Sturm & Strom

 

     

Wer Freileitungen sät,

wird Sturm ernten!

Lebensgefährlich: Hochspannungsleitungen im Winter 2005

Wetter legt Verkehr lahm
Schnee und Eis haben besonders in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erhebliche Verkehrsprobleme verursacht. Der Betrieb am Flughafen Düsseldorf mußte wegen verschneiter Start- und Landebahnen zeitweise unterbrochen werden. Die Autobahn A 31 war wegen eines umgekippten Strommastes gesperrt. Allein in Nordrhein-Westfalen zählte die Polizei in der Nacht mehr als 750 Unfälle. Ein Mensch starb, 40 weitere wurden verletzt. Tausende Autofahrer mußten die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen. Auf der A 1 entstand ein Stau von bis zu 50 km.
Quelle: ARD-Videotext vom 26.11.05
 
 
"WIR HABEN NOCH IMMER KEINEN STROM!"
Es ist wie in der Steinzeit! Noch immer haben hunderttausende Menschen in Westdeutschland keinen Strom. Die Schneemassen haben unzählige Leitungen einfach durchbrechen lassen.
 
Die RWE Westfalen-Weser-Ems AG hat nach eigenen Angaben am Samstag alle verfügbaren Kräfte aufgeboten, um die Stromversorgung in Teilen Nordwestdeutschlands wiederherzustellen.


Das Schnee- und Sturmchaos hatte im westlichen Münsterland und im Raum Osnabrück den Zusammenbruch der Stromzufuhr von 25 Kommunen mit 250.000 Einwohnern bewirkt.

Allein von den Hochspannungsmasten waren etwa 50 nicht mehr funktionsfähig. Am Samstagnachmittag befanden sich den Angaben zufolge 250 RWE-Mitarbeiter sowie Hubschrauberbesatzungen im Einsatz.
Mehr als 50 Hochspannungsmasten kippten einfach um
Das Unternehmen wollte nach eigenen Angaben versuchen, bis zum Abend die Stromversorgung in einem Teil der betroffenen Gebiete wiederherzustellen. «Wann alle Ortsnetze wieder versorgt werden können, hängt auch von der weiteren Entwicklung der Wetterlage ab,» hieß es.

Zu der Misere war es gekommen, weil am Freitag ein aus den Niederlanden kommendes Sturmtief die Bildung von teilweise faustdickem Eis auf den Freileitungen bewirkt hatte. Sturmböen verursachten heftige Schwankungen dieser Schwergewichte und schließlich die Unterbrechung der Leitungen.

Katastrophenalarm galt für die westfälischen Kreise Borken und Steinfurt. Dort und im Kreis Coesfeld waren nach Angaben der Bezirksregierung Münster rund 100.000 Menschen ohne Strom. Krankenhäuser, Altenheime und viele Bauernhöfe wurden mit Notstromaggregaten versorgt, ein Altersheim in Vreden wurde geräumt.

Das RWE rief die Menschen in den vom Stromausfall betroffenen Gebieten auf, sich von beschädigten Strommasten und Leitungen fern zu halten. Die Überlandleitungen wurden von Hubschraubern aus inspiziert. Zwischen Metelen und Gronau an der niederländischen Grenze war man mit der Errichtung einer vier Kilometer langen Ersatzleitung beschäftigt, bei Borken wurde eine 220-Kilovolt-Hochspannungsleitung für den Betrieb mit 110 Kilovolt umgerüstet.
 
 
Strommasten knickten um wie Streichhölzer
Umgeknickte Strommasten auf einem Feld bei Laer in der Nähe von Münster.
 
  
(…) Etliche Hochspannungsmasten knickten unter der Last des Schnees ein.

130000 Menschen waren in 20 Orten ohne Strom. Mehrere Krankenhäuser wurden mit Notstromaggregaten versorgt, Altenheime wurden evakuiert, Katastrophenalarm gab es in den Kreisen Steinfurt und Borken. Viele Hausbewohner froren, deren eigentlich mit Gas oder Öl betriebene Anlagen ohne elektrischen Zündfunken nicht ansprangen.

