs Baugebiet. Lüttich-Gür
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Genauso wie sich die Bürgerinitiativen vernetzt haben, sollten sich auch die Bürgermeister der betroffenen Städte und Gemeinden zusammenschließen, wünscht sich Andreas Völker, Sprecher der Legdener Initiative "Pro Erdkabel". "Jetzt gilt es, dass wir uns geschlossen für eine komplette Verkabelung stark machen", unterstreicht er.
Der Zeitpunkt sei zurzeit besonders günstig: Das Energieleitungsausbaugesetz steht kurz vor der Verabschiedung. Das verkürzt zwar auf der einen Seite den Rechtsweg gegen "vordringliche Leitungsbauvorhaben" auf nur eine Instanz, ermöglicht auf der anderen Seite aber den bislang von den RWE abgelehnten Einsatz von Erdkabeln. Unter den vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie vorgeschlagenen vier Pilotprojekten für eine Verkabelung befindet sich auch die 120 Kilometer lange Trasse Diele (Niedersachsen)-Niederrhein, die quer durch das Münsterland führt.
Andreas Völker und seine Mitstreiter, die sich unter dem Dachverband "Pro Erdkabel NRW" zusammen gefunden haben, könnten sich beruhigt zurücklehnen, wenn das Wirtschaftsministerium nicht folgenden Zusatz formuliert hätte: Bei allen Pilotprojekten ist die Verkabelung nur auf technisch und wirtschaftlich effizienten Teilabschnitten zulässig." Alle Strecken messen laut Ministerium zusammen rund 500 Kilometer, 250 davon sollten verkabelt werden. Ob dazu auch die Stromleitung gehört, die seit 80 Jahren über den Köpfen der Häuslebauer in der Legdener Siedlung "Waldkrone" schwebt, ist noch offen.
Das ist den Erdkabel-Befürwortern zu vage. "Wir fordern eine konsequente Verkabelung", so Völker - und das mit der innovativen Technik der Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ). sy-
Münsterlandzeitung, 18. März 2009
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Thema "Erdkabel" in der Diskussion: Informationsveranstaltung in Gescher |
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| LEGDEN Die Bemühungen der Bürgerinitiative "Pro Erdkabel Legden" und weiterer Gruppen im Kreis, die Diskussion in den politischen Raum zu bringen, scheint Früchte zu tragen. |
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| Die Hochspannung sollte unter die Erde verlegt werden, dieser Meinung sind die Verfechter der Erdverkabekung..
Foto: Lüttich-Gür
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Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema "Erdverkabelung als Alternative zur Höchstspannungsleitung Diele-Wesel" am 28. April, 20 Uhr, im Hotel Tenbrock in Gescher sind alle Interessierten von den münsterländischen CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Röring und Jens Spahn eingeladen. Unter der Moderation von Raimund Stroick werden Vertreter der Bundesnetzagentur, des Energieversorgers RWE, der Bürgerinitiative "Pro Erdkabel NRW" und der Bürgermeister der vom Ausbau betroffenen Kommune Legden, Friedhelm Kleweken, über Grundlagen, Perspektiven und Möglichkeiten des Energieleitungsausbaus im Münsterland informieren und diskutieren. Die Veranstaltung soll dem Zweck dienen, die Bürgerinnen und Bürgern informieren und mit den Experten darüber zu diskutieren, was in Fragen der Erdverkabelung der Trasse Diele-Wesel aus ökonomischer und ökologischer Sicht realistisch und machbar erscheint und für die Region das beste Modell darstellen kann.
Münsterlandzeitung, 24.4.2009
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7650 Unterschriften weitergeleitet
Thoben-Sprecher bremst Hoffnung auf Erdkabel: "Müssen noch abwarten" |
| von Sylvia Lüttich-Gür am 24. Juli 2009 17:46 Uhr |
| LEGDEN Einen Teilerfolghaben die Freileitungsgegner erreicht: Das Energieleitungsausbaugesetz sieht vor, dass die 380-KV-Leitung Wesel-Diele in der Nähe von Wohnsiedlungen verkabelt werden kann- als ein bundesweites Pilotprojekt. Die BI "Pro Erdkabel" fordert aber lückenlose Verkabelung und Anwendung der HGÜ-Technik. Im Interview äußerte sich Joachim Neuser, Sprecher des Wirtschaftsministeriums NRW, dazu eher skeptisch. |
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| Die Stromtrasse Diele-Wesel durchquert auch Legden.
