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Bauausschuss tagt am Montag
Metelen. Der Ersatzneubau einer Hochspannungsfreileitung von Meppen nach Wesel beschäftigt am Montag (26. Januar) auch den Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Metelen. Wie in einigen anderen Orten in der Region – darunter Schöppingen, Raesfeld, Gescher, Borken, Velen und Legden – regt sich auch in der Metelener Bevölkerung Widerstand gegen die Pläne der RWE, diese Leitung als Freiluftleitung zu verlegen. So hat sich Ende Dezember die Bürgerinitiative „Pro Erdverkabelung Metelen“ gegründet. Sie fordert, die Leitung der geplanten 380 Kilovolt-Stromtrasse als Erdkabel zu verlegen. Darüber hinaus befasst sich der Ausschuss am Montag mit dem geplanten „Erlebnispark Vechteufer“, der auf Ellings Wiese entstehen soll. Weitere Tagesordnungspunkte sind die Änderung des Bebauunsplans „Industrie- und Gewerbegebiet“ und die Änderung des Flächennutzungsplans. Letzterer soll in einigen Bereichen in „Industriegebiet und Flächen für die Landwirtschaft“ beziehungsweise in „Wohnbauflächen“ umgewandelt werden. Die öffentliche Sitzung beginnt am Montag um 18 Uhr im Sitzungssaal des Bürgerhauses am Sendplatz.
 
 
Münsterländische Volkszeitung, 20.1.2009

 Der Strom soll unter die Erde 


 
Das Plakat bringt die Forderung der Bürgerinitiative auf den Punkt: Bernhard Wiggenhorn (l.) und Wilhelm Fedeler von „Pro Erdverkabelung Metelen“ haben es gestern entlang der Trasse aufgestellt.
Das Plakat bringt die Forderung der Bürgerinitiative auf den Punkt: Bernhard Wiggenhorn (l.) und Wilhelm Fedeler von „Pro Erdverkabelung Metelen“ haben es gestern entlang der Trasse aufgestellt.
(Foto: Martin Schlak)

 
 
Metelen. Wenn Wilhelm Fedeler vor die Haustür tritt, sind es nur ein paar Meter bis zum nächsten Strommasten. Glücklich war er über die 220- Kilovolt-Leitung, die an seinem Grundstück in der Bauerschaft Naendorf vorbeiführt, noch nie. Bis 2015 will die RWE die Trasse nun für 380 Kilovolt aufrüsten, um die Energie eines Offshore-Windparks in der Nordsee zu transportieren. Die Masten sollen um mehr als das Doppelte auf 60 Meter wachsen.

Doch jetzt regt sich Widerstand. Auch bei Wilhelm Fedeler. Er hat Ende Dezember zusammen mit Hubert Brüggemann und Bernhard Wiggenhorn die Bürgerinitiative „Pro Erdverkabelung Metelen“ gegründet. „Wir fordern, dass das 380-Kilovolt-Kabel unter der Erde verlegt wird“, sagte Federer gestern.
Die drei Metelener stehen nicht alleine da. In den Kreisen Borken und Steinfurt haben sich bereits mehrere Bürgerinitiativen gegen das Freiluftkabel, das von Diele (bei Papenburg) nach Wesel führen soll, gebildet. In Metelen macht ab sofort ein großes Plakat entlang der Leitung auf die Problematik aufmerksam.

Die Liste der Nachteile einer Freiluftleitung ist lang. „Ich habe vor allem gesundheitliche Bedenken, wenn die Spannung in den Kabeln ansteigt“, meint Fedeler. Elektrosmog ist in aller Munde. Und in der Familie gab es bereits Leukämie-Fälle. „Ein Zusammenhang ist nicht ausgeschlossen“, erklärt Fedeler. Die RWE dagegen führt gegen eine Erdleitung vor allem die höheren Kosten an: Sie sei vier- bis zehnmal so teuer.

Am Montag (26. Januar) wird im Bau- und Planungsausschuss über eine Resolution beraten, mit der sich die Gemeinde der Forderung an ein Erdkabel anschließen kann. „Wir werden auch an dieser Sitzung teilnehmen“, meint Wiggenhorn. Die Resolution soll später an Kreis, Bund und Länder weitergeleitet werden. „Wir sind sicher, dass der Ausschuss uns den Rücken stärkt“, meint Bernhard Wiggenhorn. Zusammen mit Fedeler hat er im Vorfeld das Projekt allen Fraktionsvorsitzenden vorgestellt – und die waren zugeneigt. Anfang März soll dann der Gemeinderat den gleichen Beschluss fassen.

Die Bürgerinitiativen haben zudem eine Unterschriftensammlung gestartet. Ende Januar sollen die Listen an NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben übergeben werden. 5000 Stück sind es in den Kreisen Borken und Steinfurt.

Ob die großen Strommasten vor Fedelers Haus in ein paar Jahren verschwinden? Er selbst ist sich nicht sicher. Nur eins weiß er ganz gewiss: „Jetzt haben wir die Gelegenheit, darauf einzuwirken, dass das Kabel unter der Erde verlegt wird. Wenn der Ersatzneubau der Freiluftleitung einmal fertig ist, können wir für die nächsten Jahrzehnte nichts mehr daran ändern.“
 

Martin Schlak, Münsterländische Volkszeitung, 23.1.2009

Hochspannungsleitung: Bürgerinitiative gegründet
 
METELEN Wer wohnt schon gerne unter einer Stromleitung. Bernhard Wiggenhorn und Wilhelm Fedeler auf jeden Fall nicht. Sie gründeten gemeinsam mit Hubert Brüggemann die Bürgerinitiative „Pro Erdverkabelung Metelen“.

Im Oktober 2006 gab das Bundesumweltministerium grünes Licht für das deutsche Offshore-Windenergie-Testfeld in der Nordsee. Damit die erzeugte Energie bis in die großen Industrieansiedlungen gelangen kann, plant die RWE den Neubau einer 380 kV Hochspannungsleitung von Meppen bis Wesel bis zum Jahr 2015. Auf Metelener Gebiet soll die bisherige 220 kV-Leitung aufgerüstet werden.

Ein Vorhaben, das Fedeler und Wiggenhorn gar nicht gefällt. Sie wohnen in der Bauerschaft Naendorf unmittelbar an der Leitung. Die Liste ihrer Bedenken gegen eine neue Freileitung ist lang: Energieverluste beim Stromtransport, Elektrosmog, Schlafstörungen, gesundheitliche Gefahren. „Familienmitglieder sind an Leukämie gestorben“, sagt Wilhelm Fedeler. Einen Zusammenhang will er nicht ausschließen. Verstärkt wird die ablehnende Haltung nicht nur durch die geplante Höchstspannung, auch bei der Höhe der Masten wird Wiggenhorn und Fedeler Angst und Bange. „Die Masten, die jetzt hier stehen, sind gut 26 Meter hoch. Die neuen ragen 60 bis 80 Meter in die Höhe.“

Kein Elektrosmog

Für die beiden Metelener ist darum klar: Es kommt nur eine Erdverkabelung in Frage. „Der Materialeinsatz ist geringer, es gibt keinen Elektrosmog, keine Leitungsgeräusche und keine Beeinträchtigung des Wohnumfeldes“, führen die beiden einige Gründe an. „Außerdem liegt die Leitung von Borkum bis Diele schon auf einer Länge von 75 Kilometern als Erdkabel.“ „Wann – Wenn nicht jetzt, Erdverkabelung“, steht auf einem großen Plakat, das sie auf einem Hänger befestigt und an die B 70 gestellt haben.

