Bürgerinitiativen Pro Erdkabel NRW

 Grundsätze
für die Verwirklichung
der Pilotprojektstromtrasse Diele – Niederrhein/Wesel
 
 
Das Gesetz
Der Bundestag hat am 7. Mai 2009 das Gesetz zur Beschleunigung des Ausbaus der Höchstspannungsnetze verabschiedet, der Bundesrat hat am 12. Juni 2009 zugestimmt.
Das Gesetz soll Planung und Bau von Hoch- und Höchstspannungsleitungen beschleunigen. Auf 4 Pilottrassen (u.a. Diele - Niederrhein/Wesel) können 380 kV-Leitungen unterirdisch verlegt werden. Auch im Hochspannungsbereich (110 kV) wird unter bestimmten Umständen eine Erdverkabelung ermöglicht.
Das Gesetz schafft außerdem erstmals im Rahmen der Anreizregulierungsverordnung die Voraussetzungen für den Einsatz der Höchstspannungs-Gleichstromübertragungstechnik (HGÜ) in Deutschland.
 
Die Chance
Wir „Bürgerinitiativen Pro Erdkabel NRW“ sehen eine einmalige Chance, mit der Stromtrasse Diele – Niederrhein/Wesel ein wirkliches Pilotprojekt, das seinen Namen verdient, zu verwirklichen: die komplette Erdverkabelung der 380 kV-Leitung nach dem Prinzip der Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ).
 
Die Gründe
Erdkabel bieten für Mensch und Natur zahlreiche Vorteile. Diese sind u.a. geringerer Flächen- und Materialverbrauch, deutliche Entlastungen für Wohnumfeld, Naherholung und Tourismus sowie der Tierwelt durch Wegfall von Riesenmasten und Leitungsgeräuschen, erhebliche Energieeinsparungen aufgrund geringer Transportverluste, kein Elektrosmog und deutlich verminderte elektromagnetische Wechselfelder. Auch die absehbare Zunahme extremer Wetterereignisse spricht für die Erdverkabelung.
Eine vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit geförderte vergleichenden Studie küstennaher Stromleitungen hat die Vorteile der Erdverkabelung eindrucksvoll belegt (*FuE-Vorhaben FKZ 806 82 070 bislang unveröffentlicht).
Mit der Technologie der Erdverkabelung nach dem HGÜ-Prinzip kann Elektrizität ohne größere Übertragungsverluste über große Entfernungen effizient und kostengünstig transportiert werden. Sie hätte darüber hinaus den Vorteil, ein ständiges Auf und Ab zwischen erdverkabelten und Freileitungsabschnitten zu vermeiden.
 
Die Zukunft hat bereits begonnen
Technisch ist eine Erdverkabelung kein Problem. Die in dieser Technik führenden Unternehmen Siemens und ABB haben bereits im Ausland seit Jahrzehnten unter Beweis gestellt, dass HGÜ-Leitungen effizient und kostengünstig betrieben werden können. ABB betont, dass je nach örtlichen Gegebenheiten die Kosten für eine unterirdische HGÜ-Leitung HVDC Light bereits ab einer Trassenlänge von 150 km mit denen einer herkömmlichen Freileitung vergleichbar sind. Mit der Europäisierung des Stromtransportes und des Gewinnes von Strom aus solarthermischen Kraftwerken in Nordafrika erlangen Gleichstrom-Hoch- und Höchstspannungsleitungen eine rasch wachsende Bedeutung. Deutschland könnte in diesem Zusammenhang eine führende Rolle einnehmen.
 
Die Trasse Diele – Niederrhein/Wesel als Erdkabelgleichstromtrasse
Der von Diele (Nieders.) nach Süden weiterzuleitende Strom wird im Windpark Borkum 2 gewonnen und mittels See- und Erdkabeln nach dem HGÜ-Prinzip nach Diele geleitet.
Da macht es doch Sinn, den Strom mittels Erdkabeln auf der gesamten 200 km langen Trasse Diele – Niederrhein/Wesel ebenfalls als Gleichstrom bis nach Wesel weiterzutransportieren.
 
Die Verschiebung der Trasse
Die HGÜ-Leitungen könnten entlang der Autobahn A 31 verlegt werden. Eine solche Trassenverschiebung an die A 31 entspricht dem Grundsatz des Gebietsentwicklungs-plans, der ausdrücklich darauf hinweist, dass „Leitungen so zu planen sind, dass sie möglichst raumsparend in Leitungsbändern gebündelt werden und Leitungstrassen sich an Zäsuren im Raum wie z.B. an Verkehrswege anlehnen, Wohnsiedlungsbereiche, Natur und Landschaft sowie Freizeit- und Erholungsschwerpunkte ... möglichst wenig beeinträchtigt werden.“ Die Entlastungswirkungen, die der Rückbau der bestehenden, vielfach ortsnah verlaufenden Trasse mit sich bringen würde, wären enorm, wurden von der Bezirksregierung im bisherigen Verfahren jedoch nicht berücksichtigt.
Deshalb sollte im Zuge der laufenden Neuaufstellung des Regionalplanes die Möglichkeit einer Trassenverschiebung, z.B. entlang der A 31 einer wirklichen Prüfung unterzogen werden.
 
Unsere Forderungen
Die Bürgerinitiativen Pro Erdkabel NRW werden es nicht hinnehmen. dass auf der Trasse für die nächsten 80 Jahre Stahlkolosse mit 380.000 Volt-Leitungen in die Landschaft gesetzt werden. Die Bürgerinitiativen Pro Erdkabel NRW fordern die beteiligten Unternehmen, Landesverwaltungen, Kreise und Gemeinden auf:
 
Übernehmen Sie Verantwortung für einen menschen- und umweltgerechten sowie technisch innovativen Stromtransport! Sorgen Sie dafür, dass die Stromtrasse Diele – Niederrhein/Wesel mittels Erdverkabelung nach dem HGÜ-Prinzip verlegt wird! Prüfen Sie ernsthaft eine Trassenverschiebung entlang der A 31!
Entwickeln Sie ein wirkliches Pilotprojekt!

 

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