Lüttich-Gür
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Die Mitglieder der Bürgerinitiative Pro Erdkabel NRW hat Ministerin Christa Tho-ben Ende Juni 7650 Unterschriften für die Erdverkabe-lung der Stromtrasse Wesel - Diele übergeben. Was passiert jetzt mit dem so dokumentierten Bürgerwillen?
Neuser: Die Landesregierung nimmt die Sorgen der betroffenen Anwohner sehr ernst. Sie hat deshalb den Vorhabenträger (RWE Transportnetz Strom GmbH) über die eingereichten Un-terschriftslisten informiert, damit die Anliegen der Betroffenen schon während der unternehmensinternen Projektplanungen möglichst frühzeitig berücksichtigt werden. Wir werden die Unterschriftslisten der für die Durchführung zuständigen Behörde, der Bezirksregierung Münster, zuleiten.
Wie schätzen Sie die Chancen für Anlieger der Trasse ein, dass Sie künftig nicht mehr direkt unter einem Hochspannungsnetz leben müssen?
Neuser: Soweit mit dieser Frage das Thema Erdverkabelung angesprochen wird, müssen Fragen der Trassenführung im Einzelnen und damit auch von Erdverkabelungen im Planfeststellungsverfahren geklärt werden. Insofern muss zunächst abgewartet werden, mit welchen Planungen RWE in das Planfeststellungsverfahren startet, erst dann kann über konkrete Verkabelungsabschnitte diskutiert werden. Die Bewertung von Chancen zu diesem Zeitpunkt ist nicht möglich, weil konkrete Pläne noch nicht vorliegen.
Inwieweit kann die Landesregierung überhaupt Einfluss nehmen auf die Trassenführung (die Bürgerinitiative favorisiert eine umweltschonende Trassenführung entlang der A 31 ) und auf die technische Ausbauvarianten (HGÜ-Technik)?
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Sieht die HGÜ als nicht geeignet für relativ kurze Strecken: Joachim Neuser.
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Neuser: Zur konkreten Trassenführung gilt das Gesagte. Auf den Einsatz der HGÜ-Technik hat die Landesregierung keinen Einfluss, da prinzipiell die Auswahl der Technik durch das investierende Unternehmen erfolgt. Hinzu kommt, dass HGÜ-Technik nicht geeignet ist, relativ kurze Leitungsabschnitte in bestehenden Drehstromnetzen zu ersetzen.
Die Gemeinde Legden hat sich in einem Ratsbeschluss einhellig hinter die BI-Forderungen nach HGÜ-Technik und einer Trassierung entlang der A 31 gestellt. Weitere Kommunen werden möglicherweise ähnliche Ratsbeschlüsse fassen. Welchen Einfluss haben diese Voten?
Neuser: Die Gemeinde werden als Träger öffentlicher Belange am Planfeststellungsverfahren beteiligt, so dass ihre Belange - gleich ob sie nun durch Ratsbeschlüsse dokumentiert sind oder in sonstiger Weise - in die umfassende Abwägung aller Vorschläge und Anre-gungen einfließen werden.
Die Hochspannungsgleichstromübertragung ist durch das gerade begonnene Sa-hara-Strom-Projekt zurzeit in aller Munde. Fördert die Landesregierung diese neue Technologie und wenn ja wie?
Neuser: Die HGÜ erlangt erst eine Bedeutung, wenn große Entfernungen zu überbrücken sind oder wenn besondere netztechnische Gründe vorliegen. Eine Anwendung ist bisher in Deutschland nicht erfolgt. Geplant sind die Netzanbindungen bei Offshore-Windparks. Hier wird entwickelte Technik eingesetzt, weshalb insoweit auch kein Förderungsbedarf gesehen wird. Im Konkreten sollte sich dieser an definierten Aufgaben und gegebenenfalls Antragstellungen orientieren. Im Übrigen ist die Technik der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung seit Jahrzehnten bekannt.