Zahlreiche Tankstellen im Münsterland waren nur für Rettungsfahrzeuge geöffnet. (…)
 
Geisterstädte ohne Menschen im Schneechaos

«Wir können uns nicht einmal im Fernsehen informieren», schimpfte ein Mann in der Innenstadt von Münster. (…)

Das Städtchen Ochtrup wirkte fast wie eine Geisterstadt. Die Läden waren geschlossen. Kaum jemand war auf der Straße. Telefonleitungen und Handynetze waren genauso wie die Stromversorgung zusammengebrochen. «Wir haben die Leute aufgefordert, möglichst zu Hause zu bleiben und abzuwarten», sagte der Sprecher des Krisenstabes der Bezirksregierung Münster, Stefan Bergmann.

«Die Stimmung ist gespannt, aber es gibt keine Panik.» Menschen saßen bei laufendem Motor im Auto und hörten Radio, um sich ein Bild von der Situation machen zu können. Andere hockten bei Kerzenschein am Kaminfeuer. Wann es wieder Strom gibt, wusste keiner.

1000 Helfer von Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz, Bundeswehr, Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen schufteten seit Freitagabend. Im Bahnhof von Münster, wo in der Nacht der Zugverkehr zusammengebrochen war, mussten rund 50 Menschen in einem Luftschutzbunker unter den Gleisen schlafen. Schlechter hatten es Hunderte, die auf der vermutlich noch bis Sonntag gesperrten Autobahn 31 eingekeilt waren. Manche von ihnen mussten 15 Stunden lang ohne jede Versorgung ausharren.

Auch für die Landwirte wurde es nach dem stundenlangen Stromausfall eng, weil die Melkmaschinen nicht funktionierten. Für sie genauso wie für private Haushalte versuchte der Krisenstab, Notstromaggregate aus ganz Nordrhein-Westfalen zu sammeln. «Wir brauchen die dicken Dinger, die richtig Leistung bringen», sagt Sprecher Stefan Bergmann.
 
 
 
Noch immer sind ganze Gemeinden
von der Außenwelt abgeschnitten
 
    
 
Im Münsterland in Nordrhein-Westfalen sind mehr als 1000 Helfer im Einsatz, um die Folgen des Schneechaos zu bewältigen. Auch Soldaten der Bundeswehr helfen mit. Beim Regierungspräsidium Münster wurde ein Krisenstab eingerichtet.

In den nächsten Stunden besteht den Angaben zufolge jedoch keine Aussicht auf Normalisierung. Problem ist vor allem die teils zusammengebrochene Stromversorgung. Derzeit werde versucht, aus dem Raum Düsseldorf Notstromaggregate herbeizuschaffen.

Mindestens in zehn Gemeinden brach in der Nacht zum Samstag die Stromversorgung zusammen. Die Menschen saßen bei Kerzenschein vor dem Kaminfeuer. Das Krankenhaus im westmünsterländischen Vreden muss seit Stunden mit einem Notstromaggregat betrieben werden.
 
 
Autofahrer mussten in "Luftschutzbunker"
In Coesfeld wurde ein Altenheim evakuiert. Grund für die Stromausfälle waren umgeknickte Hochspannungsmasten, die der Last von Schnee und Eis nicht standhalten konnten.

Heftige Schneefälle von in der Region bisher nicht gekanntem Ausmaß und stürmischer Wind hatten das gesamte Münsterland in der Nacht zum Freitag in ein Winterchaos gestürzt. In den Kreisen Borken und Steinfurt wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Hunderte mussten die Nacht in ihren Autos verbringen, weil Straßen und Autobahnen unpassierbar waren. Der Zugverkehr brach zusammen.

Am Hauptbahnhof Münster nächtigten rund 50 Menschen in einem Luftschutzbunker, weil weder Züge noch Taxis verkehrten und umliegende Hotels ausgebucht waren. Sie wurden von Technischem Hilfswerk und Feuerwehr versorgt.
 
Quelle: http://www.rtl.de/news/rtl_aktuell_artikel.php?article=11
 
 
130 000 Menschen im Münsterland ohne Strom
Münsterland (dpa/wl) - Im Münsterland sind nach dem heftigen Wintereinbruch mit erheblichen Neuschneemengen derzeit nach Angaben des Versorgers RWE rund 130 000 Menschen ohne Strom. 20 Kommunen, vor allem in den Kreisen Steinfurt und Borken, seien betroffen, teilt RWE am Samstag mit. Teilweise seien die Heizungen ausgefallen. Auch in Öl- und Gasheizungen werde der Zündfunke elektrisch ausgelöst. Grund für die Stromausfälle seien neben umgeknickten Masten und abgerissenen Leitungen auch Kurzschlüsse.
 
