Trassen in NRW

 Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!

Planungen für andere Hochspannungsleitungen in NRW

Bei den Bezirksregierungen sind derzeit folgende Verfahren zur Genehmigung von Hochspannungsfreileitungen anhängig oder für die nächste Zeit angekündigt:


1) Bezirksregierung Arnsberg
• Neubau einer 380 kV-Hochspannungsfreileitung vom Kraftwerk Westfalen nach
Uentrop
• Erneuerung der 110 kV-Hochspannungsfreileitung zwischen Herdecke und Dortmund


2) Bezirksregierung Detmold
• Neubauabschnitt Steinheim – Horn der 110 kV-Hochspannungsfreileitung Vörden –
Horn
• Ersatzneubauabschnitt Gütersloh – Bielefeld – Bechterdissen der 380 kVHochspannungsfreileitung
Walstedde – Bechterdissen
• Ersatzneubau der 110 kV-Hochspannungsfreileitung Kirchlengern – Meißen


3) Bezirksregierung Düsseldorf
• Ersatzneubau der 110 kV-Hochspannungsfreileitung Wittenhorst – Bocholt
• Masterneuerung im Zuge der 110 kV-Hochspannungsfreileitung Anschluss Mönchengladbach
• Erneuerung der 380 kV-Hochspannungsfreileitung Fellerhöfe – St. Tönis
• Ersatzneubau der 110 kV-Hochspannungsfreileitung Dülken – Erftwerk
• Neubau der 380/110 kV-Hochspannungsfreileitung Wittenhorst –Bundesgrenze
• Erneuerung der 380/110 kV-Hochspannungsfreileitung Kruppgürtel Essen
• Ersatzneubau der 380 kV-Hochspannungsfreileitung Sinsteden – Rommerskirchen
• Erneuerung der 380 kV-Hochspannungsfreileitung Lackhausen – Bredenwinkel
• Masterneuerung im Zuge der 220 kV-Hochspannungsfreileitung Osterrath – Wesel
• Ersatzneubau der 110 kV-Hochspannungsfreileitung Wesel – Emmerich
• Neubau der 380 kV-Hochspannungsfreileitung Wesel – Wittenhorst
• Ersatzneubau der Rheinkreuzung im Zuge der 220 kV-Hochspannungsfreileitung
Osterrath – Wesel
• Ersatzneubau der 110 kV-Hochspannungsfreileitung Anschluss Uerdingen
• Ersatzneubau der 110 kV-Hochspannungsfreileitung Anschluss Duisburg-Hochfeld
• Neubau der 380 kV-Hochspannungsfreileitung Osterrath – Gohrpunkt

• Neubau der 380 kV-Hochspannungsfreileitung Gohrpunkt – Rommerskirchen


4) Bezirksregierung Köln
• Ersatzneubauabschnitt Frenz – Hoven der 380/110 kV-Hoch-spannungsfreileitung
Weisweiler – Oberzier


5) Bezirksregierung Münster
• Ersatzneubauabschnitt Hervest-Dorsten – Borken der 110 kVHochspannungsfreileitung
Hervest-Dorsten – Stadtlohn
• Ersatzneubau der 110 kV-Hochspannungsfreileitung Wittenhorst – Bocholt
• Ersatzneubauabschnitt Hambüren – Landesgrenze Niedersachsen der 380 kVHochspannungsfreileitung
Westerkappeln – Gaste
• Neubau der 380 kV-Hochspannungsfreileitung Kraftwerk Datteln - Mengeder
• Neubau der 380 kV-Hochspannungsfreileitung Kraftwerk Lünen - Lippe

 (Aus der Antwort der Landesregierung NRW zu einer Kleinen Anfrage des Abgeordneten Reiner Priggen (Grüne), 23.7.2008)

 

Krefeld

WZ-Bus zur neuen Stromleitung im Westen: Anwohner wollen Klagen

von Ulrike Sinzel und Daniel Gonzales

Die von RWE geplante 380 Kilovolt-Leitung ist den Anliegern ein Dorn im Auge. Sie fordern, dass die Leitung vom Mast in die Erde verlegt wird.

Krefeld. Die von der RWE geplante neue Hochspannungsleitung entlang der Wohngebiete Tackheide, Benrad und Gatherhof macht den Anwohnern Sorgen. Sie ist 7,5 Kilometer lang, bis zu 70 Meter hoch, führt bis zu 380 Kilovolt (KV) Energie mit sich. Am WZ-Bus konnten die besorgten Krefelder ihrem Ärger Luft machen.

Als Kassierer und Geschäftsführer des Gartenbauvereins sind Heinz Hübner und Joachim Kollat bestens informiert über die Meinung der Kleingartenpächter. „Fast alle werden ihr Grundstück aufgeben, weil ihnen das Risiko zu groß ist“, sagen sie unisono. Neue Pächter zu finden sei mit der Leitung so gut wie unmöglich. Von 157 Pächtern seien 25 direkt, weitere 25 unmittelbar betroffen. Der Stadtverband der Kleingärtner hat einen Anwalt eingeschaltet, berichtet Kollat.

Über die mangelhafte Informationspolitik von Stadt und RWE ärgert sich Paul Guski. „Wir haben nur durch Zufall davon erfahren“, sagt der Tackheider und ergänzt: „RWE sollte mehr für den Gesundheitsschutz tun.“

Die Krefelder Politik bevorzugt eine Erdleitung, die aber nach Ansicht von RWE die Kosten von acht auf 40 Millionen Euro steigen lassen würde. „Das ist Unsinn, weil eine Verfünffachung der Kosten nur bei hügeligem oder felsartigem Untergrund entsteht, der hier eindeutig nicht ist“, agrumentiert Heinz-Dieter Flocken, Vorsitzender des Bürgervereins. Für ihn hat das Erdkabel neben dem Gesundheitsschutz zahlreiche andere Vorteile. „Der Energieverlust ist geringer, genauso wie die Schadenshäufigkeit.“

Massiv betroffen von der 380-KV-Leitung wären Claudia und Attila Rukover, die erst vor einem Jahr ein Einfamilienhaus im Benrader Feld gekauft haben. Es steht nur knapp zehn Meter von der Leitung entfernt. „Wir haben vor dem Kauf ein Gutachten erstellen lassen, welche Auswirkungen die bestehende 220-KV-Leitung hat“, berichtet Claudia Rukover.

Der Gutachter empfahl, nicht täglich die Hochterrasse zu nutzen, auf Metallgegenstände im Haus zu verzichten und wenig Elektrogeräte aufzustellen. „Der Vorbesitzer hat uns den Bau der neuen Leitung verschwiegen. Das Haus wäre unverkäuflich“, meint das Ehepaar. Weil die Stromleitung nicht im Grundbuch steht, werden die Rukovers wohl klagen.

 

380kV-Erdkabel statt Freileitung?
von Nina Peters
Die CDU und eine Bürgerinitiative aus Neuss haben Erfahrungen ausgetauscht.

Krefeld. Die acht Kilometer lange 380-KV–Leitung, die im Westen Krefelds von der A44 bis nach St. Tönis geplant ist, soll ein Erdkabel werden – zumindest wünscht sich das die CDU. Zu einem Meinungs- und Informationsaustausch hatte die Fraktion darum Vertreter der Bürgerinitiative „Pro Erdkabel Neuss-Reuschenberg“ geladen. Die Initiative kämpft darum, als Pilotprojekt ein Erdkabel statt einer Überlandleitung zu bekommen. „Wir wollen prüfen, ob dies in Krefeld auch möglich ist“, sagt CDU-Ratsherr Peter Kaiser.

Im August 2009 hat die Regierung das EnLAG, das Energieleitungsausbaugesetz, verabschiedet. Demnach soll es bundesweit Pilotprojekte mit Erdkabeln geben. Ziel ist es, die Auswirkungen eines unterirdischen Kabels auf die Umwelt zu erproben. Dass Krefeld für das Projekt in Frage kommt, hält Dieter Picklapp, der Planer bei amprion (RWE), für unwahrscheinlich: „Krefeld ist bei der Netzagentur dafür einfach nicht vorgesehen. Nachträglich in das Projekt rein zu rutschen geht meiner Meinung nach nicht.“

Ein Kabel, wie es in der Nordsee liegt, schwebt den Neussern vor

Zudem würde Krefeld die Voraussetzungen nicht erfüllen, denn: Damit der Teilabschnitt technisch und wirtschaftlich effizient ist, muss das Erdkabel mindestes drei Kilometern lang sein. Und es muss einen Abstand von 400 Meter zum Ortsrand haben. „Da das Kabel aus Wärmetechnischen Gründen aber eine Schneise von 30 Metern für die geplante Übertragungskapazität braucht, ist das aus Platzgründen in Krefeld nicht möglich“, erklärt Picklapp. Später dürften auf der Trasse keine Straße oder Häuser gebaut werden. Auch Bäume mit tief gehendem Wurzelwerk sind verboten.

Willi Traut, Sprecher von Pro Erdkabel Neuss-Reuschenberg, schwebt ein HGÜ-Kabel (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) vor, wie es etwa in der Nordsee liegt. „Für dieses Kabel braucht man eine Trasse von etwa 1,50 Metern.“ Dieter Picklapp hält dagegen: „Es gibt zwei verschiedene HGÜ-Kabel. Einmal das HGÜ-Light und das HGÜ-Klassik. Die schmale Trasse käme nur für die Light-Variante in Frage. Dieses überträgt nur etwa 400 MW und nicht, wie die 380-KV-Leitung, 3000 MW.“

Mitte 2010 will Dieter Picklapp das Genehmigungsverfahren für die Leitung einleiten. Baubeginn könnte 2011 sein.
Die Freie Wählergemeinschaft hatte die Anfrage gestellt, ob die Leitung zu einer bereits vorhandenen 220-KV-Leitung verläuft, oder ob diese entfernt wird. „Beide verlaufen parallel“, sagt Picklapp.
Amprion ist eine unabhängige Tochterfirma der RWE AG und hieß bis September 2009 RWE Transportnetz Strom GmbH.