Wann wird die Öffentlichkeit über die weiteren Planungsschritte der RWE informiert - inwieweit ist eine Offenlegung dieser Pläne vorgeschrieben? Und bis wann rechnen Sie mit einer Umsetzung?
Neuser: Mit dem Antrag auf Durchführung des Planfeststellungsverfahrens hat der Vorhabenträger, in diesem Fall also RWE, Unterlagen über das Vorhaben einzureichen, die die Be-zirksregierung Münster zu gegebener Zeit nach Bekanntmachung öffentlich auslegen wird. Erfahrungsgemäß wird RWE aber schon im Vorfeld dieses formalen Verfahrens mit seinen Planungen in die Öffentlichkeit gehen und die Diskussion vor Ort suchen. Beides wird aber erst dann geschehen, wenn das Energieleitungsausbaugesetz in Kraft getreten ist, das die gesetzliche Grundlage für Planfeststellungen auch für Erdverkabelungen schaffen wird. Damit wird in nächster Zeit zu rechnen sein.
Münsterlandzeitung, 24.7.2009
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Stromleitung
Infotreffen zur Erdverkabelung - Legden bekommt Teilabschnitt |
| am 19. Oktober 2009 12:45 Uhr |
| LEGDEN Im Kreis Borken wird eine neue Erdkabel-Leiung gebaut. Vertreter der Amprion GmbH, einer Tochter der RWE, haben am Freitag im Kreishaus die Pläne erläutert. Im Jahr 2015 soll die Leitung fertig sein. |
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| Am Montag informiert Landrat Gerd Wiesmann die Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerinitiativen "Pro Erdkabel NRW" über den Verlauf des Gesprächs.
Foto: Kreis Borken
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Im Fokus standen dabei die Auswirkungen des Ende August in Kraft getretenen Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG), das die Trasse zwischen Diele in Niedersachsen und Wesel als Pilotstrecke für die Erdverkabelung definiert. Die Amprion-Vertreter erklärten, dass sie nach ersten Prüfungen eine Erdverkabelung auf Teilabschnitten in Borken, Raesfeld und Legden als sinnvoll erachten.
Am Montag informierte Landrat Gerd Wiesmann nun die Vertreter der Bürgerinitiativen „Pro Erdkabel NRW" über den Verlauf des Gesprächs. Das Treffen von Kreis und Kommunen mit Amprion schließt an ein Arbeitsgespräch im Juni des vergangenen Jahres an. In der Zwischenzeit hat Amprion alle Aufgaben der RWE Transportnetz GmbH übernommen.
Wie können Belange der Kommunen und Bürger berücksichtigt werden?
„Ziel des Termins war es, zu erfahren, wie Amprion die neuen Möglichkeiten und den Pilotcharakter des EnLAG umsetzen wird, welche verwaltungstechnischen und planungsrechtlichen Schritte anstehen und wie die Belange der Kommunen sowie der Bürger berücksichtigt werden können", erklärte Landrat Gerd Wiesmann. Der Kreistag hatte ihn beauftragt, bei Amprion auf die Umsetzung der Erdverkabelung auf Teilabschnitten hinzuwirken.
Die Amprion-Vertreter sicherten zu, den Pilotcharakter zu nutzen und auf Teilstrecken im Kreis Borken Erdverkabelung vorzunehmen. Im Blick haben sie dabei Abschnitte in unmittelbarer Nähe der geschlossenen Orte. Geprüft hat Amprion zunächst, wo die nötigen Mindestabstände zur Wohnbebauung einzuhalten sind und wo die notwendige wirtschaftliche und technische Effizienz laut EnLAG gegeben ist.
Alternativtrassen werden auch in Blick genommen
Amprion orientiert sich bei seinen Plänen für den 380-kV-Ersatzneubau an der aktuellen 220-kV-Trasse, wird im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens aber auch Alternativtrassen, wie etwa entlang der A 31, in den Blick nehmen. In einem nächsten Schritt wird Amprion mit den Bezirksregierungen in Münster und Düsseldorf die Zuständigkeiten abklären.
Schon im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens, das in mehrere Abschnitte aufgeteilt werden soll, will Amprion weitere Gespräche mit den betroffenen Kommunen und Eigentümern führen. Mit der Fertigstellung der 380-kV-Leitung rechnet Amprion frühestens im Jahr 2015.