Bernhard Wiggenhorn: „Die alte Leitung führt schon seit 1930 durch Naendorf. Wenn die neue Trasse steht, dauert das mindestens wieder 80 Jahre, bis darüber diskutiert wird. Wenn wir das jetzt nicht hinkriegen, dann nie.“ Wiggenhorn und Fedeler sind bei Bürgermeister Helmut Brüning und den Fraktionsvorsitzenden vorstellig geworden. „Wir haben unser Begehren vorgestellt. Alle standen unseren Forderungen positiv gegenüber.“

Resolution

Die Aktivisten reichten bei der Gemeinde eine Resolution für die Erdverkabelung ein. Das Thema wird am Montag im Bau- und Planungsausschuss besprochen. Im Rathaus liegen Unterschriftenlisten „Pro Erdverkabelung“ aus. Die Listen werden Ende Januar eingesammelt und an NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben überreicht. Damit stehen die Metelener nicht alleine. Im Kreis Borken gründeten sich ebenfalls mehrere Bürgerinitiativen gegen die neue Freileitung. Wiggenhorn und Fedeler wollen am Montag auf jeden Fall zur Ausschuss-Sitzung gehen. „Man müsste eigentlich noch viel mehr machen. Aber leider fehlt uns die Zeit.“  

Christian Bödding, Münstersche Zeitung,  23.01.2009

 

Politiker unterstützen Bürger
 
Metelen. Die Bürgerinitiative (BI) „Pro Erdverkabelung Metelen“ bekommt Rückendeckung von der Kommunalpolitik. Der Bau- und Planungsausschuss fasste zwar noch keinen Beschluss zu der von der BI geforderten Resolution an die Kreis-, Landtags- und Bundestagsabgeordneten der Region, signalisierte in seiner Sitzung am Montagabend aber Unterstützung für die Belange der engagierten Bürger.

Um die Energie eines Offshore-Windparks in der Nordsee zu transportieren, wollen die RWE – wie berichtet – die bestehende 220-Kilovolt-Leitung von Diele bei Papenburg nach Wesel auf 380 Kilovolt aufrüsten. Die Trassenführung dieser Freileitung bleibt unverändert, sie tangiert das Metelener Gemeindegebiet im südöstlichen Teil (Leerer Feld). „Was sich ändert, ist die Höhe der Masten. Sie sind künftig nicht mehr 30, sondern 60 Meter hoch“, erklärte Bauverwaltungsleiter Ulrich Brügger im Ausschuss. Die BI möchte – gemeinsam mit anderen Initiativen in den Orten entlang der Trasse – erreichen, dass die neue Leitung in der Erde verlegt wird.
 

„Haben wir überhaupt eine Einflussmöglichkeit darauf, dass die RWE auf eine Erdverkabelung umstellen?“, wollte Willi Krude (SPD) wissen. „Ich glaube schon, dass wir Einfluss nehmen können“, meinte Bürgermeister Helmut Brüning. Die Bundesregierung sei gerade dabei, ein neues Gesetz zu dieser Thematik zu beraten. Ziel sei es, Leitungen dieser Stärke, die zu nahe an Wohnbebauungen verlaufen, unterirdisch zu verlegen, um Schäden zu vermeiden. Darüber hinaus lohne sich die Verkabelung ab einer gewissen Länge, da die Verluste niedriger seien als bei einer Freileitung und damit die höheren Kosten ausgeglichen würden. „Die RWE haben meines Wissen zugesagt, mit ihrer Entscheidung so lange zu warten, bis das Thema in Berlin ausdiskutiert ist“, sagte Brüning. Er kündigte für die kommende Woche ein Gespräch mit RWE-Vertretern in Metelen an.

„Dann müssen wir ja heute noch nichts entscheiden und können den Termin abwarten“, so der Ausschussvorsitzende Reinhard Jockweg (CDU). Und er fügte hinzu: „Wir sollten uns auf jeden Fall mit den anderen betroffenen Kommunen und Bürgerinitiativen in Verbindung setzen.“ Rolf Hoogstoel (Grüne) hätte die Resolution für eine Erdverkabelung gerne am Montag schon verabschiedet. „Ich glaube nicht, dass wir uns dadurch etwas vergeben“, sagte er. „Dafür ist es in der Hauptausschusssitzung am 9. Februar früh genug. Bis dahin haben wir auch das Gespräch mit den RWE-Vertretern geführt“, betonte Brüning.

Anne Eckrodt, Münsterländische Volkszeitung, 27.1.2009

 

 

 

Neue Freileitung: RWE wartet auf Gesetzesvorlage
 
METELEN Im Fall der beabsichtigten Leistungsvergrößerung der Hochspannungsleitung im Leerer Feld hat die RWE der Verwaltung zugesichert, das Ergebnis einer Gesetzesvorlage durch die Bundesregierung abzuwarten.
"Das noch zu verabschiedende Gesetz sieht vor, Freileitungen in der Nähe von Wohnbebauung grundsätzlich zu verbieten", erklärte Bürgermeister Helmut Brüning im Bauausschuss. Brüning riet, eine Resolution gegen die Freileitung noch nicht auf den Weg zu bringen.

Die RWE möchte die Leistung von zurzeit 220 000 auf 380 000 Kilovolt vergrößern. "Dazu müssen auch die Strommasten von jetzt 30 auf 60 Meter Höhe erweitert werden", sagte Bauamtsleiter Ulrich Brügger. Eine Bürgerinitiative kämpft für eine Erdverkabelung.

Dafür sprachen sich auch die Ausschussmitglieder Willi Krude (SPD), Martin Grotegerd, Margret Hasken (beide CDU) und Rolf Hoogstoel (Bündnis 90/Die Grünen) aus. Die Verschandelung des Landschaftsbildes, der Elektrosmog, der Leistungsverlust und die Unfallgefahr seien Argumente für eine Erdverkabelung, sagte Brügger.

Matthias Lehmkuhl, Emsdettener Volkszeitung, 27.1.2009

RWE warten ab
 
Metelen. In diesem Monat wird in Sachen neue Hochspannungsleitung noch nichts passieren. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs von Vertretern der Rheinisch-westfälischen Elektrizitäswerke (RWE) und Bürgermeister Helmut Brüning im Metelener Rathaus in dieser Woche. „Die Bundesregierung erarbeitet zurzeit einen Gesetzentwurf zum Transport der Energie aus den Offshore-Windparks. Das ist keine RWE-eigene Sache, sondern gesetzlich geregelt“, erklärte Brüning jetzt auf Anfrage unserer Zeitung.