Für Krefeld käme höchstens die Klassik-Version als Freileitung in Frage. „Bisher wurde so ein Kabel noch nie als Erdkabel verlegt. Allein die Kosten sind zehn Mal so hoch bei einer Freileitung.“ Nur bei Entfernungen von rund 10000 Kilometern und geringen Übertragungswerten würden sich HGÜ-Kabel eignen, weil sie auf langen Strecken wenig Energieverlust haben. Dafür wären die Umspannwerke wesentlich größer als bei der 380-KV-Leitung.

Die CDU will die Gespräche mit der Initiative aus Neuss fortführen. „Beim nächsten Treffen müssten die technischen Fragen geklärt werden“, sagt Kaiser.

WZ, 30.3.2010

 
Keine Chance für ein Erdkabel in Krefeld?

von Martina Nickel

Im Planungsausschuss wurde über Starkstrom und den Eisernen Rhein diskutiert.

Krefeld.

Was kann Krefeld tun, um in zwei Projekte, die potentiell für die Bürger belastend sind oder sein können, einzugreifen? Diese Frage trieb am Mittwochabend den Planungsausschuss um.

Zum einen ging es um die geplante Hochspannungsleitung an der Grenze zu Willich. Die Planerfirma Amprion stellte den aktuellen Stand des Projektes vor. So wolle man nach den Landtagswahlen in das Planfeststellungsverfahren einsteigen. Mit einem Baubeginn rechnet man „eher ab 2012“. Die Option eines Erdkabels wurde allerdings erneut ausgeschlossen, zum Ärger der Ausschussmitglieder. So hatte die CDU auf das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) verwiesen, in dem bundesweit vier Pilotprojekte mit Erdkabeln vorgesehen sind.

Krefeld ist zwar nicht darunter verzeichnet, die Krefelder Politik würde aber gerne aufgenommen werden. Amprion verwies dagegen auf die Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde, auf die hohen Kosten und darauf, dass es noch keine Erfahrungen mit solcherlei Erdkabeln bei 380-Kilovolt-Leitungen gebe.

Zudem hatte die Verwaltung in ihrem Sitzungspapier darauf hingewiesen, dass die Krefelder Leitung im EnLAG nicht aufgeführt sei, eine Erdverlegung daher nicht gefordert werden könne. Man wolle das Ziel dennoch weiter verfolgen, bekräftigten CDU, FDP und Grüne.

 

WZ, 5.5.2010

Meerbusch

Angst vor Elektrosmog

VON JAN POPP-SEWING

 
Die RWE will neue Höchstspannungsleitungen bauen. Foto: ddp
 
 

In Krefeld geht die Angst vor dem Elektrosmog um: Die Parteien der Nachbarstadt wehren sich vehement gegen den Bau einer 380 Kilovolt-Höchstspannungsleitung, die der Versorger RWE am Niederrhein plant. Die turbulente Strom-Diskussion könnte in den nächsten Wochen auch auf Meerbusch übergreifen, denn die neue Überlandleitung soll von Krefeld-Fichtenhain kommend über die Umspannanlage Osterath weiter Richtung Kaarst geführt werden. Bislang besteht auf dieser Trasse lediglich eine deutlich schwächere 220-Kilovolt-Leitung. Voraussetzung für den Bau der 380-kV-Leitung ist ein Planfeststellungsverfahren, bei dem auch die Stellungnahme der Stadt und betroffener Bürger eingeholt wird. RWE erklärte auf RP-Anfrage, dass der entsprechenden Antrag noch im November eingereicht werden solle. Für den Winter plant der Versorger eine Bürgerversammlung, um seine Pläne zu erläutern.

Der Konzern versicherte, dass die andere Meerbuscher Hochspannungsleitung, die von Osterath aus quer durch Strümp Richtung Duisburg-Mündelheim führt, von dem Ausbau nicht betroffen sein werde. Die dortigen jahrzehntealten Kabel waren gerade erst im Sommer erneuert worden. Die neue Leitung läuft in Osterath weitestgehend über landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Eigentümer sollen eine Entschädigung erhalten.

Anfrage der Grünen

Die Meerbuscher Parteien bekamen zum Thema 380-Kilovolt-Leitung zunächst nur eine Informationsvorlage im Planungsausschuss vorgelegt. Das Kreisumweltamt erklärte, dass zum Bau der 380-kV-Leitung eine Erlaubnis von Bezirksregierung und Umweltamt ausreiche – ohne dass Parteien oder Bürger in einem Planfeststellungsverfahren gefragt werden müssten. Das führte umgehend zu einer Anfrage der Grünen ans NRW-Wirtschaftsministerium. Die ministerielle Antwort war eindeutig: Bei so einem gravierenden Ausbau einer Höchstspannungsleitung müssen Anwohner und Politik Stellung nehmen können. Das Planfeststellungsverfahren ist also doch Pflicht.

Wie die Meerbuscher Parteien auf den RWE-Antrag reagieren werden, ist noch offen. In Krefeld geht es in der Sache zurzeit hoch her: Im Auftrag der Politik verweigert dort die Verwaltung die Zustimmung zum Bau der Leitung auf Flächen, die der Stadt gehören. Auch möglichen Wartungsarbeiten wollen die Krefelder nicht zustimmen.

Mit dem Bau der Leitung zwischen Diele, Meppen, Wesel, Utfort, Osterath, Kaarst, Rommerskirchen und Sechtem-Weißenthurm will RWE einen Beitrag zur Energiesicherheit leisten. Der Bundesrat hat bereits festgestellt, dass der Bau der neuen Trasse dringlich ist.

RP online, 10.10.2008

 

Grevenbroich

Sonntag, 01. März 2009

Bürgerinitiative gegen den Ausbau der 380kV Hochspannungsleitung von Meerbusch Osterath nach Gohr (Rhein-Kreis-Neuss)

Die am 23.1.2009 in Grevenbroich-Neukirchen gegründete Bürgerinitiative wehrt sich gegen eine Erhöhung von Strahlenbelastungen und massiven Wertminderungen von Grundstücken durch den Neubau einer 380kV Freileitung durch das RWE.

Unsere Bürgerinitiative "380kV - Nein Danke!" kämpft stellvertretend für die Bürgerinnen und Bürger im Rhein-Kreis-Neuss gegen den Neubau einer 380kV Hochspannungsleitung von Osterath nach Gohr. Die neue Leitung soll direkt neben der bereits vorhanden Hochspannungsleitung errichtet werden und bedeutet massive Beeinträchtigungen gerade für die Bürger, die bereits heute schon mit einer Hochspannungsleitung leben müssen.

 

 

Neuss-Reuschenberg

Demo für Erdkabel

verfasst von: WilliTraut am 26.10.2009, 19:48 Uhr
 
Ne-Reuschenberg. Am Samstag, den 31.10.2009 wollen wir, die Bürgerinitiative "pro Erdkabel Neuss Reuschenberg" gegen die oberirdische Verlegung einer weiteren 380KV Höchstspannungsfreileitung, die RWE von Emden (Norddeutschland) über Reuschenberg bis nach Weißenturm verlegen will, demonstrieren.

An der Demo nehmen die Kindertagesstätten und die Schulen teil. Treffpunkt ist um 10:30 Uhr auf dem Kirmesplatz in Reuschenberg von dort aus Demonstrationszug zur Wiese Ecke Finken - Dahlienstraße.

Dort findet gegen 11:00 Uhr die Veranstaltung statt. Bisher haben uns über 800 Reuschenberger Bürger/innen mit Ihrer Unterschrift unterstützt. Die örtlichen Medien und die Politik wurden von unserem Vorhaben unterrichtet.

Willi Traut

 

Demo der BI "pro Erdkabel Neuss-Reuschenberg"

verfasst von: WilliTraut am 01.11.2009, 14:20 Uhr
Politik 
Neuss. Am Samstag, den 31.10.2009 fand die Demonstration für die Verlegung der neuen 380 KV Leitung als Erdkabel statt.

An der Demo nahmen ca. 350 Bürger und Bürgerinnen aus ganz Neuss teil.
Der Treffpunkt war um 10:30 Uhr auf dem Reuschenberger Kirmesplatz und um 10:45 Uhr zog die Demo über die Nachtigallenstrasse zur Ecke Finkenstrasse / Dahlienstrasse, wo die eigentliche Demo stattfand.

Für den sicheren Zugang dorthin sorgte die Neusser Polizei.

Es waren Vertreter aus fast allen Parteien anwesend, besonders aber möchten wir uns bei folgenden hochrangigen Politikern bedanken:

Herr Heinz Sahnen / CDU / MdL
Herrn Holger Ellerbrock / FDP / MdL / Umweltpolitischer Sprecher
Herrn Rainer Priggen / Grüne / MdL / Umweltpolitischer Sprecher

Die kurzen Reden der o.a. Politiker waren sehr präzise und exakt und wurden deswegen mit tosenden Beifall bedacht.

Unter den Demoteilnehmern waren auch an die 40 Kinder, die besonders durch ihre selbst gemalten Plakate und Demonstrations T-Shirts auffielen.

Die "Bürgerinitiative pro Erdkabel Neuss-Reuschenberg" bedankt sich hiermit bei allen Teilnehmern für die Anwesenheit, die schönen selbst gemachten Plakate und den wunderbaren Ablauf der Demo.

Während der ganzen Zeit der Demo war ein Kamerateam des WDR Düsseldorf vor Ort. Neben der Demo wurden auch viele Interviews mit den Demonstrierenden geführt. Gesendet wurde dies am 31.10.2009, um 19:30 Uhr.