Bundesnetzagentur wird einbezogen
Am Freitag vereinbarten die Teilnehmer des Treffens, in künftige Gespräche auch die Bundesnetzagentur einzubeziehen. Sie wacht über den Wettbewerb auf dem Strommarkt und muss die Kosten für den Leitungsausbau genehmigen. Zu dem Gespräch am Freitag im Kreishaus eingeladen waren Vertreter der Gemeinden Heiden, Legden, Raesfeld, Schöppingen und Velen sowie der Städte Borken und Gescher. Mit dabei war auch der Bürgermeister der Gemeinde Metelen (Kreis Steinfurt).
Münsterlandzeitung, 19.9.2009
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Münsterland-Initiativen
Komplette Verkabelung bleibt Ziel |
| Von Sylvia Lüttich-Gür am 4. November 2009 15:53 Uhr |
| LEGDEN / KREIS Die Vertreter der Bürgerinitiativen Pro Erdkabel NRW bleiben dabei: Sie setzen sich auch weiterhin dafür ein, dass nicht nur auf einem Teilstück –unter anderem in Legden – das Hochspannungskabel unter die Erde gelegt wird, sondern auf der gesamten Trasse Wesel-Diele, die durch das Münsterland führt. |
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| Die Hochspannungsleitung, die sich zurzeit noch quer durch Legden zieht, soll nach Auskunft des Tochterunternehmens der RWE zumindest in Teilbereichen verkabelt werden - den Initiativen des Münsterlandes ist das nicht genug.
Foto: Sylvia Lüttich-Gür
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Bei ihrem Treffen in Borken haben sie sich auf dieses Vorgehen geeinigt – und damit auf den Konfrontationskurs mit Amprion, der Tochtergeselschaft des Energieunternehmens RWE. Das hatte vor zwei Wochen angekündigt, lediglich drei Teilabschnitte in Raesfeld, Borken und Legden zu verkabeln und damit dort auf die von vielen als gesundheitsgefährdend betrachteten Hochspannungsleitungen zu verzichten.
Die Initiativen der Hochspannungsgegner stört die „äußerst enge Auslegung des Energieleitungsausbaugesetzes“. Die Kosten als das entscheidende Argument wollen sie ebenfalls nicht gelten lassen: „Ein echtes Pilotprojekt, das sich als innovativ versteht, darf auch mehr kosten“, meinte Josef Bussmann aus Legden während des Treffens.
Stromgipfel in Legden
Er forderte, dass in eine Kalkulation wirklich alle Kosten einbezogen werden – neben denen für die Herstellung und Verlegung der Erdkabel auch die für die Wartung der Hochspannungsleitung, die Wertverluste der Grundstücken und Immobilien unter den Drähten sowie den Flächenverbrauch. Unterm Strich falle dann das Ergebnis für die Erdverkabelung besser aus, ist er überzeugt.
Die Bürgerinitiativen fordern eine „echte Prüfung von Möglichkeiten der Trassenverschiebung und der Erdverkabelung nach dem Gleichstromprinzip (HGÜ)“. Deshalb wollen sie Anfang des Jahres 2010 eine Veranstaltung in Legden durchführen, in der Experten von Siemens und ABB die Möglichkeiten von HGÜ vorstellen und mit Amprion, der Bundesnetzagentur, der Bezirksregierung und den Bürgerinitiativen diskutieren.
Von den Gemeinden und Kreisen erwarten die Initiativen, dass sich diese gemeinsam mit ihnen mit einer Stimme für eine Komplettverkabelung einsetzen.
Gespräch in Metelen
Der Bürgermeister der Gemeinde Metelen hat bereits reagiert und Vertreter der Firma Amprion und die Mitglieder der Bürgerinitiative zu einem Gespräch am 12. November um 17 Uhr in den Sitzungssaal der Gemeinde Metelen im Bürgerhaus eingeladen. Karl-Heinz Hundehege von der Initiative Metelen kündigt weitere Aktivitäten auch in Richtung Kreisverwaltung an: „Nachdem wir in der letzten Zeit eher abgewartet und uns ruhig verhalten haben, wollen wir jetzt wieder Dampf machen.“
Bei der konstituierenden Sitzung des Rates in Legden hatte Bürgermeister Friedhelm Kleweken den Einsatz für die Erdverkabelung als ein wichtiges Ziel in der neuen Wahlperiode benannt.