Der Gesetzentwurf soll im März vorliegen. „Die RWE werden auf jeden Fall bis dahin abwarten, um Klarheit über die Bedingungen zu haben“, machte der Verwaltungschef deutlich. Dann wolle sich der Energieversorger mit den Bürgerinitiativen, die sich – wie berichtet – in zahlreichen Orten entlang der Trassenführung für die 380-Kilovolt-Leitung gegründet haben, in Verbindung setzen. Die Bürgerinitiativen fordern statt der von den RWE vorgesehenenen Freileitung eine Erdverkabelung. Die ist zwar teurer, dafür ist der Energieverlust deutlich geringer.
 

Auch in der Vechtegemeinde setzt sich eine Bürgerinitiative „Pro Erdverkabelung Metelen“ für diese Leitungsvariante ein. Deren Vertreter befürchten durch eine 380-Kilovolt-Freileitung vor allem gesundheitliche Risiken durch elektromagnetische Felder. Als weiteren Kritikpunkt führen sie erhebliche Eingriffe in das Landschaftsbild an, da die Masten für die neue Freileitung mit 60 Metern doppelt so hoch wären wie die bisherigen für die 220-Kilovolt-Leitung. Die Metelener Bürgerinitiative hat daher den Gemeinderat um Unterstützung in Form einer Resolution an die Kreis-, Landtags- und Bundestagsabgeordneten der Region gebeten (das Tageblatt berichtete). „Wir werden uns damit noch einmal in der Ratssitzung am 2. März beschäftigen“, kündigte Brüning im Anschluss an das Gespräch mit den RWE-Vertretern an.

 
Anne Eckrodt, 4.2.2009

 Rat verabschiedet Resolution
 

Metelen. Bei zwei Enthaltungen hat der Rat am Montagabend die Resolution für eine Erdverkabelung anstelle der von den RWE geplanten neuen 380-Kilovolt-Freileitung verabschiedet. Die Leitung soll die bisherige 220-kV-Hochspannungsleitung auf der Trasse von Diele (bei Papenburg) bis nach Wesel am Niederrhein ersetzen, um die Energie eines Offshore-Windparks in der Nordsee zu transportieren (das Tageblatt berichtete). Dagegen hat sich in Metelen – ebenso wie in vielen anderen Orten entlang der Trasse – eine Bürgerinitiative gegründet. Sie fordert statt der Freileitung eine Erdverkabelung.

„Zu diesem Thema gehen wöchentlich neue Informationen ein. Zurzeit erarbeitet die Bundesregierung ein Gesetzentwurf zu dem Thema. Den wollen die RWE zunächst abwarten, um dann mit allen betroffenen Kommunen und den Bürgerinitiativen Kontakt aufzunehmen und zu versuchen, eine einvernehmliche Lösung zu finden“, machte Bürgermeister Helmut Brüning deutlich. Er bot an, zu einer der nächsten Sitzungen einen RWE-Vertreter einzuladen, um Details zu klären. „Mit der Resolution, die nun an die Kreis-, Land- und Bundestagsabgeordneten geht, wollen wir erreichen, dass sich die Politiker in Berlin den Wünschen und Sorgen der Menschen auf dem Land öffnen“, erklärte der Metelener Verwaltungschef.
 

 Anne Eckrodt, Westfälische Nachrichten, 3.3.2009

Resolution verabschiedet: Kabel sollen unter die Erde
 
METELEN Das dürfte Bernhard Wiggenhorn und Wilhelm Fedeler von der Metelener Bürgerinitiative „Pro Erdverkabelung“ freuen: Der Gemeinderat verabschiedete am Montagabend eine Resolution, die ihr Ansinnen unterstützt.
Die Resolution soll fraktionsübergreifend an die Kreis-, Landtags- und Bundestagsabgeordneten der Region sowie an die Fraktionen in Kreis, Land und Bund geschickt werden.

Die RWE plant den Neubau einer 380 kV-Hochspannungsleitung von Meppen bis Wesel. In der Bauerschaft Naendorf soll hierfür die bisherige 220 kV-Leitung aufgerüstet werden. Was den Anwohnern Wiggenhorn und Fedeler gar nicht behagt. „Der Bürger muss geschützt werden, aber ich kann nicht sagen, um jeden Preis“, sagte CDU-Ratsmitglied Reinhard Jockweg in der Diskussion. „Wenn die Erdverkabelung das Fünffache einer Überlandleitung kostet, wird sich das beim Strompreis niederschlagen.“

Forderung: Gesetzentwurf ändern

Er sei gerne bereit, einen Vertreter der RWE einzuladen, der vor dem Rat zum Vorhaben Stellung nehme, antwortete Bürgermeister Helmut Brüning. „Wir möchten mit der Resolution erreichen, dass in Berlin nicht leichtfertig über das Thema entschieden wird.“ In der Resolution fordern Bürgermeister und Rat, dass die Bundesregierung einen Entwurf des „Energieleitungsausbaugesetzes“ verändert. So sollte analog zu den in Niedersachsen geltenden gesetzlichen Regelungen die Verpflichtung zur Erdverkabelung eingeführt werden, wenn die Trasse im Abstand von 400 Metern und weniger zu geschlossenen Wohnsiedlungen und 200 Meter und weniger zu Einzelhäusern verläuft. Weiterhin sollte der Einsatz von Erdkabeln als Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung zum Schutz von Menschen, Landschaft und Umwelt vorrangig und verbindlich festgelegt werden.

Vorteile durch Erdverkabelungen

In der Resolution heißt es zudem, dass Erdverkabelungen gegenüber Freileitungen entscheidende Vorteile hätten:

- Geringerer Materialverbrauch und geringerer Flächenverbrauch, nur fünf Prozent gegenüber einer Freileitung.

- Keine Beeinträchtigung von Wohnqualität, Nahverkehr und Tourismus durch 60 Meter hohe Masten.

- Erhebliche Energieeinsparungen aufgrund geringerer Transportverluste.

- Eine Gesundheitsgefährdung bei Freileitungen durch Elektrosmog und elektromagnetischen Wechselfelder entfällt bei einer Erdverkabelung.

- Die Lärmbelastung durch stark störendes Knistern einer Freileitung bei Feuchtigkeit entfällt.

- Die Gesamtkosten einer Erdleitung ab 150 Kilometer Länge sind laut Hersteller ABB niedriger als bei einer Freileitung
 
 

Christian Bödding, Münstersche Zeitung, 3.3.2009

„Tür an Tür“ mit 380 000 Volt?
 