Die Bürgerinitiative ist gerade im Begriff eine eigene Homepage zu erstellen, die dann unter der Adresse

"www.pro-erdkabel-neuss.de"

angesehen werden kann.
Wir würden uns über einen Klick von ihnen freuen.

Willi Traut & Dr. Heinrich Koeppen

Osterath - Gohrpunkt - Rommerskirchen

Erläuterungen der RWE aus dem Jahr 2008: http://www.bi-bigben.de/pdf/380kv_trasse01.pdf

Kaarst

Neue Bürgerinitiative wehrt sich gegen neue RWE-Freileitungen

zuletzt aktualisiert: 26.04.2010 - 12:33
 

Kaarst (NGZO) In Kaarst hat sich eine Bürgerinitiative "Pro Kabel Kaarst" gegründet. Sie ist angelehnt an die Initiative in Neuss "Pro Erdkabel Neuss-Reuschenberg".

"In nur einer Woche konnten wir 309 Unterschriften von betroffenen Eigentümern, Anwohnern und Unterstützern sammeln", sagte Marlies Lappe, eine der Initiatorinnen. Es geht um die Pläne einer RWE-Tochter, eine neue Hochspannungs-Freileitung von der Nordsee auch über Kaarster Gebiet bis nach Rheinland-Pfalz zu legen.

Der Bebauungsplan Hoferhof hat für die neu ausgewiesenen Bauflächen einen Abstand von 21 Metern zu der noch vorhandenen 110 kv Hochspannungsleitung. Die wird jetzt demontiert und soll durch eine neue 380 kv Freileitung ersetzt werden. Die Initiative fordert Erdkabel.

Bocholt - Hamminkeln

Vorsicht Hochspannung

VON THEO THEISSEN

Für 6,4 Millionen Euro erneuern die RWE zwischen Hamminkeln und Bocholt die 110-KV-Hochspannungsleitungen. Dazu werden 27 neue Masten gesetzt und 40 alte Masten abgebaut. Zum Teil verläuft die Freileitung unterirdisch.

BOCHOLT Neue Hochspannungsleitungen verlegen die Rheinisch Westfälischen Elektrizitätsbetriebe (RWE) Rhein-Ruhr derzeit zwischen Wittenhorst und Bocholt. Auf einer Strecke von 9,5 Kilometern werden die 110000-Volt-Freileitungen erneuert. Sie sollen die fast 80 Jahre alten Leitungen ersetzen, die abgebaut werden, sagt Dieter Picklapp von der RWE. Die Arbeiten haben bereits begonnen und sollen im Februar oder März nächsten Jahres beendet sein – „je nach Wetterlage“, fügt Picklapp hinzu. Die Kosten für den Bau der Freileitung veranschlagen die RWE auf 6,4 Millionen Euro.

Die neue Hochspannungsleitung soll an der Stadtgrenze Bocholt-Hamminkeln nicht mehr durch das Wohngebiet Siegeheide führen, sondern hier in Richtung Bundesstraße 473 abschwenken. Vom Bömkesweg bis zur Umspannanlage Bocholt an der Dingdener Straße will die RWE die Kabel unter der Fahrbahn verlegen.

„Die bisherige Leitungen bleiben während der Arbeiten stehen, damit wir Bocholt und Hamminkeln weiterhin mit Strom versorgen können“, sagt Picklapp, „die neuen Hochspannungsleitungen werden in etwa 20 Meter Abstand parallel zu den alten Leitungen aufgebaut.“ Der Aufbau der Leitungsstrecke sei in Abschnitten geplant, erläutert Picklapp. Zurzeit werde überlegt, einen Teil der alten Strommasten dann abzumontieren, wenn ein neuer Abschnitt aufgebaut sei. Somit würde es entlang der Strecke zwei Baustellen parallel zueinander geben. „Aber das ist noch nicht entschieden“, sagt Picklapp.

Insgesamt sollen 27 Strommasten bis März 2009 errichtet werden – jeder etwa 35 Meter hoch. Mit den Vorbereitungen haben RWE-Mitarbeiter schon begonnen. Mit schwerem Baugerät heben sie zurzeit im Raum Wittenhorst Fundamente aus, die später mit Beton ausgegossen werden. Die vorhandenen Fundamente für die alten Masten seien noch aus Holz, erläutert Picklapp. „So hat man früher eben gearbeitet“, fügt er hinzu.

Rund einen Monat brauche der Beton, um auszuhärten, erklärt er. Erst dann würden die vier Mastfüße montiert, die den Mastoberbau tragen sollen. Picklapp rechnet für die Montage eines Strommasten einen Tag. Dazu soll dann auch ein Kran eingesetzt werden, der bis zu 60 Tonnen heben kann.

Auch die Demontage der etwa 40 ausgedienten Masten gehe recht zügig, so der RWE-Mitarbeiter. „Die Leitungen werden wir wohl innerhalb eines Tages komplett abnehmen“, sagt er, dann kommt der Abbau der Masten.“

 bbvnet, 7.10.2008

 

RWE erneuert 80 Jahre alte Stromtrasse

Wesel (RP) Die Bilder von Strommasten im Münsterland, die unter Schneemassen einfach umknickten und eine ganze Region vom Netz nahmen, sind noch in guter Erinnerung. Das soll Vergangenheit bleiben. Für 6,4 Millionen Euro erneuert das RWE Rhein-Ruhr zwischen Hamminkeln und Bocholt jetzt die Hochspannungsleitungen. Dazu werden auf einer exakt festgelegten Trasse 27 neue, 35 Meter hohe Masten gesetzt, 40 alte abgebaut. Teilweise wird die Freileitung unter die Erde verlegt.

Die Erneuerungstrasse ist 9,5 Kilometer lang. Die neue Strecke soll die teilweise 80 Jahre alte Leitung ablösen. Die Arbeiten haben bereits begonnen und sollen im Frühjahr kommenden Jahres abgeschlossen sein, so ein RWE-Sprecher.

Momentan werden im Bereich Wittenhorst mit schwerem Gerät Fundamente ausgehoben, die mit Beton ausgegossen werden. Die Fundamente für die alten Masten sind noch aus Holz. Entscheidend für den Baufortschritt sei das Wetter. Einen Monat braucht der Beton, um ausgehärtet zu sein. Erst dann könnten die Mastfüße montiert werden, so der RWE-Sprecher. Die Montage eines der Leitungsriesen wird rund einen Arbeitstag in Anspruch nehmen. Dabei wird ein Kran eingesetzt, der 60 Tonnen stemmen kann. An der Stadtgrenze zu Bocholt soll die Leitungstrasse nicht mehr durch Wohngebiet verlaufen, sondern sich an die B 473 annähern. Teilweise soll sie unter die Fahrbahn geführt werden.

Während der Bauarbeiten bleiben die alten Leitungen naturgemäß noch am Netz. Die neuen Leitungen werden auf Hamminkelner Gebiet weitgehend parallel der bestehenden Trasse verlegt. Es soll in Abschnitten gearbeitet werden. RP

RP online, 10.10.2008

 Wesel - Niederlande

Lange Stromleitung nach Holland

 Wesel, 19.04.2007, PETRA HERZOG
 
ENERGIE. Zwei Trassen verschwinden, eine neue kommt frühestens 2013 hinzu.
 
WESEL. Die drei großen Stromleitungen, die die RWE-Umspannanlage in Obrighoven Richtung Norden verlassen, sollen reduziert werden. Dafür ist eine neue Kuppelleitung von Wesel ins niederländische Doetinchem geplant. Dies teilten Vertreter der RWE Transportnetz Strom im Ausschuss für Stadtentwicklung mit. Noch liegt keine Genehmigung vor, doch RWE will frühzeitig an die beteiligten Stellen herantreten.

Das Vorhaben, in das die Übertragungsnetzbetreiber 70 Millionen Euro investieren, steigert nach Angaben des Unternehmens die grenzüberschreitende Kapazität für den europäischen Strommarkt. Dabei handelt es sich nämlich um eine 380 000 Volt-Höchstspannungsleitung, mit der eine Steigerung der Transportmenge um 25 bis 50 Prozent einhergeht. Die Leitung wird 60 Kilometer lang sein und frühestens 2013 in Betrieb gehen. Denn das Genehmigungsverfahren für eine neue Stromtrasse dauert nach Einschätzung von Dr. Klaus Kleinekorte, Geschäftsführer RWE Transportnetz Strom, fünf bis sechs Jahre. Dabei setze er auf die politische Unterstützung, um den Zeitraum zu verkürzen. Allerdings sind die Ausführungen im Weseler Ausschuss nicht auf Wohlwollen gestoßen, weil die Trasse über der Erde verlaufen soll.

SPD-Fraktionsvorsitzender Ludger Hovest forderte für die besiedelten Bereiche - so in Obrighoven, Lackhausen und Blumenkamp - Erdleitungen. Die Antwort der Experten: Eine 380-KV-Erdleitung sei bei der geplanten Länge nicht ruhigen Gewissens realisierbar. Auch die Kosten spielten eine Rolle, und Landwirtschaft sei auf diesen Flächen dann auch nicht möglich.

Die Leitung von Wesel nach Doetinchem ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie. Sie soll über Pfalzdorf gehen. Die zweite Leitung, die aus der Kreisstadt wegführt, führt über Meppen bis Oelde. Demontiert werden soll die Leitung, die nach Emmerich geht und aus den 30er Jahren stammt, sowie die Leitung nach Ibbenbüren, die in den 20er Jahren gebaut wurde.

nrz, 19.4.2007

Netzerweiterung Niederrhein

 
 Projektbeschreibung

Zur Schaffung einer neuen 380-kV-Leitung zwischen den Schaltanlagen Niederrhein (D) und Doetinchem (NL) wird eine ca. 20,5 km lange  380-kV-Leitung von der 380-kV-Schaltanlage Niederrhein bis zur Übergabestelle an der deutsch-niederländischen Grenze errichtet. Die Gesamtlänge der Leitung beträgt ca. 60 km.