  
Viele Unfälle,  Bahnlinien und Autobahnen gesperrt / Stromversorgung bricht stellenweise zusammen
Den Schnee am Freitag brachte Tief Thorsten. In Höhe der westfriesischen Insel hatte sich das Kaltluftgebiet festgesetzt, es  sorgte landesweit für chaotische Zustände.

Der Wintereinbruch ist von den Wetterdiensten frühzeitig angekündigt worden, die Vorhersagen sind eine Punktlandung. Und doch sorgt der erste Schnee, der mit Sturmböen im Gepäck kommt, fürs erste Chaos. (…) Am Nachmittag bildeten sich auch  im Münsterland Krisenstäbe, die die wachsende Zahl an Einsätzen koordinieren.

Die Folgen von Wind und Wetter beschert vor allem der Polizei einen arbeitsreichen Tag. (…) Zudem fällt überall immer wieder der Strom aus. Im Münsterland besonders stark betroffen davon sind Havixbeck, Velen, Gescher, Laer, Altenberge, Borghorst, Nordwalde, Ibbenbüren-Laggenbeck und Mettingen. Mancher Ort ist am Abend noch ohne Strom. Am späten Nachmittag bricht auch in Teilen Osnabrücks die Versorgung zusammen. "Die Leitungen in den vorgeschalteten Netzen der Stromversorger knallen bei dem Sturm zusammen, dadurch kommt es  zu Kurzschlüssen", erklärt Barbara Dierich vom Stromerzeuger RWE in Essen.
 
 
Das trifft auch die  Bahn. "Durch die Stromschwankungen ist  vor allem in der Rhein-Ruhr-Region an vielen Stellen die Steuerungstechnik ausgefallen, sagt Peter Grundmann vom DB Nahverkehr Westfalen. Signale auf Rot bedeutet auch: Verspätungen. Die sich im Tagesverlauf auswachsen, weil Büsche und Bäume in etliche Oberleitungen knallen. Auf den Hauptstrecken fahren die Züge 45 Minuten Verspätung ein. Im Münsterland brechen mehrere Verbindungen komplett zusammen. (…)
 
Dicht ist bis zum Abend ebenfalls die A31 zwischen Borken und Gescher, eine Starkstromleitung ist dort abgerissen.

Eine chaotische Bilanz des ersten richtigen Wintertages. "Fortsetzung folgt, gleich am Samstag", sagte zumindest Meteorologe  Hans-Werner Dannecker. Der schaute auf seine Wetterkarte und las vor: In den Morgenstunden Schneefall, der bis Mittag anhält.
 
Quelle: http://www.westline.de/nachrichten/lokal/index_9659.php
 

 
Krankenhaus ohne Strom
Rheine - Nasser Schnee auf der Überland-Stromleitung der RWE sorgte gestern auch in Rheine für erhebliche Stromschwankungen. "Wenn der Schnee abrutscht, fangen die Leitungen an zu schwingen. Wenn sie gegeneinander schlagen, gibt es einen kleinen Kurzschluss", erläuterte Stadtwerke-Chef Dr. Ralf Schulte-de Groot. (…) Man habe bereits am Morgen die großen Firmen der Stadt angerufen und gewarnt, sagte Schulte-de Groot. Dort fielen im Laufe des Tages immer wieder Computer und Maschinen aus. Und dann fiel am frühen Abend in Teilen der Stadt der Strom ganz aus " weil Überlandleitungen nachgaben.
Im Mathias-Spital brach die Stromversorgung zusammen. Drei Stunden lang übernahmen die Notstromaggregate die Versorgung, berichtete Verwaltungsdirektor Karl Brüggemann. Es habe alles funktioniert, nur habe man nicht alle Aufzüge in Betrieb gehalten und die Küche habe auf Sparflamme gekocht " nur zwei statt vier Menüs gab es zur Auswahl. - eul
25. November 2005 | Quelle: Münsterische Zeitung

 

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