 
Zeigen Flagge fürs Erdkabel: Wilhelm Fedeler (l.) und Bernhard Wiggenhorn.
Zeigen Flagge fürs Erdkabel: Wilhelm Fedeler (l.) und Bernhard Wiggenhorn.
(Foto: -pa-)

 

 
-pa- Metelen. Bernhard Wiggenhorn und Wilhelm Fedeler bleiben standhaft. „Wir stehen hier solange Sonntag für Sonntag, bis die Erdverkabelung beschlossene Sache ist“, sagen die beiden Metelener. Seit etwa zehn Tagen engagieren sie sich für die Aktion „5 vor 12“ der Bürgerinitiative Pro Erdkabel NRW und haben in ihrer Heimatgemeinde bereits eine eigene Initiative gegründet: Pro Erdkabelung Metelen. Der Beweggrund für die Männer: Die Angst um die eigene Gesundheit und die der Familien, die in der Nähe von Strommasten wohnen.

Die beiden Stromkonzerne RWE und EON planen, bis 2015 eine Höchstspannungsleitung mit 380 000 Volt von Diele nach Wesel zu legen. „Für uns hier in Nordrhein-Westfalen will die RWE einen Ersatzneubau innerhalb der bestehenden Leitungstrassen erstellen“, erklärt Fedeler. Das bedeute für Metelen eine Aufrüstung der bestehenden 220-Kilovolt-Hochspannungsleitungen - um Energie aus einem Offshore-Windpark in der Nordsee weitertransportieren zu können. „Die neuen Masten würden nicht mehr 29 Meter, sondern knapp 60 Meter in der Höhe messen“, weiß Fedeler. Darüber hinaus nähmen die Traversen die doppelte Größe an. Eine erschreckende Vorstellung für die Aktivisten. Immerhin wohnen sie eigenen Angaben zufolge nur „drei beziehungsweise fünf Masten entfernt“.
 

Nachdem bereits im Januar eine Resolution der Initiative für die Erdverkabelung verabschiedet wurde, steht nun die nächste Hürde bevor. Das Energieleitungsausbaugesetz erklärt die Trasse zwischen Diele und Wesel zwar zu einer Pilottrasse, für die eine Teilverkabelung in Frage käme, doch es übt keinen Zwang aus. „Das ist, als ob man gegen Goliath kämpfen würde“, beschreibt Bernhard Wiggenhorn seinen Einsatz gegen die derzeitigen Pläne von RWE und EON. Die Konzerne zögen die Verlegung einer Freileitung vor, weil diese geringere Kosten verursache. Sie würden alles versuchen, um die Verantwortlichen von einer „Komplett-Erdverkabelung“ zu überzeugen, so Wiggenhorn. Denn sollten die neuen Masten erst einmal stehen, wäre der Kampf verloren. „Die alten Strommasten stehen hier schon seit 1928“, so Fedeler. Und die nächste Generation werde mindestens noch einmal so lange ausharren.

Jeden Sonntag hängen die beiden Aktivisten jetzt um fünf vor zwölf weiße Bänder an die Masten. Im kommenden Jahr soll das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden. „Sollte unser Protest bis dahin nicht wirken, können wir an dieser Stelle immer noch Beschwerde einlegen“, so Fedeler.
 

Allgemeine Zeitung, 30.8.2009

 

Energietrassenverlauf
RWE - Tochter Amprion ist gegen eine Erdverkabelung
Von Katrin Herbers am 19.10.2009 18:12 Uhr
METELEN „Das Ende der Fahnenstange ist für uns noch nicht erreicht.“ erklärte Bürgermeister Helmut Brüning und zeigte sich Montag auf Anfrage der MZ nach wie vor kämpferisch, was das Ziel einer Erdverkabelung auf Teilen der geplanten 380-kV-Leitung angeht. Diese soll bis 2015 an Stelle der bestehenden 220-kV-Trasse entstehen.

Und das, obwohl es für eine unterirdische Verlegung der Leitung auf Gemeindegebiet nicht gut aussieht – zumindest wenn es nach dem Willen der RWE-Tochter Amprion geht, die für das Transportnetz des Energieversorgers zuständig ist.

Den Stand der Pläne hatte das Unternehmen am Freitag Vertretern der betroffenen Kommunen – unter ihnen auch Metelens Bürgermeister – in Borken vorgestellt. 

Am Montag wollte Gerd Wiesmann, Landrat des Kreises Borken, Vertreter der Bürgerinitiativen „Pro Erdkabel NRW“, zu denen auch Metelener Landwirte gehören, über den Verlauf des Gesprächs informieren.

Unterirdische Energieleitung nicht sinnvoll

Dabei ging es vor allem um die Auswirkungen des Ende August in Kraft getretenen Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG), das die rund 130 Kilometer lange Trasse zwischen dem niedersächsischen Diele und Wesel als Pilotstrecke für die Erdverkabelung vorsieht. Während Amprion es als sinnvoll erachtet, in einigen Kommunen im Kreis Borken die 380-kV-Leitung zumindest auf Teilabschnitten unterirdisch zu verlegen, gilt dies für das Vechtestädtchen offenbar nicht.

Amprion - Sprecher Preuß: "Handlungsspielraum sehe ich nicht"

„Die Kriterien des Gesetzes treffen für Metelen nicht zu“, erklärte Pressesprecher Dr. Andreas Preuß. Zwar sehe das Gesetz vor, dass Freileitungen verkabelt werden sollen, wenn sie näher als 400 Meter an geschlossenen Ortschaften und 200 Meter an einzelnen Gehöften vorbeiführten. Allerdings rentiere sich dieses Vorgehen erst, wenn dies an einem drei Kilometern langen Stück der Fall sei, was in Metelen nicht zutreffe.

Schließlich koste ein Kilometer Freileitung knapp 1,2 Mio. Euro – und eine Erdverkabelung das Siebenfache. In nächster Zeit werde das Unternehmen mit der Verwaltung über den Trassenverlauf sprechen. Doch, so Preuß, „Handlungsspielraum sehe ich nicht“.

Oberbürgermeister Brüning will nicht vorzeitig aufgeben

Zwar habe er Verständnis dafür, dass Amprion angesichts des enorm teuren Unterfangens „kein Geld für relativ kurze Strecken“ investieren wolle und dass auch über Alternativen wie Umsiedlung von Höfen nachgedacht werden müsse. Doch Brüning will nicht vorzeitig aufgeben: „Wir werden noch Fakten ins Feld führen, die für eine Erdverkabelung auf Metelener Gebiet sprechen“, sagte er.

Alternativtrassenverlauf muß weiterverfolgt werden

Schließlich wolle die Verwaltung den Betroffenen so viel Schutz wie möglich bieten. Er trete beispielsweise dafür ein, die Leitung entlang oder innerhalb der A31 zu verlegen. „Das Ziel einer Alternativtrasse muss unbedingt weiterverfolgt werden.“

Ob Amprion dies auch so sieht, ist allerdings fraglich. Zwar erklärt Pressesprecher Preuß, andere Trassenverläufe würden geprüft. Doch ist für ihn klar: „Favorisiert wird der Bau der Leitung auf der alten Trasse.“

Münstersche Zeitung, 20.10.2009

 
 
Widerstand gegen Amprion
Anwohner wollen gegen Hochspannungsleitung kämpfen
Von Kathrin Herbers am 24.10.2009 16:57 Uhr
METELEN „Eine Erdverkabelung für Metelen ist wirtschaftlich nicht effizient? Das können wir so nicht stehen lassen.“ Karl-Heinz Hundehege ist erbost über die Aussage des Unternehmens Amprion, das die dicht an seinem Haus in Metelen-Land vorbeiführende Hochspannungsleitung bis 2015 auf 380 kV ausbauen will.