Folgende Maßnahmen sind für die Umsetzung erforderlich

  • Neubau einer 380/110-kV-Freileitung zwischen Niederrhein und Punkt Lackhausen (ca. 3,5 km)

  • Neubau einer 380/110-kV-Freileitung Zwischen Punkt. Wittenhorst und Millingen - Isselburg (ca. 15 km)

  • Neubau einer 380-kV-Freileitung zwischen Isselburg und Landesgrenze (ca. 2 km)

In Verbindung mit diesen Maßnahmen sind umfangreiche Baumaßnamen in den entsprechenden Stationen durchzuführen.

Stand der Genehmigungen

Das Raumordnungsverfahren wird derzeit in Abstimmung mit den deutschen und niederländischen Behörden vorbereitet.

Geplantes Fertigstellungsdatum: 2013; Das Projekt ist stark abhängig von den erforderlichen Genehmigungen und der Projektentwicklung auf nieder­län­discher Seite. Ggf. kann es im Rahmen der Genehmi­gungs­verfahren auch zu einer abweichenden Trassenfindung kommen.

www.rewtransportnetzstrom.com

Die Riesen-Masten kommen

VON F.SCHUBERT UND S. LATZEL - zuletzt aktualisiert: 03.10.2009

Emmerich (RP) Eine neue grenzüberschreitende Höchstspannungsleitung (380 kV) der RWE-Tochter Amprion soll über Isselburg und Rees Richtung Wesel führen. Dafür sind Masten nötig, die fast doppelt so hoch wie bisher sind.

REES /ISSELBURG Auf dem internationalen Energiemarkt laufen die Vorbereitungen für verstärkten Handel und Durchleitung von Windkraft-Saft aus Nordsee-Anlagen auf vollen Touren. Die Umspannanlage Niederrhein des RWE in Wesel-Obrighoven wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Hier werden zwei neue Höchstspannungsleitungen (380 kV) angeschlossen. Die eine führt Richtung Niederlande, die andere zur deutschen Küste. Die Planverfahren laufen jetzt an, wie unlängst an der Bekanntmachung in der RP zur Umweltverträglichkeitsprüfung auf niederländischer Seite für die Strecke Doetinchem-Dinxperlo zu erkennen war.

"Es liegt an einem niederländischen Gesetz, dass auch das betroffene Ausland informiert werden muss", erklärte Marian Rappl die ungewöhnliche Großanzeige. Rappl ist Sprecher des Unternehmens Amprion (Dortmund), das in zehn Jahren drei Milliarden Euro investieren will.

Grundlage der Projekte ist das neue Energieleitungsausbaugesetz. Die Vorhaben genießen darin hohe Priorität. Parallel zum Gesetz hat die Bezirksregierung Münster das Raumordnungsverfahren für die Niederlande-Leitung gestartet. Ein Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung schließt sich an. Gebaut werden soll ab 2012. Es geht um 33 Kilometer von Wesel über Hamminkeln, Isselburg und Rees zur Grenze. 35 Millionen Euro will Amprion hier investieren.

Sieben Kilometer wird die neue Leitung über Reeser Gebiet führen. Bereits im April hatte es dazu eine Informationsveranstaltung gegeben. Für die 360 kV-Leitung sind Masten nötig, die die bisherigen weit überragen. Heute ist ein Strommast 30 Meter hoch, künftig werden sie 55 Meter in die Höhe reichen. Auch um dadurch die nötigen Sicherheitsabstände zu erreichen, die wegen der höheren Spannung nötig sind.

Auf Reeser Gebiet wird die Leitung nordöstlich von Millingen über die Autobahn geführt. Durch die Hetter geht es über Empel nach Haldern, wo die Leitung in Höhe Novoferm verlaufen soll. Daher hat die Verwaltung auch bereits darum gebeten, die Leitung doch weiter nördlich verlaufen zu lassen, damit das dortige Wohngebiet nicht betroffen ist. "Außerdem ist angeregt worden, dass ein Erdkabel verlegt wird, weil es dann weniger Probleme in der Landschaft gibt", sagt Willi Beltermann, stellvertretender Reeser Bauamtsleiter. Bisher gibt es von RWE-Seite aber nur die Auskunft, dass sowohl eine Erdleitung wie eine Verlegung der Trasse weiter nach Norden problematisch sei. "Sobald das Planfeststellungsverfahren läuft, wird es sicher mehr Informationen geben", sagt Beltermann, dann könne die Stadt auch konkret noch einmal ihre Einwände vorbringen.

Isselburg hat sich in die Sache bereits eingeschaltet. Wie berichtet, hat die Verwaltung Einspruch eingelegt. "Der Ausbau kann nicht zu lasten der Bürger gehen", stellt Bürgermeister Adolf Radstaak klar. Für die nächte Bauausschuss-Sitzung hat Isselburg jetzt Vertreter der Bezirksregierung eingeladen, die die Lage erläutern sollen.

Der Neubau soll auf bestehenden Trassen erfolgen. Die teils aus den 30er Jahren stammenden alten 220- und 110-kV-Masten von etwa 30 Meter Höhe werden durch neue ersetzt, die teilweise 55 Meter hoch sind.

http://www.rp-online.de/public/article/emmerich/765584/Die-Riesen-Masten-kommen.html

 

Bekanntmachung: Geplante 110-/380 kV-Hochspannungsfreileitung Niederrhein/Wesel – Bundesgrenze (Doetinchem/NL) der Amprion GmbH

Düsseldorf, den 8. Januar 2010

Bezirksregierung, 32.01.02.03

Die Amprion GmbH plant, in Kooperation mit dem niederländischen Netzbetreiber TenneT eine neue Höchstspannungsleitung mit einer Übertragungsleistung von 380 kV vom Umspannwerk bei Wesel zu einem Einspeisepunkt bei Doetinchem zu führen. Der vorgesehene Übergabepunkt an der Landesgrenze befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Isselburg (Kreis Borken).

Aufgrund der Raumbedeutsamkeit des Vorhabens wird auf deutscher Seite gemäß §15 Raumordnungsgesetz (ROG) ein Raumordnungsverfahren durchgeführt. In etwa zeitgleich wird auf niederländischer Seite vom dortigen Wirtschaftsministerium ein Verfahren zur Aufstellung eines sogenannten „Reichs- Einpassungsplans“ durchgeführt, mit dem der niederländische Trassenabschnitt festgelegt wird.

Das Raumordnungsverfahren betrachtet das Projekt ausschließlich unter raumbedeutsamen Gesichtspunkten und im überörtlichen Maßstab. Es hat zum Ziel, eine „raumordnerische Beurteilung“ zu erarbeiten, die als „Erfordernis der Raumordnung“ im nachfolgenden Planfeststellungsverfahren zu berücksichtigen ist. Die rechtsverbindliche Festlegung der Trasse erfolgt erst im Planfeststellungsverfahren.

Zur Vorbereitung des Raumordnungsverfahrens fand am 1. April 2009 eine sogenannte „Antragskonferenz“ (Scoping) statt, bei der der Untersuchungsumfang und die vorzulegenden Unterlagen bestimmt wurden. Nachdem nun die Verfahrensunterlagen vorliegen, wird das Raumordnungsverfahren eingeleitet.

Gemäß § 15 Abs. 3 ROG haben Personen, die von dem Vorhaben in ihren Belangen berührt werden, und öffentliche Stellen, deren Aufgabenbereich berührt wird, Gelegenheit, während der Auslegungsfrist Stellung zum Projekt zu nehmen.

Eine Übersichtskarte für den Bereich Wesel der geplanten Höchstspannungsleitung findet sich als Download am Ende dieser Seite.

Die Unterlagen des Raumordnungsverfahrens werden in der Zeit vom

25. Januar 2010 bis einschließlich 05. März 2010

 

an folgenden Stellen und zu folgenden Zeiten zu jedermanns Einsicht öffentlich ausgelegt:


 


 

Bezirksregierung Münster
Domplatz 1-3
48143 Münster
Dezernat 32 – Regionalentwicklung

Raum 315 (Herr Leißing)

Montag bis Donnerstag 09.00 bis 15.30 Uhr

Freitag 09.00 bis 12.00 Uhr

 

Bezirksregierung Düsseldorf
Cecilienallee 2
40474 Düsseldorf
Dezernat 32 - Regionalentwicklung

Zimmer 395 (Herr Clären)

Montag bis Freitag 09.00 bis 12.00 Uhr

und 13.00 bis 16.00 Uhr

 

Stadt Wesel
Klever-Tor-Platz 1
46483 Wesel
Team 13 Grundsatz- und Entwicklungsplanung

Rathausanbau; Zimmer Nr. 223 und 237

Montag bis Donnerstag 08.00 bis 12.00 Uhr

und 14.00 bis 16.00 Uhr

Freitag 08.00 bis 12.00 Uhr

 

 

Stadt Hamminkeln
Brüner Str. 9
46499 Hamminkeln
Rathaus, 2. Etage, Zimmer 204

Montag bis Donnerstag 08:00 bis 16:00 Uhr

Freitag 08:00 bis 12:00 Uhr

 

Stadt Rees
Markt 1
46459 Rees
Rathaus, Fachbereich 6; Raum 109

Montag bis Donnerstag 08:00 bis 12:30 Uhr

und 14:00 bis 16:00 Uhr

Freitag 08:00 bis 12:30 Uhr

 

Gemeinde Isselburg
Hüttenstraße 33-35
46419 Isselburg
Rathaus, Fachbereich III - Bürgerbüro - (Frau Kleideiter)

Montag 08.00 bis 12.30 Uhr

und 14.00 bis 16.30 Uhr

Dienstag und Mittwoch 08.00 bis 12.30 Uhr

Donnerstag 08.00 bis 12.30 Uhr

und 14.00 bis 18.00 Uhr

Freitag 08.00 bis 12.30 Uhr.