Münsterlandzeitung, 4.11.2009
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380-kV-Leitung
Fünf Kilometer Kabel unter die Erde |
| am 24. November 2009 07:53 Uhr |
| LEGDEN Auf etwa fünf Kilometern Länge – zwischen dem Beginn der Bebauung im Südwesten Legdens bis Asbeck – möchte die Amprion GmbH die geplante neue 380 kV-Stromleitung unter die Erde legen. |
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| So sieht ein Portal aus, das an der Verbindungsstelle zwischen Erdkabel und Freileitung entsteht
Foto: prf
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So werde man es der Bezirksregierung Münster vorschlagen, bestätigte gestern Dieter Picklapp, bei der Amprion (Nachfolge-Gesellschaft der RWE Transportnetz Strom und 100-prozentige RWE-Tochter) zuständig für die Genehmigungen und den Umweltschutz bei Leitungsbau.
Wie berichtet, zählt die Stromtrasse Wesel-Diele zu den insgesamt vier Pilot-Trassen, auf denen – per Gesetz geregelt – eine Erdverkabelung ermöglicht werden soll. Nicht generell, sondern nur dort, wo bestimmte Mindestabstände zu einzelnen Häusern (200 Metern) oder zusammenhängenden Siedlungsbereichen (400 Meter) bei der Freileitung unterschritten werden und die Verlagerung in die Erde technisch und wirtschaftlich effizient sei – wie das EnLAG (Energieleitungs-Ausbaugesetz) es vorschreibe, so Picklapp weiter beim Pressegespräch in Borken.
Borken und Raesfeld
Neben dem Legdener Teilabschnitt soll auf etwa 4,7 Kilometer Länge ein Teil der Leitung in Borken erdverkabelt werden, in Raesfeld sind es 3,1 Kilometer. Alle anderen Abschnitte im Kreis Borken sollen als Freileitung gebaut werden.
„Wir gehen davon aus, dass wir im kommenden Jahr die Planung bei der Bezirksregierung Münster vorlegen“, so Picklapp weiter. Sein Unternehmen betrete mit der Verlegung der beindicken Kupferkabel im Erdreich auch Neuland.
Beginn 2012
In punkto Erdverkabelung wolle die Amprion mit dem Raesfelder Teilstück beginnen. „Das ist das kürzeste und gradlinigste Stück“, hofft der Planer dort auf erste und wichtige Erfahrungen beim Bau. Die Abschnitte Borken und Legden sollen danach realisiert werden – wenn die Genehmigungsbehörde grünes Licht gibt. Bis dahin gilt es auch noch Einvernehmen mit der Bahn herzustellen, unter deren Trasse das Kabel hindurch geleitet wird.
Für einen Kilometer Erdkabel rechnet die Amprion derzeit mit den siebenfachen Kosten gegenüber einer Freileitung. Ein Kilometer Erdkabel koste demnach sieben Millionen Euro.
Bauzeit bis sechs Monate
Wenn sich das Planverfahren nicht eklatant verlängere, könnte im Jahr 2012 in Raesfeld mit der Verlegung des Erdkabels begonnen werden. Geschätzte Bauzeit: vier bis sechs Monate.
„2015 muss alles fertig sein“, so Dieter Picklapp, denn ab dann soll der Strom aus den Off-Shore-Windparks der Nordsee Richtung Süden transportiert werden.
Münsterlandzeitung, 24.11.2009
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Strom-Erdkabel
BI setzt trotz Teilerfolg Kampf fort |
| Von Sylvia Lüttich-Gür am 5. Januar 2010 18:28 Uhr |
| LEGDEN Noch knistert die 220-kV-Hochspannungsleitung über den Köpfen der Bewohner der Siedlung Waldkrone. Dass die RWE-Tochter Amprion sie im Zuge des Ausbaus zur 380-KV-Hochspannungsleitung bis 2015 unter die Erde verlegt –– und mit ihr das Risiko der Anwohner, durch Elektrosmog zu erkranken – , ist inzwischen beschlossene Sache: ein Teilerfolg der Bürgerinitative „Pro Erdkabel Legden“. Doch die BI will mehr. |
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| Unter der Erde liegt die Hochspannungsleitung zurzeit nur im Spiegelbild auf dem druchnäassten Acker.