Auch Ulrike Hundehege versteht die Welt nicht mehr: „Heute weiß man, wie schädlich Elektrosmog ist, die technischen Möglichkeiten sind da gegenzuwirken. Doch sie werden nicht genutzt.“ Der Hintergrund: Ein Sprecher der RWE-Tochter hatte am Dienstag gegenüber unserer Zeitung erklärt, dass die von Wesel bis ins niedersächsische Diele verlaufende Trasse teilweise verkabelt werden soll.

Länge reicht nicht

Allerdings nur, wenn die Leitungen relativ nah an Ortschaften und Gehöften vorbeiführen – und das auf einer Länge von drei Kilometern. Diese kann Metelen nicht vorweisen. Zwar liegen im südlichen und nördlichen Bereich der Gemeinde Höfe und Häuser nah an der Freileitung. Doch nicht auf einer Länge von drei Kilometern, wie Bürgermeister Helmut Brüning, der an diesem Morgen mit zahlreichen Anwohnern zusammengekommen ist, auf einer Landkarte zeigt. Er kann verstehen, dass diese sich nicht mit Hinweisen auf Rentabilität abspeisen lassen wollen. Doch: „Die Bundesnetzagentur schreibt vor, dass die Kosten eine bestimmte Höhe nicht überschreiten dürfen“, verweist er auf die komplexen Verflechtungen.

Für die Anwohner zählt nur eins: „Das geht auf Kosten unserer Gesundheit und Lebensqualität“, sagt Karl-Heinz Hundehege. Allein 63 Erwachsene und Kinder lebten vor Ort. Hinzu kämen rund 50 Menschen des Ferienhausgebiets „Waldsee“.

1928 gebaut

„Es hat schon viele Krebs-Erkrankungen in unserem Umfeld gegeben“, erklärt Ulrike Hundehege, die einen Zusammenhang zur Stromleitung befürchtet. Wie die Chancen stehen, die 1928 gebaute Trasse loszuwerden, kann ihnen der Bürgermeister nicht sagen. Doch auch wenn eine Verkabelung teuer und technisch aufwändig sei, will er sich für sie stark machen. Eine Alternative: „Wir müssen die Leitung vom Ort wegverlagern lassen – und für eine vernünftige Umgehung sorgen“, schlägt Brüning vor. Er fordert: „Die bereits bestehende Bürgerinitiative „Pro Erdverkabelung Metelen“ muss gut aufgestellt sein, wenn Untersuchungen vor Ort anlaufen.“
Auch wenn noch Jahre vergehen, bis die Trasse im Planfeststellungsverfahren geprüft wird, ist für die Anwohner klar: „Wir müssen jetzt aktiv werden.“ Ulrike Hundehege: „Wir tun das – für die Generationen nach uns.“

Münstersche Zeitung, 24.10.2009

 
Kein Erdkabel in Sicht
  

 
In der Diskussion: Die Stromversorgung über Hochspannung oder Erdkabel.
In der Diskussion: Die Stromversorgung über Hochspannung oder Erdkabel.
(msl)

 

 
Metelen - Zwischen den Bäumen in Metelen-Land knacken und surren die Hochspannungsleitungen. Die Stahlkolosse ragen 30, 40 Meter in den Himmel. Jetzt sollen sie noch höher werden. Die Hochspannungsleitung soll ausgebaut werden - von 220 auf 380 Kilovolt und mit bis zu 55 Meter hohen Masten. Die Anwohner fordern deshalb, die Kabel unterirdisch zu verlegen. Netzbetreiber Amprion (eine Tochterfirma der RWE) hat das bislang abgelehnt.


Die Metelener Leitungen sind Teil der Strecke von der Nordsee (Diele) zum Niederrhein (Wesel). Die Spannung auf dieser Strecke muss auf 380 Kilovolt erhöht werden, weil sie Strom aus Offshore-Windparks in der Nordsee abtransportieren muss. Das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) genehmigt das zwar, hat die Strecke von Diele zum Niederrhein aber gleichzeitig zur Teststrecke für Erdverkabelungen gemacht. Die Leitungen in Metelen in die Erde zu legen, ist also möglich, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen: wenn Häuser innerorts weniger als 400 oder im Außenbereich weniger als 200 Meter von der Trasse entfernt sind.

„In Metelen liegen Häuser sogar direkt unter den Leitungen“, weiß Bürgermeister Helmut Brüning, „aber für die Erdverkabelung muss das auf einer Länge von drei Kilometern der Fall sein - und das ist bei uns nicht so.“ Ein Recht auf unterirdische Kabel in Metelen besteht also nicht. Netzbetreiber Amprion sah diese Kriterien bislang nur in Borken, Raesfeld und Ledgen erfüllt. „Aber die Planungen sind noch in der Anfangsphase“, so Brüning. Bürgerinitiative und Amprion haben trotzdem bereits Stellung bezogen.
Martina Schulze Lohoff

Gesund, schön, günstig
Metelen - Die Metelener Bürgerinitiative „Pro Erdverkabelung“ um Willi Fedeler kämpft dafür, dass der Ausbau der Stromtrasse Diele/Wesel unterirdisch geschieht. Hier die Argumente.

Kosten: Die Kosten für eine Erdverkabelung seien bereits „ab einer Trassenlänge von 150 Kilometern mit denen einer herkömmlichen Freileitung vergleichbar“, schreibt die NRW-weite Bürgerinitiative, der sich auch die Metelener angeschlossen haben, in ihren Grundsätzen. 
 

Landschaftsbild/Umwelt: Eine unterirdische Verkabelung schone Mensch, Tier und Natur. Ohne die Strommasten wäre das Landschaftsbild natürlicher und es würde weniger Fläche verbraucht.

Gesundheit: Die Metelener Bürgerinitiative sorgt sich insbesonders um die Gesundheit der Anwohner. Eine ausgebaute Trasse mit einer höheren Spannung erzeuge mehr Elektrosmog und elektromagnetische Wechselfelder.

Alternative: Der Gebietsentwicklungsplan sehe vor, dass neue Leitungen entlang bereits bestehender Infrastrukturtrassen geplant werden sollten. Die Initiative schlägt daher eine Trassenführung entlang der Autobahn 31 vor.
 