Stellungnahmen können innerhalb der Auslegungsfrist bis zum 05. März 2010 schriftlich, per E-Mail (helge.claeren@brd.nrw.de) oder zur Niederschrift bei den auslegenden Behörden geltend gemacht werden.

Die eingegangenen Stellungnahmen werden im weiteren Verfahren in die Abwägung einbezogen. Das Raumordnungsverfahren wird mit einer raumordnerischen Beurteilung des Projektes abgeschlossen, die anschließend veröffentlicht wird. Eine gesonderte Benachrichtigung erfolgt nicht.

Eventuell entstehende Kosten, die bei der Einsichtnahme und/oder bei der Geltendmachung von Anregungen entstehen, können nicht erstattet werden.

Die Verfahrensunterlagen können auszugsweise auch im Internet eingesehen bzw. herunter geladen werden (http://www.bezreg-muenster.nrw.de).

Im Auftrag

Helge Clären

Abl. Reg. Ddf. 2010 S. 7

AMTSBLATT für den Regierungsbezirk Düsseldorf,

Ausgegeben in Düsseldorf, am 14. Januar 2010

Downloads Übersichtskarte der geplanten Hochspannungsfreileitung Bereich Wesel (1,44 MB)

 
380-kV-Hochspannungsleitung: Kaum Chancen auf Erdkabel
 
 

 
Politik und Verwaltung wünschen sich zwar, dass auf Hamminkelner Stadtgebiet die Freileitungen in die Erde verlegt werden, schätzen die Chance aber gering ein.
Politik und Verwaltung wünschen sich zwar, dass auf Hamminkelner Stadtgebiet die Freileitungen in die Erde verlegt werden, schätzen die Chance aber gering ein.
(Foto: dpa)

 

 
Hamminkeln - Der Planungsausschuss hat die Stellungnahme zum Bau der 380-kV-Hochspannungsleitung von Wesel nach Doetinchem, die auch durch das Stadtgebiet Hamminkeln führt, abgesegnet. Die Hoffnung, dass statt einer Freileitung die Trasse in die Erde versenkt wird, wollten aber nicht viele Politiker teilen. Sowohl Peter Werner (CDU) als auch Bruno Lipkowsky (SPD) sahen keine Chance, dass Erdkabel verlegt werden, auch wenn es sich alle wünschen.


Die Raumverträglichkeitsuntersuchung (RVU) und eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) kommen zu dem Schluss, das ein Erdkabel keine tragfähige Alternative zur Hochspannungsleitung ist. Begründung: Die Übertragungskapazitäten seien zu gering, die Betriebssicherheit sei nicht hoch genug und - nicht zuletzt - das Erdkabel sei teurer als die Hochspannungsleitung. Schon vor der Sitzung kam die Verwaltung zu dem Schluss: „Damit ist davon auszugehen, dass die Variante Erdkabel nicht weiter geprüft wird und auch nicht Gegenstand des Planfeststellungsverfahrens sein wird.“ Dennoch will die Stadt die Variante Erdkabel weiter verfolgen.
 

 „Das ist eine Frage der Optik“, erläutert der Beigeordnete Hans-Georg Haupt diese Haltung. „So eine Hochspannungsleitung ist kein optischer Gewinn.“ Zum anderen aber führen die Leitungen durch einen „Streusiedlungsbereich“. Hier müsste man berücksichtigen, dass Elektrosmog die Anlieger belastet. Im Ausschuss wies Haupt auf ein Wohnhaus an der Grenze zu Haldern hin, dass sehr nah an der Trasse liegt. Man sei zwar erst im „raumordnerischen Verfahren“, soll aber diese Bedenken schon jetzt anbringen, empfahl er betroffenen Bürgern.

Die 110/380-kV-Hochspannungsfreileitung führt der Umspannanlage Niederrhein in Wesel zur Umspannanlage Doetinchen. Sie wird gemeinsam von der RWE-Transportnetz Strom GmbH und dem niederländischen Übertragungsnetzbetreiber TenneT TGO aus Arnheim geplant. Sie soll die Transportkapazitäten zwischen den Netzen erhöhen.

Auf dem Stadtgebiet Hamminkeln, so die Planung, soll die Leitung auf der Trasse bestehender Leitungen verlegt werden. Laut Vorlage für den Planungsausschuss ergeben sich aber ab dem Leitungspunkt Wittenhorst Richtung Haldern „gravierende bauliche Änderungen“. Die bestehenden Tragmasten werden durch neue Masten von bis zu 56,5 Metern Höhe ersetzt. Diese sind notwendig, um mehr Leitungen für den stärkeren Strom-Durchfluss zu tragen. „Höhere Spannungen bedeuten aber auch mehr Elektrosmog“, sagte Haupt.

Die Unterlagen für das Raumordnungsverfahren liegen vom 25. Januar bis zum 5. März im Rathaus Hamminkeln aus. Sie können montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr eingesehen werden.

 BBV, 23.1.2010

 
Stadt und Politik beziehen Stellung gegen 380-Kv-Trasse in Isselburg
 

 
Sonnenuntergang hinter Masten: Die geplante Trasse wird erheblichen Einfluss auf das Landschaftsbild haben. Eine „Verschandelung“ befürchten alle.
Sonnenuntergang hinter Masten: Die geplante Trasse wird erheblichen Einfluss auf das Landschaftsbild haben. Eine „Verschandelung“ befürchten alle.
(Foto: dpa)

 

 
Isselburg - „Es wurde der Weg des vermutlich geringsten Widerstands ausgewählt“, ärgerte sich am Mittwoch CDU-Fraktionschef Gerhard Krause über die Pläne der Amprion GmbH, eine 380-Kilovolt-Trasse von Wesel nach Doetinchem über Isselburger Stadtgebiet zu verlegen. „Da kennen die aber die Isselburger nicht“, bemerkte Bürgermeister Adolf Radstaak im Haupt- und Finanzausschuss.

Dessen Mitglieder sollten gemeinsam mit der Verwaltung eine Stellungnahme der Stadt formulieren, die bis zum 5. März bei der Bezirksregierung in Münster eingereicht werden muss. Diese hat die Federführung in dem Raumordnungsverfahren übernommen. Rasch waren sich die Parteien darüber einig, dass die beantragte Trassenführung nicht die optimalste ist. Gewünscht wird ein Verlauf weiter südlich, so dass vermieden wird, die Ortsteile Isselburg und Anholt zu trennen.
 

Die „Autobahn“ werde das Landschaftsbild nachhaltig verändern, betonte SPD-Fraktionsvorsitzender Theo Beine. Zwar sei der Naturschutz zu beachten, spielte er auf einige Ausschlusskriterien der Planer bezüglich der Natura-2000-Gebiete bei Trassenalternativen an, doch glaube er nicht, dass alle Vögel sterben müssten. „Die können schließlich fliegen, im Gegensatz zu uns“, erklärte Beine.

Bauamtsleiter Klaus Dieter Spaan und Bürgermeister Radstaak haben sich Anfang Februar bereits mit Vertretern der Gemeinden Oude Ijsselstreek und Doetinchem in Verbindung gesetzt, um Standpunkte auszutauschen. „Es wäre gut, wenn wir unsere Stellungnahme mit den Niederländern abstimmen“, so Radstaak. Eine Variante der Trassen 3 und 4 - die beide südlich an Isselburg und Anholt vorbeiführen - käme wohl am ehesten aus. Denn auch bei den holländischen Nachbarn werden Ortsteile zerschnitten.

Der Übergabepunkt in Doetinchem sei nicht von den Niederländern festgelegt worden, sondern von den Ingenieurbüros, schilderte Spaan. Die niederländischen Kommunen sähen den Grenzübertritt lieber in der Nähe von Megchelen. Auch von deutscher Seite hätte dies den Vorteil, so Spaan, dass von der Umspannanlage in Millingen der kürzeste Weg Richtung Grenze gewählt werden könnte.

Ulrich Halfmann (Grüne) regte an, auch mit den Reesern über den Übergabepunkt zu reden. Dem Ansinnen Kevin Schneiders (FDP), eine Erdverkabelung zu fordern, erteilte Spaan eine klare Absage: Laut Gesetz gehört diese Trasse nicht zu den vier Pilotprojekten, die laut dem Energieleitungsausbaugesetz dafür vorgesehen sind.

Über die endgültige Fassung der Stellungnahme wird der Rat in seiner Sitzung am 24. Februar beraten und beschließen.
 

Borkener Zeitung, 12.2.2010

Erdkabel-Variante

Überlandleitungen vom Tisch

 Plettenberg, 19.12.2008
 
Plettenberg. Plettenberg bleiben weitere hässliche Überlandleitung erspart. Die geplante 110-Kilovolt(kV)-Netzerweiterung der Mark-E wird als „Erdkabel-Variante” zwischen den Umspannwerken Holthausen und Siesel ausgeführt.
 

Durch die Maßnahme sollen die Versorgungssicherheit im Stadtgebiet verbessert und der erhöhte Strombedarf der heimischen Industrie gesichert werden.

Nach einem „konstruktiven Abstimmungsprozess”, so heißt es in einer Pressemitteilung, einigten sich der Energiedienstleister und die Stadt Plettenberg auf diese Lösung. Mehrere Leitungsvarianten waren unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten erörtert worden.

Die zuständigen Gremien der Stadt und der Mark-E haben bereits ihre Zustimmung erteilt, so dass die weiteren Schritte zur Genehmigung des Baus der 110-kV-Ringleitung durchgeführt werden können. Der Baubeginn ist noch für 2009 geplant.

Gleichzeitig will die Mark-E das vorhandene Umspannwerk Holthausen erweitern. Das Gesamtvolumen beider Maßnahmen beträgt rund 12,5 Millionen Euro. 2010 sollen die Vorhaben abgeschlossen sein.