Foto: Sylvia Lüttich-Gür
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Zur Erinnerung: Auf etwa fünf Kilometern Länge – zwischen dem Beginn der Bebauung im Südwesten Legdens bis Asbeck – will die Amprion GmbH die geplante neue Stromleitung unter die Erde legen, wie sie Ende 2009 angekündigt hat. Etwas kürzere Trassenabschnitte sollen auch in Raesfeld und Borken unter die Erde wechseln – im Zuge von Pilotprojekten, die die Bundesregierung fördert.
Die Stromtrasse Wesel-Diele, die durch das Münsterland läuft, gehört zu den insgesamt vier Pilot-Trassen bundesweit , auf denen – per 2009 verabschiedetes Energieleitungs-Ausbaugesetz – eine Erdverkabelung ermöglicht werden soll. Auf jeden Fall sei die Verkabelung einer Stromtrasse, die unmittelbar an Wohnhäusern vorbei führe, allemal besser als das Beibehalten und Aufstocken der Freileitung, betont Andreas Völker, Vorsitzender der Legdener Bürgerinitiative „Pro Erdkabel“.
Innovative Technik
Noch besser sei es aber, die innovative HGÜ-Leitungstechnik anzubieten – am besten auf einer Trasse, die nicht der bestehenden Hochleitung folge quer durch das Legdener Wohngebiet, am Rand der Raesfelder Wohnbebauung vorbei und durchs Borkener Gewerbegebiet, sondern entlang der A 31.
Die Gleichstromübertragung mit Hochspannung sei die Technologie der Zukunft, so Völker. NRW könne sich mit der Anwendung als Technologiestandort profilieren. Vor allem sieht der Legdener – genauso wie die Vertreter der anderen Bürgerinitiativen auch – aber den Vorteil in der größeren Energieeffizienz.
Keine Erwärmung des Erdkabels
Außerdem komme es nicht zu einer Erwärmung des Erdkabels – und der unter die Erde verbannte und damit weitgehend unschädlich gemachte Elektrosmog falle ganz weg. Ein weiteres entscheidenes Plus: Der Korridor zur Verlegung der Kabel – Völker spricht von bis zu neun Metern bei der Anwednung der herkömmlichen Technik – wäre längst nicht so breit.
In den kommenden Monaten stellt Amprion die notwendigen Genehmigungsanträge und das Bauleitverfahren bei der Bezirksregierung beginnt. „Das wird ein spannendes Frühjahr“, steht für Völker fest. Dass sich Amprion doch noch für die HGÜ-Technik entscheiden könnte, hält Völker gar nicht für unwahrscheinlich: „Wir werden dakämpfen.“
HGÜ-TECHNIK:
- Was? Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) ist ein Verfahren zur Übertragung von elektrischer Energie mit Gleichstrom hoher Spannung von über 100 kV. Es handelt sich um eine Technologie, die das Unternehmen ABB vor über 50 Jahren entwickelt hat, um die Effizienz bei Stromübertragung über größere Entfernungen zu erhöhen.
- Wie? Elektrischer Strom besteht aus bewegten Ladungen: Elektronen fließen im metallischen Leiter und transportieren dabei Energie. Dabei gibt es physikalisch zwei Möglichkeiten: Bei Gleichstrom fließen Ladungenstets in die gleiche Richtung. Bei Wechselstrom ändern die einzelnen Ladungen viele Male pro Sekunde ihre Fließrichtung, bewegen sich also im Rhythmus der Netzfrequenz (Europa: 50 Hertz).
- Warum? Wechselstrom kann bei Höchstspannung zwar über einige Hundert Kilometer transportiert werden, jedoch kaum weiter; bei Seekabeln liegt die Grenze sogar deutlich unter 100 km. Auf längeren Distanzen werden die Verluste so groß, dass die Kraftwerksleistung vor allem die Leitungen erwärmt. Gründe Bei der Übertragung mittels HGÜ geht nach Angaben von ABB weniger Strom verloren.
Münsterlanzeitung, 5.1.2010
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