Ungefährlich und alternativlos
 
 Metelen - Netzbetreiber Amprion möchte die bisherigen Masten (34 bis 40 Meter) der Strecke Diele/Wesel durch 50 bis 55 Meter Stahlkolosse ersetzen. Deren Leitungen transportierte dann eine Spannung von 380 Kilovolt. „Die Planungen sind noch in einem sehr frühen Stadium“, so Amprion-Pressesprecher Andreas Preuß auf Anfrage.
Kosten: Amprion gab an, dass eine komplette Erdverkabelung der Strecke fünf bis sieben Mal so teuer wie eine Freileitung sei.

Umwelt: „Eine Erdverkabelung ist ein erheblicher Eingriff in den Boden“ (Preuß). Unter der Erde müssten 25 bis 30 Meter Kabelstraßen gegraben werden. Auf diesen Trassen dürfe nicht gebaut werden, außerdem gebe es Problemen, wenn Bahngleise unter- oder ein Landschaftsschutzgebiet durchquert werden müssten.

Gesundheit: „Wir halten uns bei den Emissionswerten an den gesetzlichen Rahmen“, so Preuß. Gesundheitliche Risiken verneinte er.

Alternativen: „Eine Trasse entlang der A31 wäre eine ganz neue“, sagte Preuß. Der Gesetzgeber, so der Amprion-Sprecher, entscheide sich jedoch häufig für schon bestehende Strecken. „Wenn schon jemand eine Trasse vor der Tür hat, sei es dann das kleinere Übel diese auszubauen. Entlang der A31 gäbe es genauso viel Widerstand.“
 

Westfälische Nachrichten, 28.10.2009

 
 
 
Leben unter Hochspannung

 
 

 
Leben unter Hochspannung: Die Anwohner in Metelen-Land fordern eine Erdverkabelung.Fotos: Schulze Lohoff
Leben unter Hochspannung: Die Anwohner in Metelen-Land fordern eine Erdverkabelung.Fotos: Schulze Lohoff

 

 
Metelen - Karl-Heinz Bückers-Hundehege deutet aus dem Fenster seiner Gartenbaufirma. „Da vorne bei den Schwiegereltern, da haben wir von der Mitte der Hochspannungsleitung bis zum Haus einen Abstand von nur 17 Metern gemessen.“ Setzt jetzt die Firma Amprion ihre Pläne, die Leitung auszubauen um, würde der Abstand zwar ein bisschen größer, doch das Landschaftsbild in Metelen-Land würde ein ganz anderes.

Die RWE-Tochter will die alten Strommasten gegen neue austauschen, die mit 50 Meter so hoch wären wie der Pariser „Arc de Triomphe“ und deren Traverse dann so breit wären wie die Pfähle heute hoch sind - 30 Meter. Und auch die Spannung, die auf der Trasse transportiert würde, wäre höher: Anstatt mit 220, knisterte die Leitung mit 380 Kilovolt.
Den Anwohnern der Trasse, ob in Metelen-Land oder in der Bauerschaft Samberg, gefällt das gar nicht. „Ein 50-Meter-Mast im Garten stellt für mich allein schon eine Bedrohung dar“, sagt Bückers-Hundehege am Sonntagmorgen bei einem Ortstermin am Bahnhof. Er und acht andere Betroffene fordern an diesem Morgen: Die Kabel sollten in die Erde. Und wenn eine Erdverkabelung nicht möglich sei, dann soll die Trasse an die A31 verlegt werden.
„Welche Voraussetzungen müssen denn erfüllt werden, damit die Kabel in die Erde kommen“, fragt ein Anwohner. Innerorts müssten Häuser weniger als 400 Meter von der Leitung entfernt sein, außerorts weniger als 200 Meter, erklärt Willi Fedeler, der sich bereits in der NRW-weiten Bürgerinitiative „Pro Erdverkabelung“ engagiert. „Allerdings“, fügt er an, „muss das auf einer Strecke von drei Kilometern der Fall sein.“ Bückers-Hundehege hält diese Regel für anfechtbar: „Die drei Kilometer kann man nirgends nachlesen.“ Die Metelener Anwohner der Trasse, die von der Nordsee bis zum Niederrhein reicht und komplett ausgebaut werden soll, sammeln am Sonntagmorgen bei Hundehege ihre Argumente gegen den Ausbau: Elektrosmog und Magnetfelder gefährdeten die Gesundheit. Die Immobilien verlören ihren Wert. Die Riesenmasten verschandelten das Landschaftsbild.

„Wir sollten so viel wie möglich dokumentieren“, schlägt Hundehege für das weitere Vorgehen vor. Alle sollten die Abstände zwischen ihren Häusern und der Leitung ausmessen und auf einem Foto markieren. „Das muss am besten ein dicker Ordner werden“, sagt eine Frau, „damit wir das Amprion vorlegen können.“ Ein Foto vom Haus seiner Schwiegereltern hat Bückers-Hundehege bereits abgeheftet.

Bürgermeister Helmut Brüning lädt Anlieger und Vertreter des Netzbetreibers Amprion am 12. November (Donnerstag) zu einem Erörterungsgespräch in den Sitzungssaal der Gemeinde ein. Beginn ist um 17 Uhr.

Margitta Schulze Lohoff, Westfälische Nachrichten, 3.11.2009

Pro Erdkabel NRW
 
Gespräch mit Amprion am 12. November
am 5.11.2009 11:57 Uhr
METELEN Die Vertreter der Bürgerinitiativen Pro Erdkabel NRW haben sich kürzlich im Kreis Borken getroffen – unter ihnen war auch ein Vertreter der Metelener Initiative, die gegen den Ausbau der bestehenden Hochspannungsleitung auf 380 Kilovolt kämpft.
Sie vereinbarten, sich weiter für eine komplette Erdverkabelung der von Wesel bis ins niedersächsische Diele verlaufenden Trasse im Münsterland einzusetzen. Die Tochtergeselschaft von RWE Amprion plane lediglich drei Teilabschnitte in Raesfeld, Borken und Legden zu verkabeln. Die Initiativen störe die enge Auslegung des Energieleitungsausbaugesetzes.

Die Kosten als das entscheidende Argument wollen sie ebenfalls nicht gelten lassen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Bürgerinitiativen fordern eine echte Prüfung von Möglichkeiten, die Trasse zu versetzen und der Erdverkabelung nach dem Gleichstromprinzip vorzunehmen. Von den Gemeinden und Kreisen erwarteten sie, dass sie sich gemeinsam mit ihnen mit einer Stimme für eine Komplettverkabelung einsetzen.

Diskussion zu Trassenalternativen

Der Bürgermeister der Gemeinde Metelen hat Vertreter von Amprion und die Mitglieder der Bürgerinitiative zu einem Gespräch am 12. November um 17 Uhr in den Sitzungssaal der Gemeinde im Bürgerhaus eingeladen. Dort soll der Sachstand besprochen werden, um dann über Trassenalternativen und technische Alternativen zur Freileitung zu diskutieren.