„Mit der Erdkabel-Variante haben wir uns für eine Lösung entschieden, die in dieser Form erstmals in der Märkischen Region umgesetzt wird”, sagt Dr. Rüdiger Bäumer, Technischer Vorstand der Mark-E. „Durch eine gemeinsame Nutzung der Tiefbautrasse, die neben der Stromkabelverlegung auch den Kanal- und Straßenbau beinhaltet, können deutliche Kostenvorteile erzielt werden.” Damit liege der zu erwartende Investitionsaufwand für das Erdkabel im Bereich der zunächst von der Mark-E bevorzugten, in der Plettenberger Bürgerschaft aber heftig umstrittenen Freileitungsvariante mit Hochspannungsmasten.

Konjunkturstütze für heimische Betriebe

Bürgermeister Klaus Müller gewinnt der Einigung weitere positive Aspekte ab: „Die seitens der Stadt von Anfang an favorisierte Erdkabel-Lösung wird dafür sorgen, dass keine optischen Beeinträchtigungen durch Hochspannungsleitungen und Masten entstehen.” Zudem ist Müller davon überzeugt, dass die Umsetzung des Projekts wie ein Konjunkturstützungsprogramm für die mit der Ausführung betrauten Betriebe in der Region wirke. „So können insbesondere für Tiefbauunternehmen Aufträge gesichert werden.”

Dortmund

Hochspannungsnetz
Energiekonzerne bauen Stromtrassen aus
Von Susanne Linnenkamp und Nico Drimecker am 25. Mai 2010 23:00 Uhr
DORTMUND Nordrhein-Westfalen steht vor einem massiven Aus- und Umbau seines Hochspannungsnetzes. Riesige Strommengen müssen von den geplanten Windparks in der Nordsee nach Süddeutschland geleitet werden.
Die Energiewirtschaft reagiert damit auf Pläne der Politik, nach denen ältere Atomkraftwerke im Süden vom Netz gehen sollen. Die Lücke wird in Zukunft unter anderem durch Ökostrom geschlossen, darunter auch Windkraft. Ende April hatte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) den Startschuss für den weltweit ersten Hochsee-Windpark „Alpha Ventus“ in der Nordsee gegeben. Im Bau befindet sich der erste kommerzielle Windpark „Bard Offshore 1“.

Netz verkraftet Strommengen nicht

Energieexperten sind sich einig, dass das derzeitige Netz die Strommengen aus dem Norden nicht verkraftet. „Es müssen heute mehr Mengen über große Strecken transportiert werden“, sagt Rainer Warnecke von der Netzagentur. „In Nordrhein-Westfalen verschärft sich das Problem noch durch die drei im Ruhrgebiet im Bau befindlichen Kraftwerke in Hamm, Lünen und Datteln, die wir auch ans Stromnetz anschließen müssen“, erklärte gestern Andreas Preuß, Sprecher des Netzbetreibers Amprion.

 
Das Unternehmen, eine hundertprozentige RWE-Tochter, reagiert mit dem Bau von neuen Höchstspannungsleitungen. „Die noch vorhandenen 220.000-Volt-Leitungen reichen nicht aus und werden durch 380.000-Volt-Leitungen ersetzt“, so Preuß. Eine Leitung soll beispielsweise von Diele (Niedersachsen) über Borken nach Wesel führen. Eine andere – das größte Bauvorhaben – verläuft auf einer 128 Kilometer langen Nord-Süd-Achse durch NRW von Dortmund über Herdecke Richtung Frankfurt.

Widerstand formiert sich

Entlang der Stromtrassen formiert sich unterdessen der Widerstand gegen den Leitungs-Ausbau. Bei den Bürgerinitiativen Pro Erdkabel NRW melden sich nach Angaben von Mitinitiatorin Gaby Bischop (Raesfeld) immer mehr besorgte Anwohner.

 

Elektrosmog
Initiative fordert Erdkabel statt Freileitung
Von Peter Bandermann am 26. Mai 2010 10:02 Uhr
WELLINGHOFEN Nach ihrer Erdkabel-Offensive in Kirchhörde zieht die Interessengemeinschaft "Vorsicht Hochspannung Dortmund-Süd" ein Dorf weiter: Heute informieren die Freileitungs-Kritiker in Wellinghofen und messen Strahlen. Netzbetreiber RWE bleibt gelassen.
„Elektrosmog“ lautet das Reizwort, das die vor einem Jahr gegründete Interessengemeinschaft unter Strom setzt. Die Gegner der Hochspannungsleitungen zitieren die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und „zahlreiche internationale Studien“, wonach u. a. die von den 110.000-Volt-Überlandleitungen ausstrahlenden Magnetfelder für Krankheiten wie Kinderleukämie, Lymphdrüsenkrebs, Parkinson, Alzheimer, Demenz, Nervosität, Depressionen, Schlafstörungen und Kopfschmerzen verantwortlich seien. 

Hunderte Flugblätter an die Haushalte
 

Die Interessengemeinschaft mit Sitz in der Schneiderstraße in Kirchhörder hat in Wellinghofen hunderte Flugblätter an die Haushalte verteilt, die seit Jahrzehnten oder neuerdings – wie im Neubaugebiet an der Feldbank – in Nachbarschaft mit den Hochspannungsmasten leben.

Heide Kasper-Demtröder von der IG „Vorsicht Hochspannung“ kennt keinen Kompromiss: „Die Trasse muss verschwinden. Weil das Phoenix-Stahlwerk nicht mehr dran hängt, ist sie überflüssig. Wir fordern, dass Erdkabel verlegt werden.“

Die RWE Rhein Westfalen Netz AG hält dagegen: „Erdkabel zu verlegen wäre viel zu teuer. Und die Leitung hat eine wesentliche Versorgungsfunktion für Dortmund.

Magnetfelder in Wellinghofen

Außerem unterschreiten wir die Grenzwerte um ein Vielfaches“, so Unternehmenssprecherin Katrin Frendo. Veröffentlichungen Letzteres stellt ein von der IG beauftragter Sachverständiger in Frage: „Stress durch Strom und Strahlung“ lautet der Titel einer der Veröffentlichungen der Neusser „Baubiologie Maes“. Das Unternehmen misst heute die Magnetfelder in Wellinghofen. 

Ruhrnachrichten, 26.5.2010

Öffentliche Messung in Wellinghofen : Wie Hochspannung die Umgebung verstrahlt

Süd, 25.05.2010, Katrin Kroemer

 

Wellinghofen. Sie haben vor den Gefahren gewarnt – nun wollen sie mit knallharten Zahlen belegen, dass Hochspannungsleitungen Menschen schaden. Deshalb wird am Mittwoch, 26. Mai, nun öffentlich gemessen, ob und wie die Leitung über der Siedlung Feldbank in Wellinghofen die Umgebung verstrahlt.

Dazu lädt die IG „Vorsicht Hochspannung” ab 17.30 Uhr ein.

Erhöhte Alzheimer- und Leukämie-Gefahr laut Umweltamt für Strahlenschutz – das zwei der Punkte, welche die Interessengemeinschaft als Gefahr für die Anrainer von Hochspannungsleitungen anführt. „Je mehr Informationen wir erhalten (ernsthafte Erkrankungen, mindestens ein Fall pro Haus gerade bei lang andauerndem Wohnaufenthalt), desto beunruhigter sind wir über die Auswirkungen der elektrischen und magnetischen Wechselfelder dieser Freileitung”, schreibt die Initiative. Über mögliche negative gesundheitliche Auswirkungen von Schlafstörungen bis hin zu ernsthaften und lebensbedrohlichen Erkrankungen in der Nähe der Hochspannungstraße sei jedoch niemand beim Zuzug in solch ein Gebiet informiert worden.

Diese Situation will die IG „Vorsicht Hochspannung” nun so nicht weiter hinnehmen. Das öffentliche Mess- und Diskussionstreffen heute für Betroffene und Interessierte soll für mehr Transparenz sorgen. Treffpunkt ist um 17.30 Uhr in Wellinghofen hinter den Häusern Feldbank 112/114. Messung und Auswertung der 110-KV-Freileitung sollen bekannte Baubiologen übernehmen.

Nächster Termin der Hochspannungs-Gegner ist dann der 18. Juni. Im Gemeindezentrum St. Norbert, Hugo-Sickmann-Straße in Löttringhausen, gibt es ab 18 Uhr eine Diskussionsveranstaltung mit Experten zum Thema „Bürger unter Hochspannung: Hochspannungsleitungen im Wohngebiet – ungefährlich und alternativlos?"

WAZ, 26.5.2010

 

Elektrosmog
Interessengemeinschaft will wach rütteln
Von Peter Bandermann am 27. Mai 2010 11:26 Uhr
WELLINGHOFEN Mit einer Strahlenmessaktion hat die Interessengemeinschaft "Vorsicht Hochspannung" an der Feldbank ihre Öffentlichkeitskampagne fortgesetzt. Die Aussage des Sachverständigen fiel deutlich aus.
"Hier würde ich nicht hinziehen." Der Mann, der das sagt, heißt Dr. Thomas Haumann. In seiner Hand hält der 45-Jährige eine Magnetfeldsonde, dessen Anzeige über das Strahlenfeld unter den Hochspannungsleitungen am Neubaugebiet „Feldbank“ in Wellinghofen informiert. Der Wert schwankt permanent zwischen 1,3 und 1,4 Mikrotesla.

"Ich kenne die Risiken"
 

Warum der Baubiologe aus dem Sachverständigenbüro Maes in Neuss nicht herziehen würde? „Die Feldstärken sind mir hier in direkter Nähe zur Leitung zu hoch. Ich kenne die Risiken.“ Die Weltgesundheitsorganisation stellt Werte von „nur“ 0,3 bis 0,4 Mikrotesla unter den Verdacht, krebserregend zu sein.

