Niedersachsen Presse

 

E.ON plant Hochspannungsleitung durch das Emsland

Meppen,hh Hannover/.


Der Energiekonzern E.ON plant eine Hochspannungsleitung mit 380 Kilo-Volt von Nord nach Süd quer durch das Emsland. Das hat gestern auf Anfrage unserer Zeitung das Niedersächsische Ministerium für den Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bestätigt.
Der Energieriese aus Düsseldorf habe einen Antrag für eine Überlandleitung zwischen dem ostfriesischen Diele und dem Niederrhein gestellt, so Dr. Dominik Mayer, stellvertretender Pressesprecher des Ministeriums. '"'Wir prüfen derzeit, ob dieser Antrag noch für das neue Landesraumordnungsprogramm (LROP) Berücksichtigung finden kann oder ob es ein gesondertes Verfahren geben wird'"', erläuterte Mayer.

Grundsätzlich habe E.ON einen Anspruch auf die Verlegung einer neuen Leitung. Der Ministeriumssprecher: '"'Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens prüfen wir, ob es Gründe gibt, die gegen den Bau einer Leitung sprechen. Ist die Leitung beispielsweise mit Natur- und Umweltschutz und dem Schutz der Bürger vereinbar, dann erteilen wir die Genehmigung.'"' Der Landrat des Kreises Emsland, Hermann Bröring, und die Bürgermeister der betroffenen Emsland-Gemeinden seien in der vergangenen Woche über die Planungen informiert worden.

Die Leitung soll nach unseren Informationen der Durchleitung von überschüssiger regenerativer Energie von der Küste in Richtung Nordrhein-Westfalen dienen und ist linksseitig entlang der Ems geplant. Sie soll eine Trasse haben, die bisher nicht für Strom- oder Gasleitungen genutzt wird und bis 2012 gebaut werden. Mit einer Überlandleitung - sie ist deutlich preiswerter als ein Kabelstrang unterhalb der Erde - ist verbunden, dass die Flächen unter der Leitung in einem Bereich von etwa 80 bis 100 Metern nur noch für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden könnten.

Was sagt der Landkreis Emsland zu den E.ON-Planungen? Landrat Hermann Bröring: '"'Grundsätzlich werden wir uns einer neuen Trasse nicht verschließen, fordern jedoch einen nachvollziehbaren Nachweis über ihre Notwendigkeit. Liegt dieser vor, muss der Verlauf gut durchdacht sein. Oberstes Gebot ist, dass die Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinden nicht eingeschränkt werden und das Emsland daraus einen Mehrwert erzielen kann.'"' Ob dieser Mehrwert aus seiner Sicht eine positive Entscheidung der noch unbekannten Investoren für den Bau eines neuen Kraftwerkes in Dörpen sein könne, ließ Bröring auf Nachfrage offen.

Bröring sagte, dass vor einer Zustimmung des Landkreises noch wesentliche Fragen beantwortet werden müssten. Beispielsweise sei noch zu prüfen, ob die Leitung besser unterirdisch, über den Korridor einer vorhandenen Gasleitung oder parallel zur bereits existierenden Stromleitung verlegt werden könne. Zur Beantwortung der offenen Fragen sei eine Arbeitsgruppe unter Federführung des Landkreises mit Beteiligung der Gemeinden, der Regierungsvertretung des Landes sowie der Stromkonzerne RWE und E.ON gebildet worden.

Diesen Artikel finden Sie unter:http://www.noz.de/lokales/12814263/e-on-plant-hochspannungsleitung-durch-das-emsland
Ausgabe: Meppener Tagespost
Veröffentlicht am: 14.03.2007



 

 

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