Karl-Heinz Hundehege von der Initiative Metelen begrüßt diesen Schritt und kündigt weitere Aktivitäten auch in Richtung Kreis an: „Nachdem wir in der letzten Zeit eher abgewartet und uns ruhig verhalten haben, wollen wir jetzt wieder Dampf machen.“
 
Münstersche Zeitung, 5.11.2009
 

Erdverkabelung „ist unrealistisch“
Metelen - Entschieden ist noch lange nichts. Frühestens im Jahr 2011 beginnt das Genehmigungsverfahren für den Ausbau der Hochspannungsleitung zwischen Samberg und Metelen-Land. Trotzdem hat der Netzbetreiber - die RWE-Tochter Amprion - bereits gestern die betroffenen Metelener Bürger zu einem Informationsgespräch eingeladen.

„Wir wollen mit allen Anliegern sprechen und nehmen ihre Bedenken ernst“, sagte Oliver Cronau, bei Amprion für „Genehmigungen/Umweltschutz/Leitungen“ verantwortlich, vor dem Treffen. Gleichzeitig betonten er und Projektleiter Dieter Picklapp jedoch auch: Alternativen zu dem Ausbau der Trassen gebe es aus ihrer Sicht keine. Und auch eine Erdverkabelung, wie sie die Anwohner fordern, sei in Metelen unrealistisch. „Genauso wie eine komplette Verkabelung“, fügte Picklapp an. Er und Cronau rechneten vor: Amprion muss eine Strecke von 140 Kilometern für eine Spannung von 380 Kilovolt ausbauen. Als Freileitung kostet das 140 bis 150 Millionen Euro. Eine Erdverkabelung, so schätzen die Ingenieure, wäre jedoch fünf bis sieben Mal so teuer.
 » Die Eindrücke vom Treffen mit der Bürgerinitiative und die weiteren Vor- und Nachteile von Freileitungen und Erdkabeln stellen wir in unserer morgigen Ausgabe vor.
 

Tageblatt, 12.11.2009

 

Erdverkabelung
Amprion lenkt ein
Von Kathrin Herbers am 13.11.2009 19:27 Uhr
METELEN Das Blatt hat sich noch einmal gewendet: Während die RWE-Tochter Amprion eine Erdverkabelung der geplanten 380-KV-Leitung für Metelen im Pressegespräch am Donnerstag zunächst abgelehnt hatte, lenkte sie im anschließenden Treffen mit den Anwohnern ein – und zieht sie nun zumindest in Erwägung.
„Ich habe das Gefühl, die Firma ist aus dem Gespräch mit einer anderen Einstellung wieder herausgegangen“, zeigte sich Bürgermeister Helmut Brüning gestern positiv überrascht. An dem Gespräch beteiligten sich rund 40 Betroffene, Politiker und Mitglieder der Bürgerinitiativen Pro Erdkabel NRW. Alle Beteiligten hätten eine ernsthafte Diskussion über Ängste und Bedenken geführt, die die Anwohner mit dem Ausbau der Freileitung verbinden, so Brüning.

Es habe sich zwar zunächst nur um einen ersten Austausch gehandelt. Doch klar sei schon jetzt: Die Gemeinde, die Metelener Bürgerinitiative und Amprion wollen nun gemeinsam realistische Alternativen zur Freileitung erarbeiten.

Leitungen weit weg von den Häusern unter die Erde

Brüning zeigte sich optimistisch: „Wir werden alles tun, die Leitung weg von den Häusern und unter die Erde zu kriegen. Ich bin überzeugt, dass wir das gemeinsam schaffen.“ Bedingung sei allerdings, dass jetzt vor Ort aufgezeigt werde, dass die Voraussetzungen des Energieleitungsausbaugesetzes in Metelen erfüllt werden.

Und an dieser Stelle hakte es bislang: Denn das Gesetz sieht vor, dass dort Kabel in die Erde verlegt werden können, wo Wohngebäude auf einer Länge von drei Kilometern sehr nah an die Freileitung heranreichen. Ansonsten sei das technisch aufwändige Verfahren nicht als wirtschaftlich erachtet, so Amprion-Projektleiter Dieter Picklapp. Dies sei aber nach Berechnungen von Amprion in Metelen nicht der Fall.

Waldseegebiet bislang nicht berücksichtig worden

Hiermit zeigten sich die Anwohner nicht einverstanden: „Es kann nicht sein, dass ökologisch produzierter Strom wie zu Omas Zeiten transportiert wird“, betonte Ulrike Hundehege. „Wir wollen nachweisen, dass wir auf eine fünf Kilometer lange Strecke kommen“, erklärte Ulrike Hundehege.

Schließlich sei das Metelener Waldseegebiet bislang noch nicht bei den Überlegungen berücksichtigt worden. Diese und weitere Argumente der Betroffenen wolle Amprion nun prüfen: „Es sind neue Gesichtspunkte aufgetaucht – wie die Häuseransiedlung, die bislang nicht in unseren Plänen auftauchte“, sagte Dieter Picklapp dazu.

Verständigung mit Landwirten

Zweifel des Unternehmens, dass Landwirte die lange Bauzeit des Erdkabels auf ihren Feldern nicht dulden würden, suchte Bernhard Wiggenhorn während des rund zweistündigen Treffens zu entkräften: „Ich als Landwirt bin bereit, das in Kauf zu nehmen, wenn dafür die Masten unter die Erde – und mit ihnen die Strahlung – verschwinden.“ Doch ihm ist klar: „Auch die übrigen Grundstückseigentümer müssen Ja sagen und jetzt im Vorfeld ausreichend informiert werden.“

Anfang oder Mitte nächsten Jahres wolle Amprion sich in einem kleineren Kreis wieder mit der Gemeinde und Betroffenen zusammensetzen. Bis dahin gilt laut Picklapp weiterhin: „Alles ist noch offen.“ 
 
Münstersche Zeitung, 14.11.2009

 
 
Erdkabel am Horizont
 
 

 
Stellten den Anwohnern den Stand der Planung vor: Dieter Picklapp (l.) und Oliver Cronau von der Firma Amprion. Foto:
Stellten den Anwohnern den Stand der Planung vor: Dieter Picklapp (l.) und Oliver Cronau von der Firma Amprion. Foto:
(Margitta Schulze Lohoff)

 

 
Metelen - Am Ende schienen alle zufrieden. Die betroffenen Anlieger, die sich in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben, der Bürgermeister und auch die Firma Amprion. Nachdem sich am Donnerstagabend im Rathaus alle zu einem Informationsgespräch getroffen haben, scheint eine Erdverkabel-ung anstelle einer neuen Hochspannungsleitung in Metelen nun doch möglich. Sie ist zumindest „nicht mehr ausgeschlossen“, freute sich Anlieger Karl-Heinz Bückers-Hundehege gestern.