Deutschland hat den höchsten Grenzwert weltweit

Zwar liegt der Grenzwert in Deutschland bei 100 Mikrotesla. Aber das sei, so Dr. Haumann, „der höchste Grenzwert weltweit. Die Frage ist, ob uns der deutsche Grenzwert ausreichend schützt“. Der Baubiologe war gestern einer Einladung der Interessengemeinschaft „Vorsicht Hochspannung Dortmund-Süd“ in das Neubaugebiet Feldbank.

50 Nachbarn waren erschienen, um sich bei dieser „öffentlichen Messaktion“ über die Strahlenbelastung zu informieren. Auch die Familie Wagener war unter den Teilnehmern. Mit ihrem zweieinhalbjährigen Sohn wohnen Anja und Michael Wagener in zweiter Reihe hinter der 110-kV-Leitung.

Abstand muss groß genug sein

Auch sie haben die Magnetfelder an ihrem Haus messen lassen. Der Abstand zu den Hochspannungsleitungen ist groß genug: Das Ergebnis liegt bei unter 0,1 Mikrotesla und damit unter dem von der WHO als bedenklich eingestuften Wert. Die Wageners können ruhig weiterschlafen.

Reinhard Wegener „Vorsicht Hochspannung“ beklagt über das Mikrofon den Informationsmangel in NRW. In Nord- und Süddeutschland seien die Bürgerinitiativen schon viel weiter.

Wagener berichtete von Schlafstörungen, Parkinson, Tumoren und anderen Erkrankungen bei Anwohnern, die nahe der Leitungen zwischen Kruckel und Hörde wohnen. Ob es einen Zusammenhang gibt? Dazu Wegener: „Wir wollen der Sache auf den Grund gehen.“

Ruhrnachrichten, 27.5.2010

Hochspannungen

Podiumsdiskussion zu RWE-Leitungen

LÖTTRINGHAUSEN Sind die Freiluftleitungen der RWE über dem Dortmunder Süden eine Gefahr für die Gesundheit ? Darauf konnte auch eine Podiumsdiskussion nicht abschließend Antwort geben. Fest steht jedoch: Namhafte Wissenschaftler sind genau dieser Meinung.

Von Jonas Müller-Töwe

Die jedoch den Aussagen der Bundesstrahlenschutzkommission, auf deren Expertise sich Netzbetreiber-RWE beruft, entgegen steht. Zu den kritischen Wissenschaftlern gehört auch Baubiologe Dr. Thomas Haumann, der am Freitagabend im St. Norbert-Gemeindehaus den Stand wissenschaftlicher Forschung schilderte. „Freileitungen erzeugen fünf- bis zehn Mal so starke Magnetfelder wie Erdkabel“, sagte er.

Unter die Erde


Eine Verlegung der Leitungen unter die Erde – technisch durchaus möglich, wie RWE-Vertreter Dr. Herbert Wohlfahrt einräumte – schone deswegen die Gesundheit. Sowohl Haumann als auch der ebenfalls eingeladene Prof. Dr. Wilfried Kühling wiesen in diesem Zusammenhang auf Studien hin, die „valide Hinweise“ gäben, dass sowohl Tumore, als auch Leukämie- und Alzheimererkrankungen auf Magnetfelder zurückzuführen sein könnten.

Maßstäbe


Der gesetzliche Grenzwert von 100 Mikrotesla sei nur möglich, so Kühling, indem andere Maßstäbe als bei anderen Schadstoffen angelegt würden. „Notwendig wäre ein Schutzwert in Höhe von 1 bis 2 Mikrotesla“, resümierte Kühling. Dies werten Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Strahlenschutzkommission des Bundes bislang anders.

Warum? „Umweltverbände und Mieterschutzvereine haben nicht so viel Einfluss wie Wirtschaftsunternehmen in der Gesetzgebung“, so Kühling. In Schweden beispielsweise sei man ganz anders für derartige Gefahren sensibilisiert. „Deswegen ist dort auch ein Grenzwert von 1 Mikrotesla erlassen worden“, so Kühling. In der Schweiz und den Niederlanden sehe es ähnlich aus.

Lobby

Sich eine Lobby zu erarbeiten- das hat sich die IG Vorsicht Hochspannung Do-Süd nun vorgenommen. Reinhard Wegener zählt etwa 200 Häuser mit über 1500 Personen zum Kreise der Betroffenen. „Wir bitten Politik und Verwaltung unsere Interessen stärker zu berücksichtigen“, sagt Wegener.

Das bedeute konkret: „Die Leitung muss unter die Erde!“ Von der RWE scheint er hier nicht viel zu erwarten. Sein Fazit: „Es gibt die Wahrheit der Betroffenen und die Wahrheit derer, die nicht über Gefahren sprechen wollen.“

 Ruhr Nachrichten, 20.6.2010

Bielefeld - Gütersloh

Anwohner unter Hochspannung 
Westfalenblatt, 28.4.2010

Von Volker Zeiger

Senne/Stieghorst (WB). Gegen die geplante 110-/380-Kilo-Volt-Hochspannungsleitung zwischen Gütersloh und Bechterdissen regt sich immer mehr Widerstand. Nachdem drei Anlieger aus Avenwedde bereits gegen die Planfeststellung der Bezirksregierung Detmold klagen, wehren sich nun auch Dutzende Lämershagener und Ubbedisser gegen die Pläne.

Das machten sie jetzt bei der Stieghorster Bezirksvertretersitzung deutlich, bei der ein Vertreter der RWE-Tochter Amprion vor Ort war, um das Projekt zu erläutern. Am liebsten wäre den Anliegern, wenn die Leitungen unter die Erde verlegt würden, sagten sie.

Ein großer Teil der jetzt vorhandenen Freileitungskabel verläuft quer über die Wohnbebauung in Ubbedissen neben der Ubbedisser Straße. Ein Anwohner kritisiert: »Die Belastung durch Elektro-Smog halten wir für zu hoch - und das an 365 Tagen im Jahr.« Als störend werde auch das Brummen der Leitungen empfunden. »Massive Geräuschentwicklung gibt es vor allem bei Nebel«, betonte ein weiterer Anwohner.

Nach Angaben der RWE-Tochter Amprion, mit 11 000 Kilometern Leitungen Betreiber des längsten Hochspannungsnetzes in Deutschland, werden die 380-Kilo-Volt-Stromleitungen und die 110-Kilo-Volt-Stromleitungen der Stadtwerke Bielefeld künftig über eine Strecke von Masten verlaufen. Die Trasse werde schmaler. Auf den 50 bis 55 Meter hohen Stahlgerüsten hängen auf den beiden oberen Auslegern die hochvoltigen Kabel, darunter fließt der Strom der Stadtwerke.

Kritik äußerten Anwohner sowohl an der Höhe der Masten als auch an der Standortwahl. So sei ein Mast in der Nähe des Parkplatzes oben am Wald vorgesehen, dafür müsse aber »ein Kahlschlag« erfolgen. »Warum«, fragte eine Anwohnerin, auf deren Grundstück ein Mast steht. »Geht das nicht dort, wo jetzt ein kleiner Mast steht?«, fragte sie weiter.

Nach Angaben der Amprion-Ingenieure sei der Geräuschpegel der neuen Leitungen deutlich geringer, weil sie dicker seien. Nachts müssten 35 Dezibel eingehalten werden. Das Geländeprofil erfordere bestimmte Masthöhen, weil Sicherheitsabstände beachtet werden müssten.

Kabel unter der Erde zu verlegen, sei grundsätzliche machbar. Insgesamt seien jedoch nur 13 Kilometer des Amprion-Netzes unterirdisch verlegt. Schwachstellen seien die Verbindungsstücke an den Stellen, wo die überirdischen Kabel mit denen im Untergrund verlaufenden verbunden werden.

Bezirksvorsteher Gerhard Henrichsmeier wies darauf hin, dass das Planfeststellungsverfahren für den Umbau der Stromleitungen noch eingeleitet werden muss. Bis zu eineinhalb Jahre vergehen dann noch bis zum Bau. Eine Bürgerversammlung soll nun weitere Einzelheiten und vor allem offene Fragen der Anwohner aus Ubbedissen und Lämershagen klären. Das soll noch vor den Sommerferien geschehen, sagte Henrichsmeier.

Das Gesamtvorhaben gehört zum Neubau einer 25 Kilometer langen 380-Kilo-Volt-Leitung von Gütersloh bis Bechterdissen, Der 380-Kilo-Volt-Stromkreis zwischen Bielefeld und Bechterdissen ist 2,2 Kilometer lang. Die Vorbereitungen zum Planfeststellungsverfahren laufen derzeit. Geplantes Fertigstellungsdatum ist 2013.

Hier haben die betroffenen Bürger und Gemeinden gepennt!!!

 

Stromtrasse unverändert

 Dorsten, 21.11.2008
 
RWE darf Leitung in Rhade bauen
 

Rhade. Die Chancen stehen schlecht, die 110-kV-Stromtrasse von Hervest nach Stadtlohn im Bereich Rhade bei einem Neubau anders zu führen. Stadtplaner Marc Lohmann berichtete im Planungsausschuss, dass die Bezirksregierung Münster den Planfeststellungsbeschluss getroffen habe. Im Sinne von Bauherr RWE Westfalen-Weser-Ems. Demnach würden die zu ersetzenden Masten nicht in größerem Abstand von der Wohnbebauung errichtet und die Leitung auch nicht als Erdkabel verlegt. Bürger hatten sich in der Vergangenheit stark gemacht für eine andere Führung der mächtigen Leitung - unterstützt von der Stadt. Die Fortführung der Neubauplanung soll in der nächsten Woche öffentlich ausgelegt werden. Dann sind noch Einwendungen dagegen möglich.