Im vorangegangenen Pressegespräch am Donnerstagnachmittag hatten das die Amprion-Vertreter Dieter Pick-lapp und Oliver Cronau noch ausgeschlossen. Doch die Argumente der Bürgerinitiative scheinen überzeugend gewesen zu sein. „Ich habe den Eindruck, dass das Treffen so fruchtbar war, dass das konsequente Nein nicht mehr steht“, erklärte Bürgermeister Helmut Brüning gestern.
Knackpunkt war offenbar das Argument, dass die Gebäude in Metelen-Land nicht als einzelne Häuser, sondern als eine Art Siedlung oder Dorfgemeinschaft zu betrachten seien. Dann nämlich würden andere Voraussetzungen für den Ausbau der Trasse gelten, weil mehr Anlieger betroffen wären - zum Beispiel alle Häuser aus dem Waldseegebiet.
Ob diese Argumentation ausreicht, wird jetzt geprüft. Die Planungen des Netzbetreibers Amprion, der die 220-Kilovolt-Leitung auf 380 kV ausbauen will, stehen noch am Anfang. „Wir wollen dabei auf jeden Fall weiterhin mit der Bürgerinitiativen zusammenarbeiten“, betonte Picklapp gestern noch einmal.
 

Tageblatt, 13.11.2009

 

380-kV-Leitung
Vorhaben nicht für Experimente geeignet
am 10. Februar 2010 07:27 Uhr
METELEN/RAESFELD Auf zahlreichen Informationsveranstaltungen wird die Amprion GmbH, eine Tochter der RWE, ab Ende März über die Pläne zum Bau einer 380-kV-Leitung durch den Kreis Borken informieren. Der erste „Marktplatz“ findet am 24. März in Raesfeld statt.

Weitere Veranstaltungen in Borken und Legden sollen folgen. Das erklärten die Vertreter der Amprion GmbH bei einem Gespräch im Borkener Kreishaus. Herr des Planfeststellungsverfahrens ist die Bezirksregierung Münster.

Die Amprion GmbH will die Unterlagen zum Start des Planfeststellungsverfahren für den ersten Abschnitt, der die Gemeinde Raesfeld betrifft, im Laufe dieses Jahres bei der Bezirksregierung einreichen.

Aus 220 kV- wird eine 380-kV-Leitung

Die 380-kV-Leitung zwischen Meppen in Niedersachsen und Wesel soll auf der bisherigen Trasse einer 220-kV-Leitung errichtet werden und vor allem den Transport großer Energiemengen aus Windparks an der Nordseeküste nach West- und Süddeutschland sichern. Das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) definiert die Trasse als Pilotstrecke für die Erdverkabelung.

Derzeit plant die Amprion GmbH, die für den Leitungsausbau verantwortlich ist, Erdverkabelung auf Teilabschnitten in Borken, Legden und Raesfeld. Mit der Stadt Gescher will Amprion weitere Gespräche führen, um Alternativen für den geplanten Trassenverlauf zu klären. Betroffen sind von der neuen Leitung zudem die Gemeinden Heiden, Schöppingen und Velen sowie Metelen im Kreis Steinfurt.

Kaum Chancen für Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung

Die Initiative „Pro Erdkabel NRW“, in der sich aus den Anrainerkommunen engagieren, hatte wiederholt eine Erdverkabelung in HGÜ-Technik (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) gefordert. Dieser räumt Achim Zerres von der Bundesnetzagentur allerdings kaum Chancen ein.

Er könne sich nicht vorstellen, dass ein Kabelpilotprojekt zur Netzverstärkung gleichzeitig auch als HGÜ-Projekt durchgeführt werde.
„Diese extrem wichtigen Leitungsbauvorhaben eignen sich nicht als Experimentierfelder“, so Zerres. „Außerdem würde die HGÜ-Technik nach heutigem Stand exorbitante Mehrkosten für die Stromkunden eröffnen.“

Jetzt geht es in die Feinplanung - Fertigstellung 2015

Amprion geht jetzt in die Feinplanungen und will in allen betroffenen Kommunen Gespräche führen. Mit der Fertigstellung der 380-kV-Leitung rechnet Amprion frühestens im Jahr 2015. Baubeginn soll nach Möglichkeit im Jahr 2012 sein.
 

Münstersche Zeitung, 12.2.2010

 

Hochspannungsleitung: Windparkleitung soll bis 2015 fertig sein

METELEN Nach wie vor soll die geplante Höchstspannungsleitung von den neuen Windparks in der Nordsee bis zum Niederrhein, die auch quer durch Metelen verläuft, 2015 ans Netz gehen. Ob diese im Vechtestädtchen über der Erde oder unterirdisch verläuft, ist nach wie vor offen.Von Katrin Herbers

 

Bis 2015 will Amprion die bestehende Trasse durch eine 380-kV-Leitung ersetzen. (Foto: Archiv)

"Zwar ist das Energieleitungsausbaugesetz dazwischengekommen. Aber wir hoffen, dass wir die Zeit aufholen und wollen 2015 fertig werden", unterstreicht Dieter Picklapp, bei der RWE-Tochter zuständig für die Genehmigungen und den Umweltschutz beim Leitungsbau.

Picklapp meint das von der Bundesregierung angestoßene Pilotprojekt zur Erdverkabelung. Das Ende August vergangenen Jahres in Kraft getretene Gesetz sieht die rund 130 Kilometer lange Trasse zwischen dem niedersächsischen Diele und Wesel als Pilotstrecke vor, auf der die Erdverkabelung erprobt werden soll. Als geeignete Teilabschnitte wurden Bereiche in Raesfeld, Borken und Legden ausgewählt.

Bürgermeister und Bürgerinitiative für Erdverkabelung

Zahlreiche Metelener und Bürgermeister Helmut Brüning machen sich dafür stark, dass auch der durch Metelen laufende Abschnitt dazu gehört. "Noch ist alles offen", meint Wilhelm Fedeler, der den "Bürgerinitiativen Pro Erdkabel NRW" angehört. Die Beteiligten setzen nach wie vor auf eine erheblich kostenintensivere Erdverkabelung nach dem Gleichstromprinzip (HGÜ).

"Die Zeit spricht für uns. Je länger die Planungen dauern, umso besser kann die Technologie erforscht und erprobt sein", hofft er, dass der technische Fortschritt in Metelen Früchte trägt." Diese Hoffnung teilt auch Bürgermeister Helmut Brüning.

Amprion entwickelt Technik weiter

"Amprion geht neue Wege. Und die Firmen sind ständig dabei, die Technik weiterzuentwickeln", sagt Brüning, der in den vergangenen Wochen gemeinsam mit Mitgliedern der Bürgerinitiativen an Informationsveranstaltungen zum Thema teilgenommen hat. Nach den Sommerferien wollen Verwaltung und Bürger sich erneut zusammensetzen und Alternativvorschläge zur geplanten 380-kV-Freileitung erarbeiten.

Neben der Überlegung, die Leitung entlang der A31 zu verlegen, sei eine Verlagerung weg von den Häusern denkbar - immer unterirdisch, versteht sich. Zeit genug bleibt den Beteiligten noch: Mit dem Beginn der Arbeiten am ersten Teilabschnitt in Wesel rechnet Picklapp frühestens Ende 2010. "Bis die intensiven Planungen für Metelen anfangen, dauert es bestimmt noch knapp zwei Jahre."

 Münstersche Zeitung, 21.07.2010

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