 

Neubau der 110 kV-Stromleitung beginnt heute

 Dorsten, 20.04.2009, Ludger Böhne
 

Stadt hat Klage gegen Regierungsbeschluss zum Neubau zurück gezogen. Rhader SPD-Vorstand Dirk Hartwich: „Dorsten hat eine Chance vertan”

Die Stadt hat im Kampf um eine Verlegung der 110-kV-Hochspannungsleitung von Hervest nach Stadtlohn die Segel gestrichen. Schon am heutigen Dienstag will RWE am Umspannwerk Hervest mit Vorbereitungen für den Neubau der Trasse auf Dorstener Gebiet beginnen, sagte RWE-Sprecher Mario Leikop der WAZ. Schon ab Mittwoch könnte schweres Gerät zum Einsatz kommen.

Gegen die Zustimmung der Bezirksregierung zum Neubau von Masten auf der bestehenden Trasse hatte die Stadt im Dezember Klage eingereicht beim Oberverwaltungsgericht (OVG) und zugleich eine „Anordnung der aufschiebenden Wirkung” beantragt. Diesen Antrag habe das OVG Münster im Februar abgelehnt, heißt es nun in einem Bericht für den Planungsausschuss (tagt am 28. April, 16 Uhr, Rathaus). Nach weiterer Prüfung durch die Rathaus-Juristen sei nun davon auszugehen, dass auch die Klage in der Hauptsache zurück gewiesen werde. „Wegen mangelnder Aussicht auf Erfolg” habe die Stadt darum die Klage zurück gezogen.

Kern der Dorstener Forderung war, insbesondere im bereich Stuvenberg in Rhade die gut 80 Jahre alte Hochspannungsleitung weiter entfernt von der Siedlung auf eine neue Trasse zu verlegen.

135 von 151 Masten der 36 Kilometer langen und 1929 errichteten Leitung sollen ersetzt werden. Die Kosten beziffert RWE auf 9 Mio €.

Dirk Hartwich (SPD-Vorstandsmitglied in Rhade) sagte, er sei enttäuscht. Die Stadt habe das Thema „viel zu spät und mit zu wenig Vehemenz aufgegriffen. Dorsten hat eine Jahrhundertchance vertan.” Das Thema sei in der Regionalplanung nie öffentlich verhandelt, sondern von der Bezirksregierung nach Aktenlage entschieden worden. Auch, so Hartwich, weil die Dorstener Vertreter im Parlament der Bezirksregierung die Trassenfrage nicht auf die Tagesordnung gesetzt hätten. Hartwich hatte die Abgeordneten angeschrieben, aber er habe „nie eine Antwort erhalten”.

 

20 Tonnen Beton und 1,2 Tonnen Stahl
 

 
Viel Beton und Stahl wird benötigt, damit die Masten nicht umkippen.Konert
Viel Beton und Stahl wird benötigt, damit die Masten nicht umkippen.Konert

 

 
Heiden (hhk). Strommast ist nicht gleich Strommast. Jens Richter ist Freileitungsbauer. Der 45-Jährige kennt sich aus und gibt auf einem Feld am Bloden Acker freundlich Auskunft. Richter steht auf der Lohnliste der Autmatec GmbH in Beselich/Obertiefenbach.

Seine Firma im Landkreis Limburg-Weilburg ist vom Stromriesen RWE beauftragt worden, einen Beitrag beim Ersatzneubau für die alte 110-kV-Leitung zwischen Hervest-Dorsten und Stadtlohn zu leisten. Die Trasse streift das Gemeindegebiet Heidens.
 „Die Auftragslage ist gut“, berichtet der Freileitungsbauer. Rund 100 Mitarbeiter verdienen bei der Firma im Leitungs- und Netzbau ihre Brötchen, schätzt er. An der Stromtrasse arbeiteten viele Firmen. Richter, der in Fulda wohnt, gehört zur Gründungskolonne. In der bringen vorwiegend Stahl- und Betonbauer ihre Fertigkeiten sichtbar ein.

 

Stromleitung

Jahrhundertchance verspielt

 Dorsten, 21.10.2009, Ludger Böhne
 
Dass in Raesfeld für eine neue Stromleitung Erdkabel verlegt werden, in Rhade am Stuvenberg aber neue Masten an alter Stelle errichtet wurden - die Schuld dafür gibt dirk Hartwich (SPD) der Stadt.

Warum geht in Raesfeld, was in Rhade nicht geklappt hat? Dass in der Münsterland-Gemeinde eine neue Stromtrasse als Erdkabel verlegt wird (siehe Nachrichten aus Raesfeld), in Rhade aber erst in diesem Jahr neue Masten am alten Standort und nahe der Wohnbebauung Stuvenberg errichtet wurden, sei Schuld der Stadt, urteilt Dirk Hartwich (SPD Rhade): „Eine Jahrhundertchance wurde leichtfertig verspielt.”

Die SPD Rhade habe früh auf die Chance hingewiesen, die 110-kV-Überlandtrasse von Hervest über Rhade nac h Stadtlohn bei der Erneuerung als Erdkabel oder im Bereich Stuvenberg zumindest auf einer anderen, weiter entfernten Trasse längs der A 31 neu zu bauen.

Hartwich: „Während sich Raesfeld in einem Parallelverfahren einmütig für eine Erdverkabelung stark macht, war weder bei der Dorstener Stadtspitze noch bei unseren beiden Vertretern (CDU und FDP) im Bezirksplanungsrat Münster zu spüren, dass sie hinter der Forderung aus Rhade standen. Daran ändert auch nichts, dass vor dem Verwaltungsgericht Münster in letzter Minute ein Eilantrag der Stadt Dorsten, doch noch auf Erdverkabelung umzusteigen, abschlägig behandelt wurde. Viel zu spät und nie mit dem möglichen Nachdruck”, kritisiert der Rhader die Stadt.

Jetzt signalisiere RWE, Betreiber der Leitung in der Nachbargemeinde, in Raesfeld in Nähe der Wohnbebauuung, auf Masten zu verzichten und in die Erde auszuweichen. In Rhade stehen die neuen, größeren und deutlich höheren Masten bereits.

 

 

 

Senne/Stieghorst (WB). Gegen die geplante 110-/380-Kilo-Volt-Hochspannungsleitung zwischen Gütersloh und Bechterdissen regt sich immer mehr Widerstand. Nachdem drei Anlieger aus Avenwedde bereits gegen die Planfeststellung der Bezirksregierung Detmold klagen, wehren sich nun auch Dutzende Lämershagener und Ubbedisser gegen die Pläne.

Das machten sie jetzt bei der Stieghorster Bezirksvertretersitzung deutlich, bei der ein Vertreter der RWE-Tochter Amprion vor Ort war, um das Projekt zu erläutern. Am liebsten wäre den Anliegern, wenn die Leitungen unter die Erde verlegt würden, sagten sie.

Ein großer Teil der jetzt vorhandenen Freileitungskabel verläuft quer über die Wohnbebauung in Ubbedissen neben der Ubbedisser Straße. Ein Anwohner kritisiert: »Die Belastung durch Elektro-Smog halten wir für zu hoch - und das an 365 Tagen im Jahr.« Als störend werde auch das Brummen der Leitungen empfunden. »Massive Geräuschentwicklung gibt es vor allem bei Nebel«, betonte ein weiterer Anwohner.

Nach Angaben der RWE-Tochter Amprion, mit 11 000 Kilometern Leitungen Betreiber des längsten Hochspannungsnetzes in Deutschland, werden die 380-Kilo-Volt-Stromleitungen und die 110-Kilo-Volt-Stromleitungen der Stadtwerke Bielefeld künftig über eine Strecke von Masten verlaufen. Die Trasse werde schmaler. Auf den 50 bis 55 Meter hohen Stahlgerüsten hängen auf den beiden oberen Auslegern die hochvoltigen Kabel, darunter fließt der Strom der Stadtwerke.

Kritik äußerten Anwohner sowohl an der Höhe der Masten als auch an der Standortwahl. So sei ein Mast in der Nähe des Parkplatzes oben am Wald vorgesehen, dafür müsse aber »ein Kahlschlag« erfolgen. »Warum«, fragte eine Anwohnerin, auf deren Grundstück ein Mast steht. »Geht das nicht dort, wo jetzt ein kleiner Mast steht?«, fragte sie weiter.

Nach Angaben der Amprion-Ingenieure sei der Geräuschpegel der neuen Leitungen deutlich geringer, weil sie dicker seien. Nachts müssten 35 Dezibel eingehalten werden. Das Geländeprofil erfordere bestimmte Masthöhen, weil Sicherheitsabstände beachtet werden müssten.

Kabel unter der Erde zu verlegen, sei grundsätzliche machbar. Insgesamt seien jedoch nur 13 Kilometer des Amprion-Netzes unterirdisch verlegt. Schwachstellen seien die Verbindungsstücke an den Stellen, wo die überirdischen Kabel mit denen im Untergrund verlaufenden verbunden werden.

Bezirksvorsteher Gerhard Henrichsmeier wies darauf hin, dass das Planfeststellungsverfahren für den Umbau der Stromleitungen noch eingeleitet werden muss. Bis zu eineinhalb Jahre vergehen dann noch bis zum Bau. Eine Bürgerversammlung soll nun weitere Einzelheiten und vor allem offene Fragen der Anwohner aus Ubbedissen und Lämershagen klären. Das soll noch vor den Sommerferien geschehen, sagte Henrichsmeier.

Das Gesamtvorhaben gehört zum Neubau einer 25 Kilometer langen 380-Kilo-Volt-Leitung von Gütersloh bis Bechterdissen, Der 380-Kilo-Volt-Stromkreis zwischen Bielefeld und Bechterdissen ist 2,2 Kilometer lang. Die Vorbereitungen zum Planfeststellungsverfahren laufen derzeit. Geplantes Fertigstellungsdatum ist 2013.

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